Camiguin Island

Philippinen

Camiguin Island - Unbekanntes Paradies

Die Philippinen sind für ihre wunderschönen Inseln und traumhaften Strände bekannt. Die meisten Backpacker zieht es dafür nach Palawan, Coron oder Siargao. Und auch wenn diese Inseln ohne jeden Zweifel wunderschön sind, versammeln sich eben auch viele Touristen dort und besonders Hotspots wie El Nido wirken an einigen Stellen schon ziemlich überlaufen und auch überteuert. Dabei bieten die Philippinen unendlich viele Inseln abseits des Massentourismus und eine ganz besondere davon stellen wir dir in diesem Blogpost vor: Camiguin.

Camiguin Island liegt zwischen Bohol und Mindanao relativ weit südlich auf den Philippinen und hat einen super ursprünglichen Charakter, da sich nur wenige Touristen auf Camiguin verirren. Die Insel ist vulkanischen Ursprungs und ist daher unendlich grün und bergig. Das Panorama wird durch insgesamt sieben Vulkane geprägt und der Anblick, gepaart mit der Ursprünglichkeit, den Stränden und den vorgelagerten Inseln macht Camiguin zu einem sehenswerten Geheimtipp!

Camiguin - Wichtige Infos

Trocken- und Regenzeit sind auf Camiguin nicht so stark ausgeprägt, es gibt das ganze Jahr über Regentage und man findet viele verschiedene Angaben zur besten Reisezeit. Grob soll es zwischen Februar und Juni am besten sein. Wir waren im März dort und hatten – vor allem nachts – ein wenig Regen, aber auch trockene Tage mit Sonnenschein.

Camiguin ist eine Insel im Süden der Philippinen und die zweitkleinste Provinz des Landes. Camiguin liegt nur 10 Kilometer nördlich von Mindanao. Aber auch zur beliebten Insel Bohol, die sich nördlich von Camiguin befindet, ist es nicht weit. Zu beiden Inseln gibt es Fährverbindungen. Außerdem gibt es täglich einen Flieger, von Cebu nach Camiguin.

Ja, es gibt auf Camiguin einige Geldautomaten, zum Beispiel im Hauptort der Insel, Mambajao, wo sich auch der Flughafen und der Hafen befinden. Dort wirst du also ohnehin sehr wahrscheinlich ankommen und kannst dann dort Geld abheben. Zum Geld abheben empfiehlt sich eine gute Reisekreditkarte, wie die kostenlose Visa Debitkarte von der DKB*, mit der du weltweit kostenlos Geld abheben kannst.

Wir würden empfehlen, mindestens drei volle Tage auf Camiguin einzuplanen. So hast du genug Zeit, die Highlights der Insel zu erkunden. Mehr Zeit ist natürlich immer gut.

Die Philippinen sind grundsätzlich ein günstiges Reiseland und da macht Camiguin keine Ausnahme. Camiguin ist vom Preisniveau her ähnlich wie der Rest der Philippinen, aber zum Beispiel günstiger als die bei Touristen beliebte Insel Palawan.

Die Weiterreise bietet sich an nach Mindanao oder Bohol, weil diese beiden Inseln per Fähre mit Camiguin verbunden sind. Mit der Fähre kannst du über Bohol auch nach Siquijor weiterfahren. Beachte aber, dass die Fähren nach Bohol nur drei Mal die Woche fahren. Alternativ kannst du auch nach Cebu fliegen.

Der Blog als Vlog

Alles Infos und Highlights aus diesem Blogbeitrag findest du auch auf YouTube in unserem Vlog!

Anreise nach Camiguin

Obwohl die Anreise nach Camiguin eigentlich ziemlich einfach ist, kennen die meisten Reisenden die Insel gar nicht. Es gibt einen täglichen Flug ab Cebu – einem der größten Hubs des Inselstaats. Cebu ist mit fast jeder Insel und jeder größeren Stadt auf den Philippinen verbunden und es gibt auch Flüge aus dem Ausland direkt nach Cebu. Deswegen ist es von den meisten Orten aus möglich, mit nur einem Stopp über Cebu nach Camiguin zu fliegen. Auch zwischen Manila, der Hauptstadt der Philippinen, und Cebu gibt es täglich zahlreiche Flugverbindungen. Aktuell (Stand März 2023) wird die Strecke Cebu – Camiguin täglich von der Airline CebGo bedient. Die Propellermaschine startet um 14 Uhr und der Flug dauert ungefähr 45 Minuten. Solltest du einen Layover in Cebu haben, können wir das Little Norway Guesthouse* weiterempfehlen, das in der Nähe des Flughafens liegt.
Anflug auf Camiguin
Maschine von CebGo
Mit der Fähre von Bohol

Alternativ kannst du auch von Bohol oder Mindanao mit der Fähre nach Camiguin reisen. Wir haben den Rückweg von Camiguin nach Bohol mit der Fähre zurückgelegt und fanden die Fahrt super entspannt. Die Fähren nach Bohol starten am Balbagon Pier in Mambajao und fahren drei Mal die Woche (Montag, Mittwoch, Freitag) um 8 Uhr morgens. Du kannst vorab kein Ticket reservieren, sondern kaufst das am Tag der Abfahrt um 7 Uhr beim Ticketcounter direkt am Hafen. Die Überfahrt nach Jagna auf Bohol kostet 13 Euro und dauert ungefähr drei Stunden. In Bohol kommst du am Hafen von Jagna an. Von dort kannst du mit dem Bus oder Van in verschiedene Gebiete Bohols fahren, zum Beispiel nach Tagbilaran, was der Transporthub nach Panglao ist, wo die meisten Touristen unterkommen. Vom Hafen in Tagbilaran fahren wiederum Fähren nach Cebu (Oceanjet, 16 €, 2 Stunden). Die Strecke funktioniert vice versa genauso und die Fähren ab Jagna nach Camiguin fahren Montag, Mittwoch und Freitag um 13 Uhr.

Unterkunft auf Camiguin

Unterkunft direkt am Strand
Großes, sauberes Doppelzimmer

Es gibt zahlreiche Unterkünfte auf Camiguin, von denen du nicht alle auf den gängigen Buchungsplattformen wie Booking.com oder Agoda findest. Eventuell lohnt sich hier ein Blick auf Google Maps oder falls du das möchtest, kannst du auch vor Ort schauen, welche Unterkunft dich anspricht. Ansonsten können wir unser Guesthouse, die Marianitas Cottages* sehr weiterempfehlen. Die Unterkunft befindet sich auf der Westseite der Insel und zwar direkt am Strand! Der Strand ist zwar nicht der schönste (die meisten Strände auf Camiguin sind dunkel, weil sie vulkanischen Ursprungs sind), aber es war einfach toll, mit dem Rauschen des Meeres einzuschlafen und aufzuwachen. Der Bungalow ist sehr geräumig, hat ein eigenes Bad und Klimaanlage und eine schöne Terrasse mit Blick auf den Ozean. Wir haben 34 Euro pro Nacht bezahlt.

Daily Life auf Camiguin

Fortbewegung auf Camiguin ist super einfach. Es gibt sogenannte Shared Jeeps, eine Art Sammeltaxi, die über die Insel fahren und die du einfach an der Straße anhalten kannst und sagst, wohin du möchtest. Eine Fahrt kostet in der Regel unter einem Euro. Am meisten Freiheit bietet aber natürlich ein Roller, den du direkt am Flughafen oder über deine Unterkunft mieten kannst. Für die Rollermiete kannst du zwischen 350 und 500 Pesos (6 bis 8,50 €) am Tag einplanen. Der Verkehr auf Camiguin ist sehr entspannt und es macht Spaß, die Insel so zu erkunden. Aber beachte: Es herrscht Helmpflicht und es gibt unterwegs immer mal wieder Polizeikontrollen. Zum Einkaufen fährst du am besten in den Hauptort Mambajo im Norden der Insel. Dort gibt es einen großen Supermarkt, den Gaisano Camiguin. In dem Ort findest du auch Bäckereien, Apotheken und Geldautomaten.

"Shared Jeeps" auf Camiguin
Reisfelder, Palmen und Vulkane
Philippinisches Essen - aber vegan

Die Essensauswahl auf Camiguin reicht von einfachen, günstigen Straßenständen bis hin zu teuren Restaurants. Empfehlen können wir Chill’s Beach und Luna Ristorante an der Westseite sowie das Camiguin Beefarm Bistro im Süden der Insel. Was du unbedingt probieren solltest, wenn du vegetarisch oder vegan isst, ist das Daos Plant Based Kitchen. Dort werden typisch philippinische Gerichte angeboten – aber veganisiert. Die Besitzer erklären bis ins Detail, wie sie welche Zutat ersetzen, es schmeckt super gut und die Location direkt am Strand ist auch noch ein Traum! Für einen Snack zwischendurch bietet sich Checkpoint Camiguin an der Westseite an – dort gibt es eine super günstige Bäckerei mit leckeren Backwaren.

Camiguin - Highlighs

Camiguin ist eine kleine, paradiesische Insel auf den Philippinen, die – anders als beispielsweise Palawan oder Coron – nicht von vielen Touristen besucht wird. Pro Tag kommt nur ein kleiner Flieger aus Cebu an und die Fähre nach Bohol fährt nur drei Mal in der Woche, sodass sich wirklich nicht viele Besucher auf diese Insel verirren. Camiguin hat einen sehr authentischen Charakter und als Tourist fällst du dort noch richtig auf. Die Menschen sind super freundlich, grüßen und winken und man kommt schnell ins Gespräch, weil Englisch die zweite offizielle Landessprache der Philippinen ist. Das absolute Highlight Camiguins ist die Sandbank White Island, aber es gibt noch viel mehr zu erkunden: Mantigue Island, Wasserfälle, Hot Springs, Vulkane, Strände und vieles mehr.

Katibawasan Falls

Katibawasan Falls von oben
Wasserfall im Norden Camiguins

Es gibt auf Camiguin mehrere tolle Wasserfälle, die sicher einen Besuch wert sind. Wir haben uns für den Katabawasan Fall entschieden und fanden ihn sehr sehenswert. Der Wasserfall befindet sich im Norden der Insel und man kann mit dem Roller hinfahren. Der Eintritt kostet 75 Pesos (1,30 €) pro Person und es gibt einige Verkaufsstände am Eingang. Aber auch wenn der Wasserfall gut erschlossen ist und man nicht hinwandern muss, befindet er sich mitten im Grünen und wirkt total abgeschieden. Wir waren dort die einzigen Menschen und hatten das Gefühl, wir befinden uns mitten im Dschungel. Der Katibawasan Fall ist ziemlich hoch und drum herum ist alles unfassbar grün. Die Szenerie ist wirklich schön!

White Island

Unser größtes Highlight und ein absolutes Must Do, wenn man auf Camiguin ist, ist ein Besuch auf White Island. Das ist eine langgezogene Sandbank mitten im Meer, die sich an der Westseite von Camiguin befindet. Man sieht diese bilderbuchartige Kulisse bereits bei der Anreise aus dem Flugzeug und auch von der Küste Camiguins aus. Die Überfahrt mit dem Boot vom White Island Ferry Terminal in der Nähe des Paras Beach Resorts dauert nur zehn Minuten und kostet pro Boot 550 Pesos (9,40 €) Euro inklusive Rückfahrt. Auf ein Boot passen bis zu vier Personen, sodass man sich den Preis teilen kann, wenn man in einer Gruppe unterwegs ist oder am Hafen andere Leute antrifft. Dazu kommen 50 Pesos (0,80 €) pro Person Eintritt.

Riesige Sandbank mitten im Meer
Panoramablick vom Boot

White Island ist wirklich ein paradiesischer Ort und wir sind aus dem Staunen gar nicht mehr rausgekommen. Der Sand ist weiß und fein und das Meer drum herum super klar. Man kann dort Schwimmen und auch Schnorcheln – Schnorchel Ausrüstung kann man sich dort, wo die Boote abfahren, ausleihen. Ansonsten lädt die Sandbank einfach zum Chillen und Sonnen ein – aber Achtung, es gibt dort keinen Schatten, also nimm auf jeden Fall Sonnenschutz und genug zu Trinken mit! Wir fanden nicht nur den Anblick der Sandbank selbst spektakulär, sondern auch den Blick von dort aus auf Camiguin mit dem Hibok Hibok Vulkan. Man darf übrigens bis zu drei Stunden auf White Island bleiben, allerdings bis maximal 17 Uhr.

Sunken Cemetry

Der Sunken Cemetery
Kleiner Strand vor dem Kreuz

Ein weiteres Highlight und eine sehr einmalige Sehenswürdigkeit ist der Sunken Cemetery auf Camiguin Island, der eine sehr interessante Vergangenheit hat: Im Jahr 1871 ist der damals aktive Vulkan Old Volcano auf Camiguin ausgebrochen, was dazu geführt hat, dass der nahegelegene Friedhof mitsamt der umliegenden Stadt gesunken ist. Später hat man, in Erinnerung an den ehemaligen Friedhof und die dort begrabenen Menschen, ein riesiges Kreuz errichtet. Dort kann man heute hinschwimmen, denn das Kreuz ist nicht weit von der Küste entfernt. Außerdem ist der Sunken Cemetery ein beliebter Schnorchelspot, denn unter Wasser befinden sich noch immer alte Grabsteine (und leider auch unsere Drohne…). 

Weitere Highlights auf Camiguin Island

Obwohl Camiguin nicht besonders groß ist und mit dem Roller in drei Stunden umrundet werden kann, hat die Insel neben den Katibawasan Falls, White Island und dem Sunken Cemetery noch einige weitere Highlights zu bieten. So befinden sich zum Beispiel ganze sieben Vulkane auf Camiguin! Der beeindruckendste von ihnen ist der Hibok Hibok in der Mitte der Insel. Dieser 1332 Meter hohe Vulkan kann in einer Tagestour oder auch in einer zweitägigen Tour bestiegen werden. Wer es weniger aufregend haben will, der kann den sogenannten Walkway des Old Volcano laufen, was circa 30 Minuten dauert und eine einfache Wanderung ist (20 Pesos (0,30 €) Eintritt). Der Wanderweg lässt nicht unbedingt darauf schließen, dass man sich nahe eines Vulkans befindet, aber Weg führt durch schöne grüne Landschaften und bietet eine tolle Aussicht auf den Sunken Cemetery.

Ausblick vom Old Volcano
Sonnenuntergang am Strand
Boot fahren auf Camiguin

Als Pendant zu White Island auf der Westseite von Camiguin befindet sich auf der Ostseite eine kleine unbewohnte Insel rund dreieinhalb Kilometer von Camiguin entfernt: Mantigue Island. Die traumhaft schöne Insel besteht aus tropischem Regenwald in der Mitte, um den herum sich weiße Sandstrände befinden. Mantigue Island ist ein Meeresschutzgebiet, das zum Schnorcheln und Tauchen einlädt. Generell ist Camiguin auch bei Tauchern ein beliebtes Ziel und es befinden sich einige Tauchschulen auf der Insel. Außerdem gibt es neben den Katibawasan Falls noch drei weitere Wasserfälle auf Camiguin: Limason Falls, Tuasan Falls und Binangawan Falls sowie mehrere Hot und Cold Springs über die Insel verteilt.

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Camiguin Island - Fazit

Wir hatten Camiguin erst gar nicht auf dem Schirm, als wir auf die Philippinen gereist sind. Aber nachdem auf Social Media ständig die gleichen Fotos und Reels von Palawan, Coron und Siargao zu sehen waren, hat uns das etwas abgeschreckt. Es scheint, als ob sich der Tourismus zum Großteil auf diese Inseln konzentriert und je länger wir reisen, desto weniger sagen uns diese Spots zu – deswegen haben wir nach einer Alternative gesucht, die nicht weniger schön, aber weniger voll ist.

Wir haben auf Camiguin auf Abenteuer und Authentizität abseits der Touristenmassen gehofft – und genau das bekommen! Alle Locals waren super freundlich und interessiert, denn als Backpacker ist man dort noch ein eher seltener Anblick. Dieses Gefühl genießen wir viel mehr, als mit 20 anderen Touristen in El Nido die typische Islandhopping Tour zu machen. Camiguin Island war unser Highlight auf den Philippinen und wir können einen Besuch dieser unterschätzten Insel nur weiterempfehlen!