Guatemala

Highlights • Route • Kosten

Guatemala - Paradies abseits der Massen

Zu Beginn unserer Weltreise waren wir sechs Wochen lang in Guatemala und danach dachten wie nur: Okay, wie soll dieses Land noch getoppt werden? Während es die meisten Touristen in Mittelamerika nach Mexiko und Costa Rica zieht, fristet Guatemala eher ein Schattendasein, obwohl es vieles von dem vereint, was Mittelamerika ausmacht. Egal ob aktive Vulkane, bunte Kolonialstädte, traumhaft schöne Seen, Mayaruinen im dichten Dschungel und sogar Karibikstrände. Dazu gesellt sich die extreme Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit der Guatemalteken. Wer ein vielseitiges Land mit Abenteuercharakter sucht, wird in Guatemala sein Paradies finden. Und spart dabei viel Geld im Vergleich zu Costa Rica!

Guatemala - Wichtige Infos

Wie in allen Ländern in Mittelamerika, gelten auch in Guatemala die Monate von November bis März als beste Reisezeit, da dort Trockenzeit herrscht. Übrigens: Guatemala gilt als das Land des ewigen Frühlings (el país de la eterna primavera). Die Temperaturen sind das ganze Jahr über recht konstant und die Landschaft blüht immer grün.

Als deutscher Staatsbürger brauchst du für Guatemala kein Visum. Du kannst insgesamt bis zu 90 Tage visafrei in Guatemala, Honduras, El Salvador und Nicaragua reisen (CA-4 Abkommen).

Das kommt darauf an, wie viel du vom Land sehen willst. Wenn du nicht allzu viel Zeit hast, lohnt sich auch schon eine zweiwöchige Reise, bei der du beispielsweise Antigua und den Lake Atitlán besuchen kannst. Mehr Zeit ist aber immer gut, denn Guatemala ist sehr vielseitig und hat richtig viele Highlights zu bieten. Für eine komplette Rundreise würden wir vier Wochen empfehlen.

In Guatemala zahlst du mit dem Quetzal (GTQ), wobei ein Euro circa 8,5 Quetzal entspricht. Abgesehen von den großen Supermärkten und einigen Restaurants haben wir alles bar zahlen müssen. Zum Geld abheben empfiehlt sich eine gute Reisekreditkarte, wie die kostenlose Visa Debitkarte von der DKB*, mit der du weltweit kostenlos Geld abheben kannst. An den ATMs in Guatemala kannst du maximal 2000 Quetzal (ca. 235 €) abheben, wobei eine Geldautomatengebühr von 4 bis 5 € fällig wird.

Grundsätzlich ist Guatemala ein günstiges Reiseland, vergleichbar mit Mexiko. Etwas teurer als Nicaragua, aber deutlich günstiger als beispielsweise Costa Rica. Allerdings haben sich die Preise in letzter Zeit in Guatemala ziemlich erhöht und ganz so günstig wie wir es erleben konnten, scheint es nicht mehr zu sein.

Dein Englisch wird in Guatemala meistens auf taube Ohren stoßen. Selbst an den touristischsten Orten werden dich die Leute auf Spanisch ansprechen und Englisch ist eine absolute Ausnahme. Egal ob in Hostels, Restaurants, bei Touren oder bei Transporten. Ein bisschen Spanisch zu sprechen ist daher extrem hilfreich, aber definitiv kein Muss. Wir haben genug Leute getroffen, die ohne Spanisch Sprachkenntnisse durchs Land gereist sind. Denn mit Händen und Füßen verständigen klappt dann irgendwie doch immer – oder jemand hilft beim Übersetzen.

Wir empfehlen dir, dir eine lokale SIM Karte zu kaufen, denn das Wlan in den Unterkünften funktioniert oftmals nicht wirklich gut. SIM Karten von Tigo und Claro bekommt man in jedem Ort oder auch in größeren Supermärkten direkt an der Kasse. Man kann zwischen verschiedenen Paketen (Anzahl GB) und Laufzeiten (ein Tag bis mehrere Wochen) wählen und eine unbegrenzte Social Flat (Instagram, Facebook, WhatsApp, Twitter) gehört zum Standard. 7 Tage mit 4 GB kosten bei Claro beispielsweise Q30 (ca. 3,50 €). Tipp: Kaufe die SIM Karte nicht direkt am Flughafen, denn dort ist sie deutlich teurer. Gleiches gilt für die Angebote von e-SIMs.

Der Länderguide als Video

Alles Infos und Highlights aus diesem Länderguide findest du auch auf unserem YouTube Kanal.

Guatemala - Allgemeines

Guatemala ist ein ganz besonders Land, denn nirgendwo anders auf der Welt leben so viele Angehörige der Völkergruppe der Maya, zu denen heute schätzungsweise noch etwa 6 Millionen Menschen zählen. Diese machen mit fast 42% den zweitgrößten Anteil der Gesamtbevölkerung in Guatemala aus (nach den europäisch stämmigen bzw. europäisch-indigenen). Kein Wunder, denn die Region war lange das Hauptsiedlungsgebiet der Maya, wovon heute noch unzählige Ruinen zeugen. Wir wollen hier niemanden mit historischen Daten und Fakten langweilen, aber die Geschichte eines Landes erklärt oft dessen heutige Kultur und Gegenwart. Von daher gibt es für alle Interessierten einen kleinen und verallgemeinerten Abschnitt zu der Geschichte Guatemalas.

Zurück zu den Maya: In ihrer Hochzeit von 250 bis etwa 900 n. Chr. lag mit Tikal sogar die bedeutendste Mayastätte im heutigen Guatemala. Ab dem 16. Jahrhundert eroberten die Spanier gewaltsam die gesamte Region und versuchten die Maya erfolglos zu missionieren, wobei sich die heutige Mayakultur auch mit christlichen Bräuchen vermischt hat.

1821 erklärte man sich unabhängig von den Spaniern und trat kurzzeitig dem mexikanischen Kaiserreich und danach der zentralamerikanischen Konförderation bei, bevor man 1839 die vollständige Eigenstaatlichkeit erreichte. Doch die Folgejahre waren von Machtspielen, Rebellionen und verschiedenen Militärdiktaturen geprägt, wodurch das Land lange politisch sehr instabil war. Die Vereinigten Staaten von Amerika trugen in den 1950er Jahren ihren Teil dazu bei, als man das Land aus Angst vor der Ausbreitung des Kommunismus und vor allem aus eigenen wirtschaftlichen Interessen weiter destabilisierte und rechtsgerichtete Militärdiktaturen unterstützte. Daraus entwickelte sich sogar ein langjähriger Bürgerkrieg mit schätzungsweise 250.000 Opfern (darunter viele Mayas), der erst 1990 endete.

Bis heute hat Guatemala mit Korruption zu kämpfen und hochrangige Politiker landen während oder nach ihrer Amtszeit immer wieder im Gefängnis. Dazu ist die systematische Diskriminierung der Maya immer noch ein Problem. Zudem kam es nach den Wahlen 2023 zu landesweiten Protesten, nachdem der progressive Solzialdemokrat Bernardo Arévalo die Stichwahl überraschend gewonnen hatte, da die politischen und wirtschaftlichen Eliten einen Machtwechsel verhindern wollen. Darüber hinaus gibt es nach wie vor regionale Konflikte sowie Bandenkriminalität, aber als Backpacker nimmt man diese internen Probleme kaum war. Zum Thema Sicherheit kommen wir später noch.

Soviel zu der sehr interessanten Geschichte von Guatemala. Aber gehen wir nun in die Gegenwart und kommen zu den touristisch relevanteren Aspekten: Guatemala liegt geografisch exakt auf halber Strecke zwischen Nord- und Südamerika. Es grenzt im Norden an Mexiko, im Osten an Belize, im Südosten an Honduras und im Süden an El Salvador. Die präsidentielle Republik wird von der Hauptstadt Guatemala-Stadt aus verwaltet.

Die Bevölkerung ist überwiegend jung, zwei Drittel der Menschen sind jünger als 40 Jahre. Mehr als die Hälfte von ihnen sind europäischer oder europäisch-indigener Abstammung. Der Rest sind Angehörige der Maya-Völkergruppen. Bis heute ist der Einfluss der Ureinwohner, vor allem auf religiösem Gebiet, spürbar. Mayarituale mixen sich mit dem vorherrschenden Christentum. Landessprache ist Spanisch, aber vielerorts werden auch zahlreiche Mayadialekte gesprochen. Das Klima ist tropisch, der Regenwald macht rund ein Drittel der gesamten Staatsfläche aus. Auch wenn Guatemala die größte Volkswirtschaft im mittelamerikanischen Raum ist, leben zwei Drittel der Menschen in Armut, während Angehörige der Oberschicht – auch aufgrund von Korruption – immer reicher werden. Der Export von Kaffee spielt für die guatemaltekische Wirtschaft eine tragende Rolle und auch der Tourismus wird immer wichtiger.

Vulkanlandschaften im Westen
Tiefer Dschungel weiter im Osten

Guatemala gliedert sich in zwei flache Plateaus im Norden und Süden sowie eine zentral gelegene Hochebene, in der auch die Hauptstadt Guatemala-Stadt liegt, in der mehr als eine Million Menschen leben. Der Ballungsraum dient als Kultur- und Wirtschaftszentrum. Das umliegende Hochland erreicht eine maximale Höhe von 3.000 Metern. Höchster Punkt des Landes und ganz Mittelamerikas ist der Vulkan Tajumulco mit seinen 4.220 Metern. Wir haben das Land mal in folgende Regionen aufgeteilt:

  • Der Norden bzw. Petén, der knapp ein Drittel der Fläche Guatemalas umfasst und als Ursprungsgebiet der Maya gilt. Hier befindet sich mit Tikal auch eine der größten und bedeutungsvollsten Mayaruinen
  • Das durch eine Vulkanlandschaft geprägte Hochland mit der Hauptstadt Guatemala City und vielen Highlights wie der ehemaligen Kolonialstadt Antigua, dem Lake Atitlán und Semuc Champey
  • Die ziemlich remote liegende Karibikküste mit der Küstenstadt Livingston, die nur per Boot erreicht werden kann und einen der schönsten Strände des Landes hat. Dazu kommt der wunderschöne Fluss Rio Dulce
  • Die Pazifikküste mit dem bekannten Ort El Paredon, der vor allem bei Surfern beliebt ist

Guatemala - Highlights

Obwohl Guatemala nicht besonders groß ist, hat es wahnsinnig viel zu bieten und ist sehr abwechslungsreich: die Mayaruinen im tiefen Dschungel im Norden des Landes, Flusslandschaften und Karibikflair im Osten, Surferstrände im Westen und da haben wir mit dem Hochland noch gar nicht angefangen. Dort findest du die wunderschöne ehemalige spanische Kolonialstadt Antigua, den malerischen Lake Atitlán, das Naturschauspiel Semuc Champey oder du kannst aktive Vulkane besteigen.

Antigua
Antigua ist für viele der Startpunkt ihrer Guatemalareise. Denn wer mit dem Flugzeug anreist, landet in Guatemala City, wo sich die meisten nicht weiter aufhalten, sondern gleich weiter in das circa eine Autostunde entfernte Antigua fahren. Die ehemalige spanische Kolonialstadt gehört mit ihren bunten Häusern, süßen Gassen und alten prachtvollen Gebäuden und Ruinen zu den schönsten Städten in ganz Mittelamerika. Dazu kommt die unfassbare Landschaft, die die Stadt umgibt: Denn Antigua liegt direkt zu Füßen von gleich drei Vulkanen. Außerdem herrscht dort ein sehr angenehmes Klima und es gibt eine riesige Auswahl an guten und günstigen Cafés, Restaurants und Bars.

Acatenango und Fuego Vulkan
Das absolute Highlight einer jeden Guatemalareise ist die Besteigung des Vulkans Acatenango. Die Tour wird von Antigua aus angeboten, dauert zwei Tage, ist echt anstrengend und es wird sau kalt. Aber es lohnt sich sowas von: Vom Basecamp aus hat man einen mega Blick auf den aktiven Vulkan Fuego, der rund alle 20 Minuten ausbricht. Die Nacht verbringt man auf Zelten oder Hütten in 3600 Metern Höhe, bevor es am nächsten Morgen auf den Summit des Acatenango geht. Der Sonnenaufgang über den Wolken auf knapp 4000 Metern mit Blick auf einen der aktivsten Vulkane der Welt – für uns war es definitiv eine der krassesten Erfahrungen, die wir auf unseren bisherigen Reisen machen durften!

Lake Atitlán
Wer auf der Suche nach Entspannung und tollen Sonnenuntergängen ist, der ist am Lake Atitlán, der zu den schönsten Seen Mittelamerikas zählt, genau richtig. Das Wasser ist tiefblau und der See liegt inmitten einer grünbewachsenen Bergkette zwischen den drei Vulkanen San Pedro, Atitlán und Tolimán. Drum herum liegen viele verschiedene kleine und größere Orte, von denen jeder einzelne einen besonderen und individuellen Charakter aufweist: Vom wuseligen Panajachel, über die Backpacker-Hochburg San Pedro und den authentischen und wenig touristischen Ort Santiago bis hin zum entspannten und spirituell angehauchten San Marcos ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Xela
Quetzaltenango, oder kurz Xela, im Westen des Landes ist die zweitgrößte Stadt Guatemalas, versprüht aber trotz der 150.000 Einwohner ehrlicherweise kaum Großstadtflair, hat also einen ruhigen und entspannten Vibe. Weil nur wenige Backpacker den Ort auf ihrer Rundreise mitnehmen, repräsentiert er das authentische Leben in Guatemala, hat viele schöne Ecken und liegt zudem in atemberaubender Landschaft umgeben von mehreren Vulkanen. Bei einem Hike auf den Vulkan Santa Maria kannst du einem der drei aktiven Vulkane des Landes, dem Santiaguito, nahe kommen oder du wanderst auf den Tajumulco – den höchsten Punkt Mittelamerikas. 

Semuc Champey
Das Naturschauspiel Semuc Champey liegt mitten im guatemaltekischen Dschungel und besteht aus einem unterirdischen Fluss, sechs wunderschön türkisblauen Wasserbecken zum Schwimmen, Viewpoints und Wasserfällen. Außerdem kannst du, nur mit einer Kerze ausgestattet, durch eine ansonsten stockdunkle Höhle wandern und kriechen oder in einer anderen Höhle zehntausenden von Fledermäusen begegnen. Wer es ruhiger mag, leiht sich einen Reifen aus und genießt die atemberaubende Kulisse beim Tubing – dem Treiben über den Fluss. Das Schöne ist, dass man keine geführte Tour buchen muss, sondern den Nationalpark auch auf eigene Faust erkunden kann.

Tikal und Flores
Die tief im Dschungel versteckten Tempelruinen in Tikal gehören zu den größten und bedeutendsten Bauwerken der Mayakultur und sind eine der am besten erforschten Mayastätten – auch wenn man schätzt, dass circa 10.000 Gebäude noch gar nicht ausgegraben wurden. Das plötzliche Verschwinden dieser Kultur um 950 n. Chr. stellt die Wissenschaft bis heute vor Fragezeichen. Heute ist der Tikal Nationalpark Unesco Weltkulturerbe und Weltnaturerbe und zurecht einer der größten Touristenattraktionen Guatemalas. Doch neben den Tempeln ist auch der auf einer Halbinsel gelegene Ausgangsort Flores mit seinem gemütlichen Charme einen längeren Besuch wert.

Rio Dulce und Livingston
Der Osten Guatemalas ist zum Teil nur mit dem Boot zu erreichen und damit ziemlich remote – aber gerade das macht seinen Charme aus. Ankunftsort ist Rio Dulce, eine hektische, laute und nicht besonders schöne Stadt. Von hier aus geht es mit dem Boot weiter, denn an den Ufern des gleichnamigen Flusses liegen wunderschöne Unterkünfte mitten im Dschungel. Folgt man dem Fluss weiter gen Osten, kommt man an die Karibikküste, an der das Städtchen Livingston liegt. Dort leben die Garifuna, die einzige dunkelhäutige afrokaribische Volksgruppe Guatemalas mit ihrer einzigartigen Kultur. Außerdem findest du hier mit dem Playa Blanca einen der schönsten Strände des Landes.

Honorable Mentions
Wir haben in unseren sechs Wochen vor Ort schon recht viel vom Land gesehen und auch einige Ecken mitgenommen, die nicht unbedingt auf der typischen Backpackerroute liegen. Dennoch gibt es neben den Highlights, die wir eben aufgeführt haben, noch ein paar weitere schöne Orte und Sehenswürdigkeiten in Guatemala, die wir nicht unerwähnt lassen wollen.

Wer gerne surft (oder es lernen möchte), für den ist El Paredon der Place to be in Guatemala. Der an der Pazifikküste gelegene kleine Küstenort ist ungefähr zweieinhalb Stunden von Antigua entfernt. Der kleine Fischerort soll noch recht verschlafen und wenig touristisch sein. Viel zu tun gibt es dort nicht, aber wenn du Lust auf ein paar Tage Strandurlaub hast oder eben surfen willst, kommst du hier voll auf deine Kosten.

Der El Mirador Trek ist eine fünf- oder sechstägige Wanderung zu einer der ältesten Mayaruinen, die im Norden Guatemalas mitten im Dschungel liegen und nur zu Fuß (oder für alle, bei denen der Euro etwas lockerer sitzt, mit dem Helikopter) zu erreichen sind. Du wanderst zwei Tage hin, hast dann einen Tag vor Ort, um El Mirador zu erkunden und dann geht es zwei Tage wieder zurück. Es gibt die Tour auch in der sechstätigen Variante, bei der noch eine weitere Mayaruine besucht wird. Die Erfahrung, mehrere Tage ohne Strom und Internet, abgeschnitten von der Zivilisation durch den Dschungel zu wandern, muss einmalig sein – hat aber auch seinen Preis (rund 360 €).

In der kleinen Stadt Chichicastenango oder kurz Chichi findet zwei Mal in der Woche einer der größten Märkte ganz Mittelamerikas statt. Jeden Donnerstag und Sonntag verwandelt sich der Ort, der nördlich des Lake Atitláns liegt, in einen Anziehungspunkt für Locals und Touristen. Der Markt hat seinen Fokus auf Textilien; verkauft werden in erster Linie traditionelle Mayakleidung und -stoffe. Auch wenn du nichts kaufen willst, lohnt es sich, einen halben Tag dort zu verbringen, um diese ganz besondere, hektische Stimmung vor Ort zu erleben. Tipp: Mach einen Abstecher zum farbenfrohen Friedhof, der nur ein paar Minuten vom Markt entfernt liegt.

Die Laguna Brava (der wilde See) ist der zweitgrößte See Guatemalas und wunderschön: türkisfarbenes Wasser, ein toller Wasserfall, umgeben von begrünten Bergen. Allerdings gibt es einen Grund, warum sich hier kaum ein Besucher hin verirrt: Die Laguna Brava liegt richtig weit ab vom Schuss, nah an der mexikanischen Grenze zu Chiapas, aber die nächstgelegene größere Stadt in Guatemala, Huehuetenango, liegt gut fünf Stunden entfernt. 

Du bist noch unsicher, was du alles in deinen Rucksack packen musst? Dann schau mal hier vorbei!

Guatemala - Route

Für die hier vorgestellte Route solltest du drei bis vier Wochen einplanen – abhängig davon, wie viel du sehen willst und wie schnell du reisen möchtest. Bei Backpackern hat sich eine typische Reiseroute entwickelt, die die meisten Highlights abdeckt und dir als Grundgerüst für deine Planung dienen kann.

Reist du mit dem Flugzeug an, wirst du in Guatemala City ankommen. Dort musst du dich nicht weiter aufhalten (das wird aus Sicherheitsgründen auch eher nicht empfohlen), sondern kannst dich direkt auf den Weg nach Antigua machen, wo unsere Rundreise gestartet ist. Alle Preise sind, wenn nicht anders angegeben, pro Person.

Wir haben über unsere Sprachschule ein Shuttle gebucht, das uns am Flughafen abgeholt und zu unserer Gastfamilie in Antigua gefahren hat. Dafür haben wir zusammen 45 € gezahlt. Mit öffentlichen Shuttles oder Uber geht das auch günstiger, aber da es unsere erste Fahrt in Guatemala war, haben wir uns für die bequemste Variante entschieden. Mehr Infos, wie du von Guatemala City nach Antigua kommst, findest du hier.

Für die Weiterreise von Antigua nach Panajachel am Lake Atitlán empfiehlt sich ein Shuttle. Die Preise für Shuttles sind immer Verhandlungssache, aber du kannst so mit 100 GTQ (11,50 €) rechnen.

Wir sind von Panajachel am Lake Atitlán aus mit den öffentlichen Bussen, den Chickenbussen, nach Xela gefahren. Auch wenn wir zwei Mal umgestiegen sind, war es echt easy – und vor allem günstig (33,50 GTQ = 4 €). Von der Busstation in Xela zum Hostel kannst du einen Minivan nehmen (5 GTQ = 0,60 €). Weitere Details zur Anreise findest du hier.

Die Strecke von Xela nach Lanquin (Ausgangspunkt für Semuc Champey) war unsere längste und teuerste: Ganze 12 Stunden saßen wir im Shuttle und haben dafür 450 GTQ (52,50 €) ausgegeben! Das ist echt teuer, aber dafür fährst du auch ein mal quer durchs halbe Land.

Von Lanquin (Ausgangsort für Semuc Champey) ging es wieder weiter mit dem Shuttle nach Flores (Ausgangsort für Tikal). Das hat rund 9 Stunden gedauert und uns 225 GTQ (26 €) gekostet.

Und auch von Flores (Ausgangsort für Tikal) nach Rio Dulce ist das Shuttle wieder die beste Option: Die vierstündige Fahrt war mit 100 GTQ (11,70 €) recht günstig.

Von Rio Dulce geht es nur noch mit dem Boot weiter Richtung Osten in das Städtchen Livingston an der Karibikküste. Die Fahrt mit dem öffentlichen Boot, das zwei Mal am Tag fährt, kostet 125 GTQ (14,60 €) und macht richtig Spaß!

Von Livingston gibt es mehrere Möglichkeiten zurück nach Guatemala City. Du kannst entweder mit dem Boot zurück nach Rio Dulce fahren (125 GTQ = 14,60 €). Von da aus kannst du einen Shuttle (tagsüber oder Nachtbus) für 125 GTQ (14,60 €) nach Guatemala City nehmen. Oder du nimmst ein Boot für 50 GTQ (5,80 €) nach Puerto Barrios und fährst von dort aus mit einem Bus für rund 100 GTQ (11,60 €) nach Guatemala City.

Bunt angemalte Chickenbusse
Ein typisches Touristenshuttle
Boote heißen hier Lanchas

Du kannst die Shuttles entweder vor Ort (Tour Agencies, Hostels) oder auch online buchen. Wir haben dazu oft Gekko Trails Explorer genutzt, aber auch bei bookaway.com* findest du einige Strecken. Viele Fahrten kannst du statt mit einem Touristen Shuttle auch mit den öffentlichen Bussen machen. Das dauert in der Regel länger und du musst je nach Strecke mehrmals umsteigen, aber du sparst natürlich viel Geld. Die einzige längere Strecke, wir mit den Chickenbussen gemacht haben, war von Panajachel nach Xela, aber wir haben auch andere Reisende getroffen, die ihre komplette Rundreise kein einziges Mal ein Shuttle betreten haben – es ist also durchaus möglich und hängt letztlich von deinen Präferenzen ab.

Lohnt sich eine Reise für zwei Wochen?
Auf jeden Fall! Wer etwas weniger Zeit mitbringt, kann sich entweder auf Antigua und den Lake Atitlán beschränken oder zusätzlich noch einen Stop an den Stränden an der Pazifikküste in El Paredón einlegen. Mit einem Inlandsflug von Guatemala City nach Flores und wieder zurück könnte man sogar noch die Mayaruinen in Tikal mitnehmen, ohne die beschwerliche und lange Anreise mit dem Bus in Kauf zu nehmen.

Guatemala - Kosten

Guatemala ist ein günstiges Reiseland, etwa vergleichbar mit Mexiko. In unseren 42 Tagen vor Ort haben wir 1.718 € pro Person beziehungsweise 40 € am Tag pro Person ausgegeben. Beachte: Darin enthalten sind zwei Wochen Spanisch Sprachkurs. In dieser Zeit haben wir in einer Gastfamilie gelebt und dort täglich drei Mahlzeiten bekommen. Daher sind unsere Kosten für Essen und Trinken wahrscheinlich etwas geringer. Seit unserer Reise im Februar 2022 ist Guatemala allerdings deutlich teurer geworden, besonders in der Hauptreisezeit von Dezember bis April. Trotzdem sind wir der Meinung, dass man für sein Geld wirklich viel geboten bekommt. Aber du du solltest immer verhandeln und Preise vergleichen, um etwas zu sparen. Und noch ein Tipp: Dollar werden nur selten akzeptiert und wenn dann nur Scheine im perfekten Zustand. Unsere Kosten pro Person sehen im Detail wie folgt aus:

Die ersten zwei Wochen haben wir in einer Gastfamilie in Antigua gelebt, danach hatten wir immer Doppelzimmer in eher günstigen Hostels oder Homestays. Meistens mit eigenem Bad und falls möglich mit einer Küche. Ein Zimmer mit Klimaanlage hatten wir nur ein einziges mal in Flores.

In unseren ersten beiden Wochen wurden wir von der Familie verpflegt, danach sind wir häufig günstig essen gegangen, haben aber auch, wenn es im Hostel eine Küche gab, selbst gekocht.

Wir haben meistens Shuttle genutzt, die nicht immer günstig waren. Wenn man auf Chickenbusse, also auf den lokalen Nah- und Fernverkehr zurückgreift, kommt man hier deutlich günstiger weg. Neben den Shuttles sind hier auch die Kosten für die Lanchas (Boote) enthalten.

Der größte Kostenpunkt ist hier der zweitägige Acatenango Hike, aber auch ansonsten haben wir einige Touren gemacht. Hinzu kommen Eintrittspreise, beispielsweise für Tikal.

Das ist ehrlicherweise etwas zu viel. Wir haben uns SIM Karten von Claro gekauft und die mehrmals verlängert, was preislich fair war. Allerdings haben wir in unserer Gastfamilie unverhältnismäßig viel für Wlan bezahlt, was im Endeffekt nicht wirklich funktioniert hat.

Ein nicht zu unterschätzender Kostenpunkt sind die Abhebungsgebühren. Die variieren leicht von Bank zu Bank, aber wir mussten für jede Abhebung 5 € zahlen und man kann immer maximal 235 € abheben. Da eigentlich alle Unterkünfte und Shuttles nur bar gezahlt werden können, braucht man viel Bargeld und die Gebühren summieren sich ganz schön.

Wir sind nur mit Handgepäck unterwegs und haben Klamotten für etwas mehr als eine Woche dabei. Das heißt, wir waschen recht häufig, was in Guatemala aber ziemlich günstig ist.

Helen hat sich auf dem Markt in Antigua eine Second Hand Hose und in einem Straßenverkauf in Livingston ein Top für jeweils drei Euro gekauft.

Unter der Kategorie Verschiedenes läuft in diesem Fall vor allem unser zweiwöchiger Spanisch Sprachkurs in Antigua (200 €). Dazu kommen Kleinigkeiten wie Mückenspray und Frisörbesuche.

Guatemala - Unterkünfte

Hängematte im Hostel
Doppelzimmer in Livingston

Wir haben im Durchschnitt etwa 25 € pro Nacht für ein einfaches Doppelzimmer mit eigenem Bad gezahlt. Während du in den höheren Lagen keine Klimaanlage brauchst, ist es an der Pazifik- und Karibikküste sowie in Flores durchaus eine Überlegung wert. Das kostet etwas mehr, denn im Gegensatz zu Südostasien sind Klimaanlagen kein Standard. Eine eigene Küche spart immer etwas Geld, wenn man selbst kochen kann.

StadtHostel€ pro Nacht
AntiguaHotel Vista al Cerro*23 €
Panajachel (Lake Atitlan)Hospedaje Santo Domingo*21 €
San Pedro (Lake Atitlan)Hotel Tinamit*
17 €
XelaHotel Casa Kamelot*25 €
Flores (Tikal)Casa Maya Itza*32 € (mit A/C)
Rio DulceHotel Casa Perico*21 € (Gemeinschaftsbad)
LivingstonCasa de la Iguana*20 €

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Guatemala - Sicherheit

Eine Frage, die wir uns vor der Reise oft selbst gestellt haben: Ist Mittelamerika bzw. Guatemala sicher? Kurze Antwort: Ja! Wir haben uns in den sechs Wochen nie unsicher gefühlt. Zugegebenermaßen waren wir selten nachts unterwegs und haben versucht, immer bei Tageslicht irgendwo anzukommen. Auf der anderen Seite ist Horst ständig mit Kamera rumgerannt. Wer tagsüber auf den gängigen Routen unterwegs ist, sollte sich wirklich nicht zu viele Gedanken machen.

Trotzdem wollen wir niemandem zur Leichtsinnigkeit raten, denn nicht umsonst sieht man viel Stacheldraht und bewaffnetes Sicherheitspersonal. Dennoch: Touristen werden selten Opfer von Kriminalität und wer wachsam ist, reduziert sein Risiko schon enorm. In all der Zeit haben wir auch niemanden getroffen, der uns irgendwelche Horrorgeschichten erzählt hat. Ganz im Gegenteil: Die Guatemalteken waren immer gastfreundlich und hilfsbereit!

Guatemala - Fazit

Guatemala ist als Reiseland völlig unterschätzt, dabei hat es so viel zu bieten: aktive Vulkane, traumhafte Seen, unberührten Dschungel, Mayaruinen, Karibikküste – mehr Abwechslung geht kaum. Für uns war Guatemala das erste Land unserer Weltreise und wird allein schon deswegen immer einen besonderen Platz in unserem Herzen haben. Wir haben uns in Land und Leute verliebt und fühlen uns dort so wohl, dass wir ganz bestimmt noch einmal wiederkommen werden! Wenn du über eine Reise nach Mittelamerika nachdenkst, zieh doch anstelle von Mexiko oder Costa Rica auch mal den noch unbekannteren Nachbarn Guatemala in Betracht – wir sind uns sicher: Du wirst es nicht bereuen!

Guatemala - Blogbeiträge

Karibikflair in Guatemala

17.03.2022

Aktive Vulkane, traumhafte Seen, grüner Dschungel, Mayaruinen – und jetzt auch noch Karibikstrände? In Guatemala gibt es nichts, was es nicht gibt! Livingston und der Playa Blanca gelten als die schönsten Küstenorte, aber ein Stop in Rio Dulce auf dem Weg dorthin gehört zum Pflichtprogramm!

Lesezeit: 5 Minuten

Flores & Mayaruinen Tikal

15.03.2022

Die Tempelruinen in Tikal gehören zu den bedeutendsten Bauwerken der Mayakultur. Das plötzliche Verschwinden dieser Kultur um 950 n. Chr. stellt die Wissenschaft bis heute vor Fragezeichen. Doch neben den Tempeln selbst ist der Ausgangsort Flores ebenfalls einen längeren Besuch wert.

Lesezeit: 6 Minuten

Xela und Santiaguito

08.03.2022

Nach Xela, offiziell Quetzaltenango, verirren sich nur wenige Touristen. Wir waren ein paar Tage vor Ort und können jedem einen Besuch nur ans Herz legen! Die zweitgrößte Stadt Guatemalas präsentiert sich sehr authentisch und ein Ausflug zum aktiven Vulkan Santiaguito ist ein echtes Highlight.

Lesezeit: 7 Minuten

Lake Atitlán Guide

26.02.2022

Der Lago de Atitlán gehört zu den schönsten Seen in ganz Mittelamerika. Das Wasser ist tiefblau und der See liegt inmitten einer grünbewachsenen Bergkette zwischen drei Vulkanen und lockt mit gutem Wetter. Jeder Ort am See hat seinen eigenen Charakter und wir zeigen dir, was für dich passt.

Lesezeit: 7 Minuten

Fuego & Acatenango Hike

20.02.2022

Der 2-Day-Hike auf den Acatenango ist ohne Zweifel eine der krassesten Erfahrungen, die wir jemals gemacht haben. Vom Basecamp auf 3600 und vom Gipfel des Acatenango auf 4000 Metern hat man einen unfassbaren Blick auf den aktiven Vulkan Fuego, der alle 20 Minuten ausbricht.

Lesezeit: 6 Minuten

Highlights in Antigua

16.02.2022

Antigua gilt als die schönste Stadt in ganz Guatemala. Und nach mehr als zwei Wochen vor Ort können wir das gut nachvollziehen und bestätigen. In diesem Blogpost wollen wir dir eine kleine Übersicht über diese Perle in Mittelamerika geben und zeigen, was du auf jeden Fall nicht verpassen solltest!

Lesezeit: 7 Minuten