Guatemala

Länderguide: Highlights, Routen, Kosten

Paradies abseits der Massen

Zu Beginn unserer Weltreise waren wir sechs Wochen lang in Guatemala und danach dachten wie nur: Okay, wie soll dieses Land noch getoppt werden? Während es die meisten Touristen in Mittelamerika nach Mexiko und Costa Rica zieht, fristet Guatemala eher ein Schattendasein, obwohl es vieles von dem vereint, was Mittelamerika ausmacht. Egal ob aktive Vulkane, bunte Kolonialstädte, traumhaft schöne Seen, Mayaruinen im dichten Dschungel und sogar Karibikstrände. Dazu gesellt sich die extreme Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit der Guatemalteken. Wer ein vielseitiges Land abseits der Touristenmassen sucht, wird in Guatemala sein Paradies finden. Und spart dabei viel Geld im Vergleich zu Costa Rica!

Short Facts

Einwohner: 17 Mio.

Guatemala hat etwa so viel Einwohner wie die Niederlande und in keinem anderen Land leben so viele Nachkommen der Maya wie dort.

Fläche: 110.000 km²

Guatemala ist vergleichsweise klein und etwa so groß wie Island. Trotzdem landschaftlich divers und hat Küsten am Pazifik und der Karibik.

Währung: Quetzal

Der Quetzal (GTQ) hatte im Jahr 2022 etwa folgenden Umrechnungskurs: 1 EUR = 8 GTQ. Das Preisniveau ist vergleichsweise gering bis mittel.

Einreise: Frei bis 90 Tage

Innerhalb dieser 90 Tage kannst du auch ohne Visum nach Honduras, El Salvador und Nicaragua reisen (CA-4 Abkommen)

Reisezeit: Oktober bis April

Wie in allen Ländern in Mittelamerika gelten die Monate von Oktober bis April als beste Reisezeit, da dort Trockenzeit herrscht.

Strom: Typ A und B

Für Guatemala brauchst du einen Steckeradapter mit einem Anschluss für Typ A oder B. Also die "US-amerikanischen" Stecker.

Videoländerguide

Der Länderguide als Video

Alles Infos und Highlights aus diesem Länderguide findest du auch auf unserem YouTube Kanal.

Allgemeines

Guatemala ist ein ganz besonders Land, denn nirgendwo anders auf der Welt leben so viele Angehörige der Völkergruppe der Maya, zu denen heute schätzungsweise noch etwa 6 Millionen Menschen zählen. Diese machen mit fast 42% den zweitgrößten Anteil der Gesamtbevölkerung in Guatemala aus (nach den europäisch stämmigen bzw. europäisch-indigenen). Kein Wunder, denn die Region war lange das Hauptsiedlungsgebiet der Maya, wovon heute noch unzählige Ruinen zeugen. Wir wollen hier niemanden mit historischen Daten und Fakten langweilen, aber die Geschichte eines Landes erklärt oft dessen heutige Kultur und Gegenwart. Von daher gibt es für alle Interessierten einen kleinen und verallgemeinerten Abschnitt zu der Geschichte Guatemalas.

Zurück zu den Maya: In ihrer Hochzeit von 250 bis etwa 900 n. Chr. lag mit Tikal sogar die bedeutendste Mayastätte im heutigen Guatemala. Ab dem 16. Jahrhundert eroberten die Spanier gewaltsam die gesamte Region und versuchten die Maya erfolglos zu missionieren, wobei sich die heutige Mayakultur auch mit christlichen Bräuchen vermischt hat.

1821 erklärte man sich unabhängig von den Spaniern und trat kurzzeitig dem mexikanischen Kaiserreich und danach der zentralamerikanischen Konförderation bei, bevor man 1839 die vollständige Eigenstaatlichkeit erreichte. Doch die Folgejahre waren von Machtspielen, Rebellionen und verschiedenen Militärdiktaturen geprägt, wodurch das Land lange politisch sehr instabil war. Die Vereinigten Staaten von Amerika trugen in den 1950er Jahren ihren Teil dazu bei, als man das Land aus Angst vor der Ausbreitung des Kommunismus und vor allem aus eigenen wirtschaftlichen Interessen weiter destabilisierte und rechtsgerichtete Militärdiktaturen unterstützte. Daraus entwickelte sich sogar ein langjähriger Bürgerkrieg mit schätzungsweise 250.000 Opfern (darunter viele Mayas), der erst 1990 endete.

Bis heute hat Guatemala mit Korruption zu kämpfen und hochrangige Politiker landen während oder nach ihrer Amtszeit immer wieder im Gefängnis. Dazu ist die systematische Diskriminierung der Maya immer noch ein Problem. Auch wenn sich dieser kurze Abriss der Geschichte etwas tragisch liest, ist die heutige Situation in Guatemala vergleichsweise akzeptabel. Es gibt nach wie vor regionale Konflikte sowie Bandenkriminalität, aber als Backpacker nimmt man diese internen Probleme kaum war. Zum Thema Sicherheit kommen wir später noch.

Soviel zu der sehr interessanten Geschichte von Guatemala. Aber gehen wir nun in die Gegenwart und kommen zu den touristisch relevanteren Aspekten: Guatemala liegt geografisch exakt auf halber Strecke zwischen Nord- und Südamerika. Es grenzt im Norden an Mexiko, im Osten an Belize, im Südosten an Honduras und im Süden an El Salvador. Die präsidentielle Republik wird von der Hauptstadt Guatemala-Stadt aus verwaltet.

Die Bevölkerung ist überwiegend jung, zwei Drittel der Menschen sind jünger als 40 Jahre. Mehr als die Hälfte von ihnen sind europäischer oder europäisch-indigener Abstammung. Der Rest sind Angehörige der Maya-Völkergruppen. Bis heute ist der Einfluss der Ureinwohner, vor allem auf religiösem Gebiet, spürbar. Mayarituale mixen sich mit dem vorherrschenden Christentum. Landessprache ist Spanisch, aber vielerorts werden auch zahlreiche Mayadialekte gesprochen. Das Klima ist tropisch, der Regenwald macht rund ein Drittel der gesamten Staatsfläche aus. Auch wenn Guatemala die größte Volkswirtschaft im mittelamerikanischen Raum ist, leben zwei Drittel der Menschen in Armut, während Angehörige der Oberschicht – auch aufgrund von Korruption – immer reicher werden. Der Export von Kaffee spielt für die guatemaltekische Wirtschaft eine tragende Rolle und auch der Tourismus wird immer wichtiger.

Guatemala gliedert sich in zwei flache Plateaus im Norden und Süden sowie eine zentral gelegene Hochebene, in der auch die Hauptstadt Guatemala-Stadt liegt, in der mehr als eine Million Menschen leben. Der Ballungsraum dient als Kultur- und Wirtschaftszentrum. Das umliegende Hochland erreicht eine maximale Höhe von 3.000 Metern. Höchster Punkt des Landes und ganz Mittelamerikas ist der Vulkan Tajumulco mit seinen 4.220 Metern. Wir haben das Land mal in folgende Regionen aufgeteilt:

  • Der Norden bzw. Petén, das knapp ein Drittel der Fläche Guatemalas umfasst und als Ursprungsgebiet der Maya gilt. Hier befinden sich mit Tikal auch eine der größten und bedeutungsvollsten Mayaruinen
  • Das durch eine Vulkanlandschaft geprägte Hochland mit der Hauptstadt Guatemala City und vielen Highlights wie der ehemaligen Kolonialstadt Antigua, dem Lake Atitlán und Semuc Champey
  • Die ziemlich remote liegende Karibikküste mit der Küstenstadt Livingston, die nur per Boot erreicht werden kann und einen der schönsten Strände des Landes hat. Dazu kommt der wunderschöne Fluss Rio Dulce
  • Die Pazifikküste mit dem bekannten Ort El Paredon, der vor allem bei Surfern beliebt ist
Vulkanlandschaften im Westen des Landes
Bis zum tiefen Dschungel weiter gen Osten

Diese Einteilung ist natürlich stark vereinfacht, gibt aber einen groben Überblick über das Land und zeigt schon, wie vielfältig Guatemala ist. Hier noch ein paar Tipps für eine Guatemalareise:

Guatemala - Highlights

Guatemala gilt als das Land des ewigen Frühlings (el país de la eterna primavera). Die Temperaturen sind das ganze Jahr über recht konstant und die Landschaft blüht immer grün. Und obwohl Guatemala nicht besonders groß ist, hat es wahnsinnig viel zu bieten und ist sehr abwechslungsreich: die Mayaruinen im tiefen Dschungel im Norden des Landes, Flusslandschaften und Karibikflair im Osten, Surferstrände im Westen und da haben wir mit dem Hochland noch gar nicht angefangen. Dort findest du die wunderschöne ehemalige spanische Kolonialstadt Antigua, den malerischen Lake Atitlán, das Naturschauspiel Semuc Champey oder du kannst aktive Vulkane besteigen. Und das Schönste daran: Guatemala ist noch weit davon entfernt, ein Ziel des Massentourismus zu sein. Klar trifft man vor Ort viele Backpacker, aber man kann schon noch sagen, dass das Land ein absoluter Tipp abseits der Massen ist. Hier gibt es noch viele Gegenden, in denen du als Tourist die absolute Ausnahme bist und wir haben eigentlich keine Aktivität oder Sehenswürdigkeit als überfüllt empfunden – eher im Gegenteil, mit etwas Glück waren wir die einzigen vor Ort.

Antigua
Antigua ist für viele der Startpunkt ihrer Guatemalareise. Denn wer mit dem Flugzeug anreist, landet in Guatemala City, wo sich die meisten nicht weiter aufhalten, sondern gleich weiter in das circa eine Autostunde entfernte Antigua fahren. Die ehemalige spanische Kolonialstadt gehört mit ihren bunten Häusern, süßen Gassen und alten prachtvollen Gebäuden und Ruinen zu den schönsten Städten in ganz Mittelamerika. Dazu kommt die unfassbare Landschaft, die die Stadt umgibt: Denn Antigua liegt direkt zu Füßen von gleich drei Vulkanen. Außerdem herrscht dort ein sehr angenehmes Klima und es gibt eine riesige Auswahl an guten und günstigen Cafés, Restaurants und Bars.

Acatenango und Fuego Vulkan
Das absolute Highlight einer jeden Guatemalareise ist die Besteigung des Vulkans Acatenango. Die Tour wird von Antigua aus angeboten, dauert zwei Tage, ist echt anstrengend und es wird sau kalt. Aber es lohnt sich sowas von: Vom Basecamp aus hat man einen mega Blick auf den aktiven Vulkan Fuego, der rund alle 20 Minuten ausbricht. Die Nacht verbringt man auf Zelten oder Hütten in 3600 Metern Höhe, bevor es am nächsten Morgen auf den Summit des Acatenango geht. Der Sonnenaufgang über den Wolken auf knapp 4000 Metern mit Blick auf einen der aktivsten Vulkane der Welt – für uns war es definitiv eine der krassesten Erfahrungen, die wir auf unseren bisherigen Reisen machen durften!

Lake Atitlán
Wer auf der Suche nach Entspannung und tollen Sonnenuntergängen ist, der ist am Lake Atitlán, der zu den schönsten Seen Mittelamerikas zählt, genau richtig. Das Wasser ist tiefblau und der See liegt inmitten einer grünbewachsenen Bergkette zwischen den drei Vulkanen San Pedro, Atitlán und Tolimán. Drum herum liegen viele verschiedene kleine und größere Orte, von denen jeder einzelne einen besonderen und individuellen Charakter aufweist: Vom wuseligen Panajachel, über die Backpacker-Hochburg San Pedro und den authentischen und wenig touristischen Ort Santiago bis hin zum entspannten und spirituell angehauchten San Marcos ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Xela
Quetzaltenango, oder kurz Xela, im Westen des Landes ist die zweitgrößte Stadt Guatemalas, versprüht aber trotz der 150.000 Einwohner ehrlicherweise kaum Großstadtflair, hat also einen ruhigen und entspannten Vibe. Weil nur wenige Backpacker den Ort auf ihrer Rundreise mitnehmen, repräsentiert er das authentische Leben in Guatemala, hat viele schöne Ecken und liegt zudem in atemberaubender Landschaft umgeben von mehreren Vulkanen. Bei einem Hike auf den Vulkan Santa Maria kannst du einem der drei aktiven Vulkane des Landes, dem Santiaguito, nahe kommen oder du wanderst auf den Tajumulco – den höchsten Punkt Mittelamerikas. 

Semuc Champey
Das Naturschauspiel Semuc Champey liegt mitten im guatemaltekischen Dschungel und besteht aus einem unterirdischen Fluss, sechs wunderschön türkisblauen Wasserbecken zum Schwimmen, Viewpoints und Wasserfällen. Außerdem kannst du, nur mit einer Kerze ausgestattet, durch eine ansonsten stockdunkle Höhle wandern und kriechen oder in einer anderen Höhle zehntausenden von Fledermäusen begegnen. Wer es ruhiger mag, leiht sich einen Reifen aus und genießt die atemberaubende Kulisse beim Tubing – dem Treiben über den Fluss. Das Schöne ist, dass man keine geführte Tour buchen muss, sondern den Nationalpark auch auf eigene Faust erkunden kann.

Tikal und Flores
Die tief im Dschungel versteckten Tempelruinen in Tikal gehören zu den größten und bedeutendsten Bauwerken der Mayakultur und sind eine der am besten erforschten Mayastätten – auch wenn man schätzt, dass circa 10.000 Gebäude noch gar nicht ausgegraben wurden. Das plötzliche Verschwinden dieser Kultur um 950 n. Chr. stellt die Wissenschaft bis heute vor Fragezeichen. Heute ist der Tikal Nationalpark Unesco Weltkulturerbe und Weltnaturerbe und zurecht einer der größten Touristenattraktionen Guatemalas. Doch neben den Tempeln ist auch der auf einer Halbinsel gelegene Ausgangsort Flores mit seinem gemütlichen Charme einen längeren Besuch wert.

Rio Dulce und Livingston
Der Osten Guatemalas ist zum Teil nur mit dem Boot zu erreichen und damit ziemlich remote – aber gerade das macht seinen Charme aus. Ankunftsort ist Rio Dulce, eine hektische, laute und nicht besonders schöne Stadt. Von hier aus geht es mit dem Boot weiter, denn an den Ufern des gleichnamigen Flusses liegen wunderschöne Unterkünfte mitten im Dschungel. Folgt man dem Fluss weiter gen Osten, kommt man an die Karibikküste, an der das Städtchen Livingston liegt. Dort leben die Garifuna, die einzige dunkelhäutige afrokaribische Volksgruppe Guatemalas mit ihrer einzigartigen Kultur. Außerdem findest du hier mit dem Playa Blanca einen der schönsten Strände des Landes.

Honorable Mentions
Wir haben in unseren sechs Wochen vor Ort schon recht viel vom Land gesehen und auch einige Ecken mitgenommen, die nicht unbedingt auf der typischen Backpackerroute liegen. Dennoch gibt es neben den Highlights, die wir eben aufgeführt haben, noch ein paar weitere schöne Orte und Sehenswürdigkeiten in Guatemala, die wir nicht unerwähnt lassen wollen.

Wer gerne surft (oder es lernen möchte), für den ist El Paredon der Place to be in Guatemala. Der an der Pazifikküste gelegene kleine Küstenort ist ungefähr zweieinhalb Stunden von Antigua entfernt. Der kleine Fischerort soll noch recht verschlafen und wenig touristisch sein. Viel zu tun gibt es dort nicht, aber wenn du Lust auf ein paar Tage Strandurlaub hast oder eben surfen willst, kommst du hier voll auf deine Kosten.

Der El Mirador Trek ist eine fünf- oder sechstägige Wanderung zu einer der ältesten Mayaruinen, die im Norden Guatemalas mitten im Dschungel liegen und nur zu Fuß (oder für alle, bei denen der Euro etwas lockerer sitzt, mit dem Helikopter) zu erreichen sind. Du wanderst zwei Tage hin, hast dann einen Tag vor Ort, um El Mirador zu erkunden und dann geht es zwei Tage wieder zurück. Es gibt die Tour auch in der sechstätigen Variante, bei der noch eine weitere Mayaruine besucht wird. Die Erfahrung, mehrere Tage ohne Strom und Internet, abgeschnitten von der Zivilisation durch den Dschungel zu wandern, muss einmalig sein – hat aber auch seinen Preis (rund 360€).

In der kleinen Stadt Chichicastenango oder kurz Chichi findet zwei Mal in der Woche einer der größten Märkte ganz Mittelamerikas statt. Jeden Donnerstag und Sonntag verwandelt sich der Ort, der nördlich des Lake Atitláns liegt, in einen Anziehungspunkt für Locals und Touristen. Der Markt hat seinen Fokus auf Textilien; verkauft werden in erster Linie traditionelle Mayakleidung und -stoffe. Auch wenn du nichts kaufen willst, lohnt es sich, einen halben Tag dort zu verbringen, um diese ganz besondere, hektische Stimmung vor Ort zu erleben. Tipp: Mach einen Abstecher zum farbenfrohen Friedhof, der nur ein paar Minuten vom Markt entfernt liegt.

Die Laguna Brava (der wilde See) ist der zweitgrößte See Guatemalas und wunderschön: türkisfarbenes Wasser, ein toller Wasserfall, umgeben von begrünten Bergen. Allerdings gibt es einen Grund, warum sich hier kaum ein Besucher hin verirrt: Die Laguna Brava liegt richtig weit ab vom Schuss, nah an der mexikanischen Grenze zu Chiapas, aber die nächstgelegene größere Stadt in Guatemala, Huehuetenango, liegt gut fünf Stunden entfernt. 

Guatemala - Route

Für deine Reise nach Guatemala solltest du drei bis vier Wochen einplanen – abhängig davon, wie viel du sehen willst und wie schnell du reisen möchtest. Bei Backpackern hat sich eine typische Reiseroute entwickelt, die die meisten Highlights abdeckt und dir als Grundgerüst für deine Planung dienen kann. Aber wir haben auch ein paar Highlights abseits dieser Pfade vorgesehen.

Reist du mit dem Flugzeug an, wirst du in Guatemala City ankommen. Dort musst du dich nicht weiter aufhalten (das wird aus Sicherheitsgründen auch eher nicht empfohlen), sondern kannst dich direkt auf den Weg nach Antigua machen, wo unsere Rundreise gestartet ist. Alle Preise sind, wenn nicht anders angegeben, pro Person.

  • Guatemala City – Antigua (privates Shuttle – 1 Stunde)
    Wir haben über unsere Sprachschule ein Shuttle gebucht, das uns am Flughafen abgeholt und zu unserer Gastfamilie in Antigua gefahren hat. Dafür haben wir zusammen 45€ gezahlt. Mit öffentlichen Shuttles oder Uber geht das auch günstiger, aber da es unsere erste Fahrt in Guatemala war, haben wir uns für die bequemste Variante entschieden. Mehr Infos, wie du von Guatemala City nach Antigua kommst, findest du hier.
  • Antigua – Lake Atitlán (Shuttle – 3 Stunden)
    Für die Weiterreise von Antigua nach Panajachel am Lake Atitlán empfiehlt sich ein Shuttle. Die Preise für Shuttles sind immer Verhandlungssache, aber du kannst so mit 100 GTQ (11,50€) rechnen.
  • Lake Atitlán – Xela (Chickenbusse und Minivan – 3 Stunden)
    Wir sind von Panajachel am Lake Atitlán aus mit den öffentlichen Bussen, den Chickenbussen, nach Xela gefahren. Auch wenn wir zwei Mal umgestiegen sind, war es echt easy – und vor allem günstig (33,50 GTQ = 4€). Von der Busstation in Xela zum Hostel kannst du einen Minivan nehmen (5 GTQ = 0,60€). Weitere Details zur Anreise findest du hier.
  • Xela – Semuc Champey (Shuttle – 12 Stunden)
    Die Strecke von Xela nach Lanquin (Ausgangspunkt für Semuc Champey) war unsere längste und teuerste: Ganze 12 Stunden saßen wir im Shuttle und haben dafür 450 GTQ (52,50€) ausgegeben! Das ist echt teuer, aber dafür fährst du auch ein mal quer durchs halbe Land.
  • Semuc Champey – Tikal (Shuttle – 9 Stunden)
    Von Lanquin (Ausgangsort für Semuc Champey) ging es wieder weiter mit dem Shuttle nach Flores (Ausgangsort für Tikal). Das hat rund 9 Stunden gedauert und uns 225 GTQ (26€) gekostet.
  • Tikal – Rio Dulce (Shuttle – 4 Stunden)
    Und auch von Flores (Ausgangsort für Tikal) nach Rio Dulce ist das Shuttle wieder die beste Option: Die vierstündige Fahrt war mit 100 GTQ (11,70€) recht günstig. 
  • Rio Dulce – Livingston (Boot – 1,5 Stunden)
    Von Rio Dulce geht es nur noch mit dem Boot weiter Richtung Osten in das Städtchen Livingston an der Karibikküste. Die Fahrt mit dem öffentlichen Boot, das zwei Mal am Tag fährt, kostet 125 GTQ (14,60€) und macht richtig Spaß!
  • Livingston – Guatemala City (Boot 1,5 Stunden plus Shuttle 6 Stunden)
    Von Livingston gibt es mehrere Möglichkeiten zurück nach Guatemala City. Du kannst entweder mit dem Boot zurück nach Rio Dulce fahren (125 GTQ = 14,60€). Von da aus kannst du einen Shuttle (tagsüber oder Nachtbus) für 125 GTQ (14,60€) nach Guatemala City nehmen. Oder du nimmst ein Boot für 50 GTQ (5,80€) nach Puerto Barrios und fährst von dort aus mit einem Bus für rund 100 GTQ (11,60€) nach Guatemala City.
Immer bunt angemalt: die Chickenbusse
Ein typisches Touristenshuttle
Über Wasser läuft alles mit den Lanchas

Viele der oben genannten Fahrten kannst du statt mit einem Shuttle auch mit den öffentlichen Bussen machen. Das dauert in der Regel länger und du musst je nach Strecke mehrmals umsteigen, aber du sparst natürlich auch einiges! Die einzige längere Strecke, wir mit den Chickenbussen gemacht haben, war von Panajachel nach Xela, aber wir haben auch andere Reisende getroffen, die ihre komplette Rundreise kein einziges Mal ein Shuttle betreten haben – es ist also durchaus möglich und hängt letztlich von deinem Budget und deinen Präferenzen ab. 

Backpacking Kosten

Guatemala ist ingesamt ein günstiges Reiseland, etwa vergleichbar mit Mexiko. Etwas teurer als Nicaragua, aber deutlich günstiger als beispielsweise Costa Rica. Gezahlt wird mit dem Quetzal (GTQ). Dollar werden nur selten akzeptiert und wenn dann nur Scheine im perfekten Zustand! Bei uns wurden einige Dollarnoten beim Wechseln abgelehnt aufgrund von kleinen Knicks oder Verschmutzungen. Lokal gibt es in Guatemala geringfügige Preisunterschiede – so empfanden wir Antigua, Flores und Livingston als etwas teurer als beispielsweise Panajachel, San Pedro oder Xela.

In sechs Wochen beziehungsweise 42 Tagen vor Ort haben wir 1.718€ pro Person beziehungsweise 40€ am Tag ausgegeben. Beachte: Darin sind zwei Wochen Spanisch Sprachkurs enthalten. In dieser Zeit haben wir in einer Gastfamilie gelebt und dort täglich drei Mahlzeiten bekommen. Daher sind unsere Kosten für Essen und Trinken wahrscheinlich etwas geringer. Im Endeffekt gleichen sich die Kosten für den Sprachkurs und die Einsparungen beim Essen aus, wodurch die Kosten auch für einen Aufenthalt ohne Sprachkurs repräsentativ sind.

  • Übernachtungen: 12,80€ / Nacht pro Person
    Die ersten zwei Wochen haben wir in einer Gastfamilie in Antigua gelebt, danach hatten wir immer Doppelzimmer in eher günstigen Hostels oder Homestays. Meistens mit eigenen Bad und falls möglich mit einer Küche.
  • Essen und Trinken: 10,30€ / Tag pro Person
    In unseren ersten beiden Wochen wurden wir von der Familie verpflegt, danach sind wir häufig günstig essen gegangen, haben aber auch, wenn es im Hostel eine Küche gab, selbst gekocht.
  • Transport: 5€ / Tag pro Person
    Wir haben meistens Shuttle genutzt, die nicht immer günstig waren. Wenn man auf Chickenbusse, also auf den lokalen Nah- und Fernverkehr zurückgreift, kommt man hier deutlich günstiger weg. Neben den Shuttles sind hier auch die Kosten für die Lanchas (Boote) enthalten.
  • Aktivitäten: 225€ / Person
    Der größte Kostenpunkt ist hier der zweitägige Acatenango Hike, aber auch ansonsten haben wir einige Touren gemacht. Hinzu kommen Eintrittspreise, beispielsweise für Tikal.
  • Verschiedenes: 211€ / Person
    Unter der Kategorie Verschiedenes läuft in diesem Fall vor allem unser zweiwöchiger Spanisch Sprachkurs in Antigua (200€). Dazu kommen Kleinigkeiten wie Mückenspray und Frisörbesuche.
  • Internet: 37€ / Person
    Das ist ehrlicherweise etwas zu viel. Wir haben uns SIM Karten von Claro gekauft und die mehrmals verlängert, was preislich fair war. Allerdings haben wir in unserer Gastfamilie unverhältnismäßig viel für Wlan bezahlt, was im Endeffekt nicht wirklich funktioniert hat.
  • Gebühren: 35€ / Person
    Ein nicht zu unterschätzender Kostenpunkt sind die Abhebungsgebühren. Die variieren leicht von Bank zu Bank, aber wir mussten für jede Abhebung 5€ zahlen und man kann immer maximal 235€ abheben. Da eigentlich alle Unterkünfte und Shuttles nur bar gezahlt werden können, braucht man viel Bargeld und die Gebühren summieren sich ganz schön.
  • Wäsche: 20€ / Person
    Wir sind nur mit Handgepäck unterwegs und haben Klamotten für etwas mehr als eine Woche dabei. Das heißt wir waschen recht häufig, was in Guatemala aber ziemlich günstig ist.
  • Shopping: 3€ / Person
    Helen hat sich auf dem Markt in Antigua eine Second Hand Hose und in einem Straßenverkauf in Livingston ein Top für jeweils drei Euro gekauft.

Man kann Guatemala auf jeden Fall auch günstiger bereisen! Wer in Dorms schläft, nur die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt und viel local Food isst oder selber kocht, kann auf jeden Fall mit 35€ am Tag hinkommen. Wahrscheinlich sogar weniger. Wir wollten uns nicht zu sehr einschränken und haben mit 40€ am Tag eine exakte Punktlandung für unser vorhergesehenes Weltreisebudget hingelegt. Aber es ist auch noch viel Luft nach oben, denn unterm Strich sind wir immer noch vergleichsweise einfach und bescheiden unterwegs. Der Reisestandard und die Kosten sind immer subjektiv, aber wir sind der Meinung, man bekommt für sein Geld wirklich viel geboten in Guatemala. Verhandeln beziehungsweise Preise vergleichen lohnt sich immer! Du solltest nie das erstbeste Angebot annehmen, sondern mindestens zwei Preise einholen.

Guatemala - Sicherheit

Eine Frage, die wir uns vor der Reise oft selbst gestellt haben: Ist Mittelamerika bzw. Guatemala sicher? Kurze Antwort: Ja! Wir haben uns in den sechs Wochen nie unsicher gefühlt. Zugegebenermaßen waren wir selten nachts unterwegs und haben versucht, immer bei Tageslicht irgendwo anzukommen. Auf der anderen Seite ist Horst ständig mit Kamera rumgerannt. Wer tagsüber auf den gängigen Routen unterwegs ist, sollte sich wirklich nicht zu viele Gedanken machen.

Trotzdem wollen wir niemanden zur Leichtsinnigkeit raten, denn nicht umsonst sieht man viel Stacheldraht und bewaffnetes Sicherheitspersonal. Dennoch: Touristen werden selten Opfer von Kriminalität und wer wachsam ist, reduziert sein Risiko schon enorm. In all der Zeit haben wir auch niemanden getroffen, der uns irgendwelche Horrorgeschichten erzählt hat. Ganz im Gegenteil: Die Guatemalteken waren immer gastfreundlich und hilfsbereit!

Backpacking Guatemala - Fazit

Guatemala ist als Reiseland völlig unterschätzt, dabei hat es so viel zu bieten: Aktive Vulkane, traumhafte Seen, unberührten Dschungel, Mayaruinen, Karibikküste – mehr Abwechslung geht kaum. Für uns war Guatemala das erste Land unserer Weltreise und wird allein schon deswegen immer einen besonderen Platz in unserem Herzen haben. Wir haben uns in Land und Leute verliebt und fühlen uns dort so wohl, dass wir ganz bestimmt noch einmal wiederkommen werden! Wenn du über eine Reise nach Mittelamerika nachdenkst, zieh doch anstelle von Mexiko oder Costa Rica auch mal den noch unbekannteren Nachbarn Guatemala in Betracht – wir sind uns sicher: Du wirst es nicht bereuen!