Chinesische Mauer

China

Die Chinesische Mauer - Das Weltwunder

Als eines der modernen sieben Weltwunder steht die Chinesische Mauer mit Sicherheit bei den meisten China-Reisenden auf der Liste – völlig zurecht, denn die Mauer ist ein unglaublich beeindruckendes Bauwerk und das vielleicht größte Highlight des Landes. Ein mal selbst darüber zu laufen ist wirklich ein unvergessliches Erlebnis und das Beste: Du musst keine teure Tour buchen, sondern kannst das Ganze auch relativ einfach und günstig auf eigene Faust organisieren. Einige Abschnitte der Chinesischen Mauer sind nur wenige Stunden von der Hauptstadt Peking entfernt und können daher bequem in einem Tagesausflug besucht werden.

Von Peking aus kannst du beispielsweise die Abschnitte Badaling (sehr touristisch), Mutianyu (weniger besucht) oder Jinshanling (sehr untouristisch) ansteuern. In diesem Blogbeitrag konzentrieren wir uns auf den Abschnitt Mutianyu und geben dir alle Infos von der Anreise, über die Kosten bis hin zu den Highlights, damit du für deinen Besuch an der Chinesischen Mauer perfekt vorbereitet bist.

Chinesische Mauer - Wichtige Infos

Es gibt ganz viele verschiedene Mauerabschnitte, aber wir konzentrieren uns hier auf die, die in der Nähe von Peking liegen. Dorthin kann man grundsätzlich das ganze Jahr über reisen. Es gibt vier Jahreszeiten, wobei die Sommer sehr heiß und die Winter sehr kalt werden können. Dementsprechend gelten die Monate April und Mai sowie September bis November als beste Reisezeit. Auf Reisen während des Chinesischen Neujahrs (meistens im Februar) sollte in ganz China verzichtet werden, da dies für die Einheimischen die Hauptreisezeit ist, viele Geschäfte geschlossen haben und Unterkünfte, Züge und Flüge bereits Wochen im Voraus ausgebucht sein können.

Normalerweise braucht man als deutscher Staatsbürger ein Visum für China, das recht aufwendig zu beantragen und zudem teuer ist. Allerdings gibt es aktuell die Möglichkeit, als deutscher Staatsbürger bis zu 15 Tage visafrei nach China zu reisen. Die einzige Voraussetzung ist, dass dein Reisepass noch mindestens sechs Monate gültig ist. Diese Regelung gilt voraussichtlich bis zum 31. Dezember 2025.

Anders als man es sich vielleicht vorstellt, ist die Chinesische Mauer nicht eine lange Mauer am Stück, sondern besteht aus vielen verschiedenen Abschnitten. In diesem Blogbeitrag konzentrieren wir uns auf die Abschnitte, die man von Peking aus besuchen kann, was die meisten Touristen machen. Dazu zählen Badaling (sehr touristisch), Mutianyu (weniger besucht) und Jinshanling (sehr untouristisch).

Für einen Ausflug (ab Peking) zur Chinesischen Mauer solltest du einen vollen Tag einplanen. Bist du nur für einen Layover in Peking, kannst du einen schnellen Abstecher zur Mauer machen – das lohnt sich unserer Einschätzung nach ab circa zehn Stunden Layover.

Ein Besuch der Chinesischen Mauer muss nicht teuer sein. Man kann von Peking aus zum Beispiel zum Mauerabschnitt Mutianyu mit öffentlichen Bussen fahren, was nur ein paar Euro kostet. Mit dem Taxi oder einem privaten Fahrer ist es natürlich teurer, aber dazu kommen wir im Detail weiter unten. Den Eintritt selbst finden wir mit insgesamt 25 Euro für Shuttlebus, Gondel und das Ticket für ein Weltwunder völlig gerechtfertigt. 

Um dich in an der Chinesischen Mauer und generell in China zurechtzufinden, brauchst du unbedingt einige Apps: Alipay zum Bezahlen, WeChat zur Kommunikation, Trip.com zum Buchen von Unterkünften und Zügen, eine Übersetzer App und mindestens eine Navigations App. Wir gehen darauf im Detail weiter unten ein.

Der Blog als Vlog

Alles Infos und Highlights aus diesem Blogbeitrag findest du auch auf YouTube in unserem Vlog!

Chinesische Mauer - Anreise

Die Anreise zur Chinesischen Mauer startet für gewöhnlich in der Hauptstadt Peking. Bist du nur für einen Layover in Peking, kannst du auch direkt vom Flughafen zur Mauer und wieder zurückfahren. Für solche Fälle gibt es extra Touren, du kannst das aber auch auf eigene Faust machen, solltest nur die Zeit gut im Blick behalten. Unserer Einschätzung nach lohnt sich ein Ausflug zur Mauer, wenn du mindestens zehn Stunden Aufenthalt in Peking hast. Und beachte, dass es zwei internationale Flughäfen gibt, von denen der alte Flughafen Peking (PEK) im Nordosten deutlich näher an der Mauer liegt als der neue Peking-Daxing Airport (PKX) im Süden. Die Chinesische Mauer ist in viele verschiedene Abschnitte unterteilt, von denen man einige besuchen kann. In diesem Blogbeitrag konzentrieren wir uns auf den Abschnitt Mutianyu und alle Infos beziehen sich darauf. Mutianyu ist vor allem bei chinesischen Touristen weniger bekannt und deswegen leerer und untouristischer als der bekannteste Abschnitt Badaling. Um nach Mutianyu zu kommen, gibt es mehrere Optionen. Wie bereits erwähnt, werden geführte Touren angeboten, bei denen du dich um nichts kümmern musst, was aber auch am meisten kostet.

Die Taxiapp DiDi
Mit dem Taxi zur Chinesischen Mauer

Möchtest du die Chinesische Mauer auf eigene Faust besuchen, was wir auf jeden Fall empfehlen, hast du mehrere Möglichkeiten: Zum einen kannst du dir einen privaten Fahrer buchen, der dich zur Chinesischen Mauer fährt, dort auf dich wartet und dich anschließend zurück nach Peking bringt. Das ist komfortabel, aber auch vergleichsweise teuer. Alternativ kannst du ein Taxi nehmen, was du über die App DiDi (chinesisches Pendant zu Uber) buchen kannst. So haben wir es gemacht und für die circa 80 Kilometer lange Fahrt von der Innenstadt in Peking nach Mutianyu zusammen 30 Euro bezahlt. Da man pro Auto und nicht pro Person zahlt, wird die Fahrt entsprechend günstiger, wenn du sie dir mit anderen Reisenden teilen kannst. Die Fahrt hat knapp zwei Stunden gedauert, kann aber auch je nach Verkehr kürzer oder länger sein. Mit einem hohen Verkehrsaufkommen solltest du in Peking eigentlich zu jeder Tageszeit rechnen und lieber etwas mehr Zeit einplanen. Neben einem privaten Fahrer und einem Taxi hast du auch die Möglichkeit, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Mutiyanu zu fahren. Diese Option dauert etwas länger, ist aber mit Abstand die günstigste und damit Backpacker- und low budget-freundlich. In Peking steigst du an der Dongzhimen Bus Station in den öffentlichen Bus 916 Express, der circa eineinhalb Stunden bis nach Huairou fährt. Dort kannst du in verschiedene Busse (H7, H23, H24, H35, H36) umsteigen und fährst noch einmal 45 Minuten, bis du in Mutianyu ankommst. Von der Bushaltestelle sind es nur fünf Minuten zu Fuß bis zum Visitor Center. Die Fahrt kostet insgesamt rund zwei Euro. Alternativ kannst du den zweiten Teil auch mit dem Taxi zurücklegen. Daneben gibt es auch einige Touristenbusse, die dich ohne Umstieg direkt nach Mutianyu bringen. Eine Übersicht (auf Englisch) findest du hier

Du bist noch unsicher, was du alles in deinen Rucksack packen musst? Dann schau mal hier vorbei!

Chinesische Mauer - Mutianyu

Angekommen beim Mauerabschnitt Mutianyu steht zunächst der Ticketkauf an. Die Tickets musst du nicht vorher online kaufen, sondern kannst sie problemlos an den Kassen vor Ort erwerben. Denke nur – wie eigentlich überall in China – daran, deinen Reisepass mitzunehmen. An den Kassen kannst du zwischen verschiedenen Möglichkeiten wählen: Obligatorisch ist der Eintritt zur Chinesischen Mauer, der 45 Yuan (5 €) kostet. Dazu kommt ein Shuttlebus, der dich für zusätzliche 15 Yuan (1,90 € hin und zurück) in etwa zehn Minuten zum Fuße der Mauer bringt. Um auf die Mauer hoch zu kommen, hast du drei Optionen: Zum einen gibt es eine geschlossene Gondel, mit der du auf die Mauer hoch und später auch wieder den gleichen Weg zurückfährst. Zum anderen gibt es einen offenen Sessellift, der dich an einen anderen Abschnitt der Mauer bringt. Um wieder runterzukommen, nimmst du dort eine Art Sommerrodelbahn. Beide Varianten kosten One Way 100 Yuan (12,70 €) und hin und zurück 140 Yuan (17,80 €). Wir haben ein Kombiticket gekauft, bestehend aus Eintritt, Shuttlebus und Gondel, was uns 200 Yuan (25 €) pro Person gekostet hat. Wenn du Geld sparen möchtest, kannst du – anstatt einen der beiden Lifte zu nehmen – zur Mauer hoch wandern. Das ist ziemlich anstrengend und dauert um einiges länger, denn du musst circa 1000 Stufen zurücklegen – aber dafür musst du nur den Eintritt zur Mauer (5 €) und den Shuttlebus (1,90 €) zahlen. Übrigens gibt es im Eingangsbereich beim Ticketverkauf eine Gepäckaufbewahrung. Dieser ist zwar nicht abgeschlossen, aber man kann das Gepäck hinter einem Infotresen bei den Mitarbeitern stehen lassen, was praktisch ist, wenn man einen Layover in Peking hat.

Los geht es mit dem Shuttlebus
Die Gondel fährt hoch auf die Mauer

Nach dem Ticketkauf läufst du durch einige Souvenirstände zum Shuttlebus, der nur ein paar Minuten bis zum Startpunkt der Gondel fährt. Die Gondelfahrt war für uns schon das erste Highlight, denn man kann während der Fahrt den ersten Blick auf die Chinesische Mauer werfen und sieht, wie sie sich durch die Berglandschaft schlängelt. Angekommen sind wir mit der Gondel beim Wachtturm Nummer 14. Nimmst du den Sessellift, kommst du weiter südlich beim Wachtturm Nummer 6 raus. Wir hatten vorher gelesen, dass der Abschnitt zwischen den Wachttürmen 14 uns 23 am schönsten sein soll und uns deswegen für diese Variante entschieden. Wenn du mit der Gondel ankommst und dann links läufst, führt der Weg dich bis zu Wachtturm 23, der deutlich höher liegt und damit den wohl besten Blick über die Kulisse bietet. Mutianyu ist generell dafür bekannt, besonders viele Wachttürme zu haben, was natürlich beeindruckend aussieht und auch ein schönes Fotomotiv darestellt. Die Chinesische Mauer ist insgesamt übrigens 22.000 Kilometer lang und damit halb so lang wie der Äquator. Allein der Abschnitt Mutianyu zieht sich über 5400 Kilometer, von denen 22 Kilometer für Touristen zugänglich sind. Auch, wenn man bei einem Besuch natürlich nur ein kleines Stück davon sieht, ist es ein unglaublich beeindruckendes Gefühl, ein mal selbst über die Chinesische Mauer zu laufen.

Eins der modernen sieben Weltwunder
Beeindruckende Kulisse mit den Bergen
Tolles Gefühl, hier zu stehen

Erbaut wurde die Mauer bereits ab dem Jahr 550, aber erst unter der Ming Dynastie zwischen 1368 und 1644 wurde sie ausgebaut. Sie diente als Schutzschild gegen Feinde und sollte insbesondere die Hauptstadt und die kaiserlichen Mausoleen schützen. Der Mauerabschnitt Mutianyu ist im Schnitt zwischen sieben und acht Metern hoch und zwischen vier und fünf Metern breit. Das Bauwerk an sich ist schon super imposant, vor allem, wenn man sich vorstellt, wie die Menschen das vor Jahrhunderten erbaut haben und was sich dort seitdem alles zugetragen haben muss. Aber was uns zusätzlich positiv überrascht hat, ist die Landschaft drum herum. Die grüne Bergkulisse soweit das Auge reicht machen das ganze Erlebnis noch toller. Und was uns beim Abschnitt Mutianyu besonders gut gefallen hat: Es war absolut nicht überlaufen, obwohl wir gegen Mittag bzw. Nachmittag dort waren. Immer mal wieder hatten wir einen Abschnitt ganz für uns alleine und zu keinem Zeitpunkt hatten wir das Gefühl, dass es zu voll wäre. Mutianyu ist vor allem unter chinesischen Touristen eher unbekannt, weil diese vorzugsweise den Abschnitt Badaling besuchen, der von Peking aus schneller und unkomplizierter erreicht werden kann. Insgesamt ist Mutianyu noch recht untouristisch und wenn du früh morgens kommst, hast du sogar gute Chancen, die Mauer eine zeitlang ganz für dich alleine zu haben. 

Mutianyu ist nicht so überlaufen
Die Mauer schlängelt sich kilometerweit
Unser zweites Weltwunder auf Weltreise

Allerdings solltest du die Größe der Chinesischen Mauer nicht unterschätzen. Dadurch, dass es viel bergauf und wieder bergab geht, kann es anstrengend werden und im Sommer wird es ab mittags auch richtig heiß! Generell würden wir dir empfehlen, genug Zeit einzuplanen. Man kann wirklich viel Zeit auf der Mauer verbringen, denn jede Passage sieht nochmal anders aus und es lohnt sich, einige Zeit auf der Mauer entlang zu laufen, sich alles in Ruhe anzuschauen und vielleicht auch das ein oder andere schöne Foto zu schießen. Außerdem dauert es natürlich auch, erst mal die Tickets zu kaufen, durch die Souvenirstände zu laufen, den Bus zu nehmen und dann mit der Gondel oder Seilbahn hochzufahren. Wenn du die Zeit hast, solltest du versuchen, morgens da zu sein und dir den ganzen Tag für diesen unvergesslichen Ausflug einzuplanen.

Tipps für deine Reise

Chinesische Mauer - Fazit

Wer schon mal durch China gereist ist, weiß, dass man so gut wie überall mit Menschenmassen rechnen muss – deswegen waren wir umso überraschter, dass es möglich ist, die Chinesische Mauer ohne viele andere Touristen zu besuchen. Der Mauerabschnitt Mutianyu war erstaunlich ruhig und leer, was die Erfahrung für uns extrem aufgewertet hat. Ein Weltwunder zu besuchen und das dann teilweise auch noch ganz für sich selbst zu haben, ist schon sehr besonders.

Übrigens: Apps und Dienste wie Google Maps, WhatsApp, Instagram und Co., die wir normalerweise täglich nutzen, sind in China eingeschränkt beziehungsweise gesperrt und funktionieren nicht. In diesem Blogbeitrag haben wir alle nützlichen Apps, zum Beispiel zum Bezahlen, Navigieren und Übersetzen, gesammelt, ohne die du in China ziemlich aufgeschmissen bist. Außerdem erklären wir dir dort auch, wie du die Sperren mit VPN und E-SIM umgehen kannst.