Indien

Highlights • Route • Kosten

Backpacking durch Indien

Eine Reise nach Indien ist mit nichts auf dieser Welt zu vergleichen: Chaotisch, hektisch und anstrengend, aber auch wunderschön, einzigartig und atemberaubend. Es ist eine andere Welt und vor allem eine Welt für sich. Daher ist es umso wichtiger, dass du dich gut auf deinen Backpacking Trip durch Indien vorbereitest: Wir zeigen dir die größten Highlights und wie du dich am besten durch dieses riesige Land fortbewegst, machen verschiedene Routenvorschläge und verraten dir natürlich auch, was eine Reise nach Indien kostet und geben dir viele nützliche Tipps für den Reisealltag. Und ganz am Ende erfährst du, wie du den größten Fehler, den viele Backpacker auf ihrer Reise nach Indien machen, ganz einfach vermeiden kannst, womit dein Trip zu einem unvergesslichen Abenteuer wird.

Indien - Wichtige Infos

Da Indien ein riesiges Land ist und mehrere Klimazonen hat, gibt es nicht die eine beste Reisezeit für das ganze Land. Allerdings lässt sich grundsätzlich sagen, dass die Monate Oktober bis März in den meisten Regionen als beste Reisezeit gelten, weil dann Trockenzeit herrscht und die Temperaturen noch nicht allzu hoch sind. Ab März steigen die Temperaturen in vielen Landesteilen extrem an und von Juni bis September ist Monsunzeit mit starken Regenfällen. Für die Himalayaregionen (unter anderem Ladakh, Himachal Pradesh, Sikkim) hingegen gelten die Monate März bis Mai als beste Reisezeit, in Ladakh sogar bis Oktober.

Ja, als deutscher Staatsbürger brauchst du ein Visum für Indien. Beachte, dass du dieses nur vorab online als E-Visum beantragen kannst, es gibt kein Visa-on-Arrival in Indien! Das E-Visum musst du mindestens vier Tage vor deiner Reise über die offizielle Seite beantragen, im besten Fall noch früher, da die Bearbeitung einige Tage in Anspruch nehmen kann. Es gibt ein Touristenvisum für 30 Tage, das 25 Euro kostet und eins für ein Jahr, das 40 Euro kostet. Die Website hat öfters technische Probleme und der Beantragungsprozess ist recht aufwendig – was dir schonmal einen ersten Vorgeschmack auf die Bürokratie in Indien liefert.

Das kommt sehr stark darauf an, wie viel du vom Land sehen willst. Indien ist sehr groß und viele Reisende beschränken sich nur auf Goldene Dreieck (Delhi – Agra – Jaipur), was der Diversität von Indien nicht gerecht wird. Weiter unten haben wir verschiedene Routenvorschläge für zwei, drei und vier Wochen für dich erstellt.

In Indien zahlst du mit der indischen Rupie (INR), wobei 1 EUR ungefähr 95 INR entspricht. Kreditkartenzahlungen sind eher unüblich, Einheimische zahlen oft über das sogenannte PayTM System mit dem Handy und als Tourist läuft das meiste über Bargeld. Zum Geld abheben empfiehlt sich eine gute Reisekreditkarte, wie die kostenlose awa7 Kreditkarte* oder die DKB Visa Debitkarte*, mit denen du weltweit kostenlos Geld abheben kannst. Wir haben immer bei der State Bank of India (SBI) abgehoben, wo keine zusätzlichen Fremdgebühren erhoben werden. Bei einigen anderen Banken wird eine Gebühr von 150 oder 200 INR fällig. Wichtig: Achte bei Bargeldabhebungen immer drauf, direkt in der Landeswährung abzuheben („Continue without Conversion“).

Nein, Indien ist generell ein sehr günstiges Reiseland. Man kann, wenn man low budget reist, sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegt, einen niedrigen Standard bei Unterkünften akzeptiert und sich von Streetfood oder in einheimischen Restaurants ernährt, sehr günstig durch Indien reisen. Auf der anderen Seite sind einige Aktivitäten sowie Unterkünfte mit einem etwas höheren Standard nicht ganz so günstig und Inlandsflüge können das Budget in dem riesigen Land auch schnell nach oben ziehen. Im Detail kommen wir zu den Kosten weiter unten.

Neben Hindi ist Englisch eine der beiden Amtssprachen in Indien. Dementsprechend sprechen viele Menschen Englisch – insbesondere die Leute, die mit Touristen zu tun haben. Trotzdem solltest du dich darauf einstellen, dass im Alltag (zum Beispiel am Kiosk, im Fitnessstudio etc.) nicht jeder Englisch spricht. Neben Hindi und Englisch gibt es 21 weitere anerkannte Sprachen, die in einigen Regionen und Bundesstaaten sogar Amtssprachen sind. So wird in Kerala beispielsweise Malayalam gesprochen und geschrieben. Die Einheimischen schätzen es sehr, wenn du als Tourist diese Unterschiede wahrnimmst.

Für eine Reise nach Indien würden wir auf jeden Fall eine SIM Karte empfehlen, da viel Organisation und Kommunikation übers Internet läuft. Für eine kürzere Reise (bis zu zwei Wochen) würden wir zu einer eSIM greifen, beispielsweise von Saily*, die du bereits vor deiner Reise nach Indien kaufst und mit der du direkt zu Beginn deiner Reise online bist. Für einen längeren Aufenthalt lohnt es sich jedoch, eine lokale SIM Karte von Airtel mit unlimitierten Daten zu kaufen, die bis zu 30 Tagen gültig und sehr günstig ist. Der Kaufprozess einer SIM Karte ist in Indien allerdings sehr kompliziert und kann gerne mal eine Stunde dauern, weil man extrem viele Daten angeben muss, es wird ein Foto gemacht, man muss bei der Hotline anrufen und das ganze verifizieren lassen und so weiter. Dafür erhältst du bei einer lokalen SIM Karte auf eine Telefonnummer, was für den Registrierungsprozess bei einigen Apps hilfreich sein kann.

Der Länderguide als Video

Alles Infos und Highlights aus diesem Länderguide findest du auch auf unserem YouTube Kanal.

Indien - Lage und Anreise

Indien ist das siebtgrößte Land der Erde
Einreisestempel und Visum im Reisepass

Indien liegt in Südasien und ist das siebtgrößte Land der Welt, womit es neun Mal so groß wie Deutschland ist. Im Norden befindet sich das Himalayagebirge, im Süden der Indische Ozean und Indien grenzt an Pakistan, Tibet, Nepal, Bhutan, Myanmar sowie Bangladesch; weitere Nachbarstaaten sind Sri Lanka und die Malediven. Deine Reise beginnt wahrscheinlich in der Hauptstadt Delhi im Norden Indiens, wo sich der international bedeutendste Flughafen Indiens befindet: der Indira Gandhi International Airport (DEL) wird aus Deutschland von Frankfurt und München direkt angeflogen, darüber hinaus gibt es viele Umsteigeverbindungen über die Golfstaaten oder fast alle Länder in Asien. Die günstigsten Flüge findest du über Skyscanner* und wir sind mit Air India geflogen. Air India genießt nicht den besten Ruf, aber wir waren zufrieden, es lief alles pünktlich, das Essen war lecker, das Bordentertainment hat funktioniert und das Preis-Leistungs-Verhältnis war angemessen.

Direktflug von Frankfurt nach Delhi
Flug mit Air India
Gandhi International Airport in Delhi

Neben Delhi gibt es einige weitere international bedeutende Flughäfen in Mumbai (BOM) an der Westküste, Bangalore (BLR) im Süden oder Chennai (MAA) an der südlichen Ostküste, die weltweit gut vernetzt sind. Du kannst deine Reise auch in anderen Orten Indiens starten, zum Beispiel in Varanasi (mit Umstieg in Delhi) oder im Süden in Goa (Dabolim) oder Kerala (Kochi). Befindest du dich schon in der Region, ist es möglich, aus den Nachbarländern über Land nach Indien einzureisen, zum Beispiel aus dem Norden von Nepal und Bhutan, dem Westen von Pakistan oder im Osten aus Bangladesch.

Indien - Highlights

Von heiligen Städten...
...über tropische Strände...
...bis in den Himalaya

Indien ist einer der vielfältigsten Staaten der Welt mit unterschiedlichsten Sprachen, Religionen, Landschaften und Klimazonen. Von 8.000 Meter hohen Bergen im Himalaya über das berühmteste Mausoleum der Welt, chaotische Millionenmetropolen, Wüsten und Nationalparks bis hin zu traumhaften Stränden, Teefeldern und kolonialen Altstädten findest du alles. Im Folgenden stellen wir dir die Highlights vor, die du auf deiner Indienreise nicht verpassen solltest. Übrigens findest du zu vielen dieser Highlights auch einzelne, detaillierte Blogbeiträge, die wir am Ende dieses Länderguides verlinkt haben.

Varanasi
Varanasi, auch als Kashi oder Benares bekannt, gilt als die heiligste Stadt im Hinduismus. Sie liegt am Fluss Ganges, entlang des Ufers befinden sich zahlreiche Ghats (Treppenstufen) und viele Gläubige baden im Ganges, um sich von ihren Sünden rein zu waschen. Darüber hinaus kommen viele Hindus nach Varanasi um zu sterben, denn wer im Ganges stirbt oder dort verbrannt wird, entflieht dem Kreislauf der Wiedergeburt (Moksha). Daher gibt es in Varanasi auch zwei Burning Ghats (Manikarnika & Harishchandra), wo Verstorbene direkt am Ganges verbrannt werden. Bekannt ist Varanasi zudem für die Ganga Aarti Feuerzeremonie am Dasaswamedh Ghat und den Vishwanath-Tempel.

Delhi
Die Hauptstadt Indiens hat nicht den besten Ruf: Sie gilt als laut, hektisch, dreckig und voll. Aus eigener Erfahrung können wir das bestätigen und auch wenn wir finden, dass ein bis zwei volle Tage in Delhi reichen, gehört ein Besuch der Stadt einfach dazu – zumal deine Reise vermutlich am Delhi Airport beginnt. Um einen Kulturschock wirst du nicht herumkommen, aber es ist auch super interessant zu sehen und es gibt an jeder Ecke etwas zu entdecken. Zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Delhi zählen das Rote Fort, die Jama Masjid Moschee und das India Gate und auch der Sikh Tempel Gurdwara Bangla Sahib und das Humayun-Mausoleum sind einen Besuch wert.

Taj Mahal
Der zweite Stop des Goldenen Dreiecks ist ein absolutes Highlight in Indien und für einige vielleicht sogar der Hauptgrund, das Land zu besuchen: das Taj Mahal, das berühmteste Mausoleum der Welt. Das beeindruckende Gebäude, das nicht nur UNESCO Weltkulturerbe ist, sondern auch als eines der sieben modernen Weltwunder gilt, liegt in Agra, einer weiteren Millionenmetropole in Uttar Pradesh. Erbaut im 17. Jahrhundert von Großmogul Shah Jahan für seine verstorbene Frau Mumtaz Mahal, zieht das Taj Mahal jährlich Millionen von Besuchern an. Wir hatten das Glück, und durften den Sonnenuntergang von einer ganz besonderen Perspektive aus schauen – alle Infos dazu findest du hier.

Rajasthan
Vollendet wird das Goldene Dreieck mit Rajasthan, einem nordindischen Bundesstaat, der sich im Westen bis nach Pakistan streckt und der für seine vielen Forts und Festungen bekannt ist. Der berühmteste Ort ist die Hauptstadt Jaipur, die die rosane Stadt genannt wird – eine Großstadt mit zahlreichen Forts, Tempeln und Palästen. Nicht weit entfernt liegt der Ranthambore Nationalpark, in dem Tiger und Leoparden leben – allerdings hat das Tierwohl dort wohl nicht oberste Priorität, weshalb wir einen Besuch nicht weiterempfehlen können. Neben Jaipur sind auch Udaipur, Jodhpur und das kleinere Pushkar eine Reise wert – ebenso wie die Wüstenstadt Jaisalmer in der Thar Wüste. 

Kerala
Kerala liegt im Süden Indiens und ist sowas wie der „Vorzeigebundesstaat“. Die Alphabetisierungsrate ist hoch, die Armut niedrig, viele Orte sind vergleichsweise ruhig und sauber und die Menschen aus Kerala sind stolz auf ihre Heimat. Nicht nur die Mentalität der Menschen ist anders, auch die Landschaft ist speziell und divers: In Kochi Fort wartet eine hübsche koloniale Altstadt auf dich, in Alleppey kann man Bootsfahrten durch die sogenannten Backwaters – eine Landschaft aus Flüssen und Kanälen machen -, in Munnar kannst du durch saftig grüne Teeplantagen spazieren und in Varkala ein paar gemütliche Tage an einem tropischen Sandstrand einlegen.

Goa
Früher der weltweit berühmteste Anziehungspunkt für Hippies, strahlen viele Orte in Goa, dem kleinsten Bundesstaat Indiens an der Westküste, auch heute noch eine gewisse Spiritualität aus. Dabei muss man unterscheiden in den Norden, in dem viel Party gemacht wird, und den Süden, in dem es allgemein etwas ruhiger zugeht. Beispielsweise in und rund um Agonda findest du traumhafte Sandstrände bei tropischen Temperaturen, Palmen, wunderschöne Sonnenuntergänge, jede Menge leckere Cafés und Restaurants sowie Yoga, Sound Healing und Massagestudios. Wer sich nach den Großstädten Indiens nach Ruhe und Entspannung sehnt, der kommt in Goa voll auf seine Kosten.

Darjeeling & Sikkim
Ganz im Nordosten des Landes, in den Ausläufern des Himalayagebirges gelegen, lernst du nochmal eine ganz andere Seite Indiens kennen: Aufgrund der geographischen Nähe ist die Gegend geprägt von nepalesischen und tibetischen Einflüssen. Darjeeling liegt auf 2.000 Metern Höhe und ist der Ort, aus dem der weltbekannte Tee stammt. Besonders beeindruckend ist der Blick auf den Kangchendzönga, den mit 8.586 Metern dritthöchsten Berg der Welt! Der Bundesstaat Sikkim war früher ein unabhängiges Königreich und genießt auch heute noch einen gewissen autonomen Status – und bietet beeindruckende Tempel, Klöster, Ruinenstätten, Wasserfälle, Seen und Bergpanoramen.

Honorable Mentions
Neben den erwähnten Highlights hat Indien natürlich noch viel mehr zu bieten. Bei einer einzigen Reise wird man es kaum schaffen, alles zu bereisen, aber wir stellen dir im Folgenden noch ein paar weitere sehenswerte Orte vor, die du in deine Indienreise integrieren könntest.

Gokarna liegt im Bundesstaat Karnataka im Süden Indiens, hat im Hinduismus eine wichtige spirituelle Bedeutung und wird häufig als weniger touristische Alternative zu Goa genannt. Für Hindus ist Gokarna insbesondere wegen des Mahabaleshwar Tempels ein bedeutender Pilgerort, wobei wir auch die Tempel und Zeremonien rund um den Koti Teertha spannend fanden. Daneben ist Gokarna auch für Strände wie den Gokarna Main Beach, den Om Beach und den Kudle Beach bekannt, wobei uns im Vergleich die Strände in Goa noch besser gefallen haben. Du kannst Gokarna übrigens vom Süden Goas, beispielsweise aus Agonda, besuchen, denn zwischen den beiden Orten liegen nur knappe 100 Kilometer.

Hampi wurde uns von vielen Indienreisenden empfohlen und ist insbesondere bei Backpackern und Hippies beliebt. Und das ist kein Wunder, denn die Natur und die Tempelanlagen in Hampi sind wunderschön und einzigartig. Im Mittelpunkt steht der noch aktive Haupttempel Virupashka, aber noch viel beeindruckender fanden wir die Tempelanlagen drumherum. Die Felslandschaften sehen einfach unwirklich aus und dazwischen tauchen immer wieder Tempelruinen auf. Besonders schön fanden wir auch den Hemakuta Hill Temple, von dem aus man den Sonnenuntergang schauen kann. Hampi liegt ebenfalls im Bundesstaat Karnataka und ist per Zug zum Beispiel aus Goa zu erreichen.

Rishikesh ist der Yoga-Ort in Indien schlechthin. Die Stadt liegt rund 250 Kilometer von Delhi entfernt am heiligen Fluss Ganges, weshalb sie ein wichtiger Pilgerort für Hindus ist – zieht aber gleichzeitig auch Yogis aus aller Welt an. Du findest dort zahlreiche Yogaretreats und Ashrams, von denen das bekannteste das Maharishi Mahesh Yogi Ashram ist, das durch einen Besuch der Beatles weltweite Berühmtheit erlangte. Übrigens sind Alkohol und Fleisch in Rishikesh offiziell verboten.

Amritsar ist eine Millionenmetropole im Nordwesten Indiens im Bundesstaat Punjab und gilt als Zentrum des Sikhismus. Diese Religion hat ihren Ursprung in Punjab und heute circa 25 Millionen Anhänger. In Amritsar steht mit dem Goldenen Tempel (Harmandir Sahib) das wichtigste Heiligtum der Sikhs.

Die Region Ladakh mit der Hauptstadt Leh befindet sich im Nordwesten Indiens, tief im Himalaya Gebirge und ist eines der höchstgelegenen bewohnten Gebiete der Welt. Aufgrund der geografischen Nähe ist der Einfluss von Tibet stark spürbar und es gibt viele buddhistische Klöster. Wer Tibet möglichst nahe kommen will, ohne direkt hinzureisen, ist in Ladakh an der richtigen Stelle.

Südlich von Ladakh befindet sich der Bundesstaat Himachal Pradesh, der ebenfalls im Himalaya Gebirge liegt und einen starken tibetisch-buddhistischen Einfluss genießt. In Dharamsala in Himachal Pradesh lebt übrigens auch der Dalai Lama.

Die Andamanen und Nikobaren sind eine tropische Inselgruppe im Golf von Bengalen, die zwar geographisch näher an Myanmar liegt, aber zu Indien gehört. Auf den über 300 Inseln leben einige der isoliertesten indigenen Völker der Welt, andere sind beliebte Touristenspots mit schönen Sandstränden und dem einzigen aktiven Vulkan Südasiens. Von Chennai, Kalkutta, Bangalore und einigen anderen indischen Städten gibt es Direktflüge nach Port Blair auf der Insel South Andaman Island. Von da aus kann man weiterreisen, zum Beispiel nach Havelock Island oder auf die kleinere Neil Island (Shaheed Dweep) südlich davon, die beide zu den bekanntesten Inseln der Andamanen und Nikobaren zählen.

Wenn dir nach einem Abstecher abseits der Touristenpfade zu Mute ist, wirf mal einen Blick auf die Seven Sister States. Das sind sieben Bundesstaaten, die eingequetscht zwischen Buthan, Bangladesch, China und Myanmar im Nordosten Indiens liegen und nur durch einen schmalen Korridor mit dem Rest Indiens verbunden sind. Der bekannteste der sieben Bundesstaaten ist Assam, in dem sich zum Beispiel der Kaziranga National Park befindet. Und in Arunachal Pradesh, das im Himalaya Gebirge liegt, findest du unter anderem buddhistische Klöster und den 4.000 Meter hohen Sela Pass, eine wunderschöne Gebirgsstraße.

Du bist noch unsicher, was du alles in deinen Rucksack packen musst? Dann schau mal hier vorbei!

Indien - Route

Deine Route in Indien hängt in erster Linie von deiner Reisedauer und deinen Präferenzen ab. Viele konzentrieren sich auf die nördliche Region in den Bundesstaaten Uttar Pradesh und Rajasthan. Dort befindet sich das Goldene Dreieck bestehend aus der Hauptstadt Delhi, Agra (Taj Mahal) und Jaipur. Zu weiteren Highlights in dieser Region gehören die heilige Stadt Varanasi am Ganges sowie Udaipur, Jodpur, Pushkar und Jaisalmer (alle in Rajasthan). Dabei handelt es sich um das Indien, das wir als Touristen typischerweise mit einer Reise nach Indien assoziieren. Ein Einblick in diesen Teil des Landes ist faszinierend und interessant, aber wird der Diversität des riesigen Staates nicht gerecht.

Deshalb empfehlen wir bei unseren Routenvorschlägen bei zwei und drei Wochen einen zusätzlichen Stop in Südindien einzulegen (z.B. Goa oder Kerala) und wer noch mehr Zeit mitbringt (vier oder mehr Wochen), kann auch einen Abstecher in die Himalayaregion machen (Ladakh, Sikkim, Himachal Pradesh). Wir selbst waren zwei Monate in den verschiedensten Regionen unterwegs und wollen jeden dazu ermutigen, sich nicht nur auf die typischen Spots im nördlichen Teil zu fokussieren! Die Reiseerfahrung wird eine komplett andere sein, wenn man in den Süden oder ganz hohen Norden reist. Egal ob menschlich, landschaftlich, kulinarisch oder klimatisch: Man lernt Indien erst richtig kennen, wenn man die Diversität erlebt.

Eine klassische Reiseroute für zwei Wochen würde sich auf das Goldene Dreieck und einige weitere Stops in Rajasthan beschränken. Allerdings würden wir empfehlen, diese Route noch mit einem weiteren Stop im Süden von Indien zu kombinieren, um nach dem Trubel in den ganzen Großstädten noch etwas Entspannung zu genießen. Daher raten wir, in Delhi nicht mehr Zeit als nötig zu verbringen (ein voller Tag) und dann mit dem Zug weiter nach Agra zu fahren, um das Taj Mahal zu besichtigen. Auch hierfür benötigt man in der Regel nicht mehr als einen vollen Tag. Danach geht es wieder mit dem Zug Richtung Rajasthan nach Jaipur und je nach Reisegeschwindigkeit und Vorliebe kann man hier noch weitere Städte wie Pushkar, Udaipur oder sogar Jaisalmer besichtigen. Allerdings wird die gesamte Route sehr stark durch große Städte dominiert und insgesamt ist dieser Teil von Indien relativ hektisch und chaotisch. Wer etwas Ruhe sucht, kann entweder von Delhi zu Beginn der Reise einen Abstecher nach Rishikesh machen (bevor es nach Agra geht) oder später von einer der Städte in Rajasthan nach Goa fliegen (meist mit Zwischenstop in Mumbai). Im südlichen Teil von Goa gibt es wundervolle Strände, die perfekt sind, um sich etwas zu erholen (z.B. Agonda – mehr Infos dazu findest du hier). Sollte man sich im ersten Teil der Reise nur auf das Goldene Dreieck beschränken und im Süden etwas mehr Zeit zur Verfügung haben, sind zudem zusätzliche Abstecher nach Hampi oder Gokarna möglich. Solltest du diesem Routenvorschlag folgen, ist es sinnvoll, das direkt bei deiner Flugbuchung zu beachten. Statt einen Hin- und Rückflug nach und von Delhi zu buchen, kannst du eine zusammenhängende Buchung bei Air India für einen Hinflug von Frankfurt/München nach Delhi und einen Rückflug von Goa über Mumbai oder Delhi nach Frankfurt/München buchen.

Eine Reise für drei Wochen bietet dir die Möglichkeit, deine Route etwa 50:50 zwischen Nord- und Südindien aufzuteilen. Das Grundgerüst für den nördlichen Teil bildet wie bei der zweiwöchigen Route das Goldene Dreieck bestehend aus Delhi, Agra und Jaipur mit optionalen Stops in Rishikesh und weiteren Städten in Rajasthan (je nach Reisegeschwindigkeit und Vorlieben). Von dort kannst du (meistens mit Zwischenstop in Mumbai) nach Kochi in Kerala fliegen. Nach dem doch eher hektischen Teil in vielen großen Städten erwartet dich in Kerala Entspannung und Ruhe. Wir empfehlen, in der hübschen Altstadt von Fort Kochi zu starten und von dort nach Munnar aufzubrechen. Weiter geht es nach Alleppey in die traumhaften Backwaters und den krönenden Abschluss markiert der tropische Strand in Varkala. Von dort kannst du zum nahegelegenen Flughafen Trivandrum fahren und deine Rückreise nach Deutschland antreten. Weitere Infos zur Fortbewegung und den Highlights in Kerala findest du hier.) Solltest du diesem Routenvorschlag folgen, ist es sinnvoll, das direkt bei deiner Flugbuchung zu beachten. Statt einen Hin- und Rückflug nach und von Delhi zu buchen, kannst du eine zusammenhängende Buchung bei Air India für einen Hinflug von Frankfurt/München nach Delhi und einen Rückflug von Trivandrum oder Kochi über Mumbai oder Delhi nach Frankfurt/München auswählen.

Solltest du vier oder mehr Wochen in Indien Zeit haben, empfehlen wir dir drei Regionen zu bereisen, wodurch du das Gefühl haben wirst, in drei verschiedenen Ländern gewesen zu sein: Das „typische Indien“ mit Varanasi, dem Goldenen Dreieck bestehend aus Delhi, Agra und Jaipur sowie optionale Stops in Rishikesh und weiteren Städten in Rajasthan, den südlichen Teil in Goa und dann ganz in den hohen Norden nach Darjeeling und Sikkim. Aufgrund der großen Distanzen würden wir empfehlen, die Strecke von Rajasthan nach Goa zu fliegen. Von vielen Städten wie Jaipur, Udaipur oder Jaisalmer gibt es Flüge mit Zwischenstop in Mumbai nach Goa. Wenn du in Goa Party machen willst, empfiehlt sich eher der nördliche Teil (Arambol, Anjuna) und wenn du Ruhe und Entspannung suchst, bist du im südlichen Teil (Palolem, Agonda) besser aufgehoben. Bei einer Reisedauer von vier oder mehr Wochen ist zudem genug Zeit, von Goa einen Zwischenstop für ein paar Tage in Gokarna einzulegen und auch Hampi ist einen Besuch wert (mehr Infos dazu hier). Zudem gibt es von Hampi aus zahlreiche Busverbindungen (ca. sieben Stunden) nach Bangalore. Von dort gibt es Direktflüge nach Bagdogra, dem nächstgelegenen Flughafen, der dich in den Himalaya bringt. Alternativ gibt es auch Flüge von Goa mit Umstieg in Bangalore, Kalkutta oder Chennai nach Bagdogra. Nach einer vierstündigen Taxifahrt vom Flughafen, kommst du in Darjeeling an. Von dort geht es weiter nach Sikkim, einem unserer absoluten Lieblingsstops in ganz Indien. Was du dort sehen kannst und wie du dich am besten fortbewegest, findest du hier. Zurück nach Delhi oder Mumbai, von wo aus du deine Rückreise nach Deutschland oder in ein anderes Land antreten kannst, kommst du wieder über den Flughafen Bagdogra. Solltest du dich nicht so sehr für Goa interessieren, kannst du Goa auch mit Kerala tauschen (siehe Vorschlag für drei Wochen) oder falls du noch mehr Zeit hast oder extrem schnell unterwegs bist, kannst du sogar Goa und Kerala bereisen, bevor du Richtung Himalaya aufbrichst. Anmerkung: Sollte Varanasi dein erster Stop sein, kannst du für den Hinflug eine Buchung mit Air India nach Varanasi mit Transit in Delhi oder Mumbai tätigen.

Indien - Transport

Chaotischer Hauptbahnhof in Delhi
Mit dem Roller durch Südindien

Indien ist das siebtgrößte Land der Welt und dementsprechend groß sind die Distanzen, die du auf deiner Reise durch Indien zurücklegen musst. Ein Beispiel: Die Distanz von Bangalore im Süden von Indien nach Darjeeling im hohen Norden beträgt knapp 2000 Kilometer Luftlinie. Das entspricht ungefähr der Entfernung von Frankfurt bis nach Moskau. Daher solltest du genau wissen, wie und mit welchem Verkehrsmittel du dich fortbewegst (Flugzeug, Bahn, Bus, Roller, Taxi, Tuktuk). Aber die guten News vorab: Der Transport in Indien mag auf den ersten Blick etwas chaotisch wirken, aber funktioniert relativ einfach, zuverlässig und ist günstig. Mit allen folgenden Infos bist du perfekt gewappnet.

Transport - Flugzeug

Air India am Flughafen Kochi
Modernes Terminal in Bangalore
Die Billigfluggesellschaft IndiGo

Der Luftverkehr wächst in Indien extrem schnell und jede halbwegs größere Stadt verfügt über einen eigenen Flughafen. Zu den größten Airports gehören Delhi, Mumbai, Hyderabad, Bangalore, Chennai und Kalkutta. Diese Flughäfen verbinden die vergleichsweise „kleineren Städte“ wie Varanasi, Jaipur, Udaipur, Goa Dabolim, Kochi, Trivandrum, Leh oder Bagdogra miteinander. Air India ist die staatliche und gleichzeitig größte Airline des Landes, aber mit Air India Express, IndiGo, Akasa Air und SpiceJet gibt es zahlreiche Billig-Fluggesellschaften, die kreuz und quer durchs Land fliegen. Die Preise variieren je nach Strecke, Gepäck und Buchungstag, aber man kann für einen Inlandsflug zwischen 30 und 100 Euro kalkulieren. Wir haben alle Flüge direkt auf den Websites der Airlines gebucht und bei IndiGo wird das Gepäck im Transit sogar durchgecheckt. Zudem hat sich der Sicherheitsstandard in den letzten Jahren stark erhöht und die Airlines fliegen moderne Flugzeugmodelle wie A320 oder Boeing 737. Achte allerdings darauf, dass die Sicherheitskontrollen an indischen Flughäfen relativ streng sind und lange dauern. Solltest du entsprechend unserer Routenvorschläge mehrere Regionen von Indien bereisen wollen, ist ein Flug vom Norden in den Süden die mit Abstand schnellste und manchmal sogar günstigste Variante.

Transport - Zug

Typischer Zug in Indien
Nachtzugabteil in der 2. Klasse
Fahrt im Chair Car in Kerala

Indien verfügt über ein riesiges Zugnetz, das fast alle Orte und Ecken des Landes miteinander verbindet. Daher wird der Zug auch das Verkehrsmittel sein, in dem du dich auf deiner Rundreise durch Indien am häufigsten wiederfinden wirst. Egal ob Nachtzüge mit Schlafabteil für lange Strecken oder Sitzabteile für kürzere Distanzen: Der Zug ist oft das schnellste, günstigste und je nach Klasse auch komfortabelste Fortbewegungsmittel. Allerdings erscheint der Buchungsprozess für Ausländer etwas kompliziert: Es gibt verschiedene „Quotas“ und unzählige Kategorien wie CC, 2AC, SL und viele mehr. Zudem sind die Tickets auf beliebten Strecken oft schon weit im Voraus vergriffen, weshalb es sehr wichtig ist, dass du dich bereits im Vorfeld deiner Reise mit dem Buchungsprozess auseinander setzt. Wir haben daher einen extra Blogartikel zum Thema Zugfahren in Indien geschrieben, in dem alle wichtigen Infos zusammengefasst sind.

Transport - Bus

Lokaler Bus von KSRTC
Busfahrten sind günstig und abenteuerlich
Reisebus von Hampi nach Bangalore

Neben dem großen Zugnetz verfügt Indien auch über ein ausgedehntes Busnetz. Das geht von alten Bussen mit offenen Fenstern bis hin zu modernen Langstreckenbussen mit Klimaanlage oder auch Nachtbussen mit Liegefläche (AC Sleeper). Busverbindungen zwischen größeren Orten findest du bei 12go.asia* oder bookaway* und die Abfahrtszeiten und Frequenzen für die lokalen Busse kannst du entweder in den zahlreichen Touristenbüros oder direkt am Busterminal erfragen, da es dafür keine Onlinetickets gibt. Zudem gilt für die lokalen Busse auf kürzeren und mittleren Distanzen das Prinzip „first-come-first-serve“ ohne Sitzplatzreservierung und gezahlt wird direkt im Bus beim Schaffner. Für die Langstreckenbusse hingegen gibt es einen festen Sitzplatz, den du bei der Buchung auswählen kannst. An einigen indischen Busfahrern sind gute Formel 1 Fahrer verloren gegangen – stelle dich besonders bei den lokalen Bussen darauf ein, sehr zügig unterwegs zu sein.

Transport - Tuktuk & Taxi

Tuktuks sind in Indien allgegenwärtig
Autos und Tuktuks mit Uber bestellen
Uber sind meist günstiger als Taxis

Taxis und Tuktuks sind in jeder Stadt Indiens omnipräsent und perfekt, um kurze bis mittlere Distanzen zu überwinden. Um dir lästiges Verhandeln zu ersparen, würden wir dir empfehlen, die Ridehailing Apps Uber oder Ola zu nutzen. Das funktioniert in der Praxis ziemlich gut, die Preise sind transparent, es ist sicher und der Fahrer kennt dein genaues Ziel. Allerdings gibt es Regionen, wo die Apps nicht gewollt sind, beispielsweise in kleineren Orten oder an Flughäfen und Bahnhöfen (und dort, wo sich die Tuktuklobby vehement wehrt). An Bahnhöfen kannst du oft ein Uber rufen, musst dann aber in die zweite Reihe laufen, da die Uberfahrer nicht direkt am Bahnhof parken können. Alternativ – und das haben wir sehr häufig gemacht – kannst du vorab deine Unterkunft im Zielort kontaktieren und darum bitten, einen Fahrer zu schicken, der dann am Bahnhof oder Flughafen mit einem Schild auf dich wartet.

Transport - Roller

Unser liebstes Fortbewegungsmittel
Horst fährt, Helen navigiert und filmt
Mit dem Roller unterwegs in Sikkim

Ein Roller ist die perfekte Möglichkeit, um sich unabhängig und kostengünstig fortzubewegen. In den großen Städten würden wir eher davon abraten, sich in den chaotischen Verkehr zu stürzen, aber in den ruhigeren Regionen (Sikkim) oder in den Küstengebieten (Goa, Kerala) ist es ziemlich praktisch. Vollautomatische Roller werden in Indien meistens als „Scooty“ bezeichnet und in den touristischen Regionen wirst du zahlreiche Rollerverleihe auf den Straßen sehen oder du kannst auch gezielt bei Google Maps nach „Scooter/Scooty Rental“ suchen. Der Preis variiert je nach Mietdauer und Modell und beträgt zwischen 5 und 8 Euro pro Tag und ein Liter Benzin kostet etwas über 1 Euro.

Wie in den meisten Regionen auf der Welt, haben Roller in Indien 125 ccm oder mehr. Das heißt, dein deutscher Autoführerschein reicht theoretisch nicht aus, da du damit nur Roller bis 50 ccm fahren darfst. Während das in vielen anderen Ländern wie Thailand oder Indonesien kein Problem darstellt, schauen die Verleihe in Indien manchmal genauer hin. Besonders in Kerala (Munnar) war es uns nicht möglich, ohne gültigen Motorradführerschein einen Roller zu leihen. In Darjeeling wollten die Verleihe zumindest einen internationalen Führerschein sehen und in Goa hat die Vorlage eines deutschen Führerscheins gereicht. Es kommt also auf die Region und den Verleih an. Beachte allerdings, dass der Versicherungsschutz deiner Haftpflicht- und Auslandskrankenversicherung entfallen kann, falls du nicht offiziell berechtigt bist, einen Roller zu fahren. Zudem besteht das Risiko, bei Polizeikontrollen zur Kasse gebeten zu werden.

Reisetipps

Für deine Reise nach Indien benötigst du unbedingt eine gute Reisekreditkarte, um kostenlos Geld abzuheben und zu bezahlen.

Keine Reise ohne Versicherung. Egal ob Rollerunfall oder Magenprobleme: Mit der Young Travellers bist du immer abgesichert.

Keine Lust dich vor Ort in Indien um eine SIM Karte zu kümmern? Mit einer eSIM bist du ab der ersten Sekunde stressfrei online!

Indien - Kosten

In Indien zahlt man mit Rupien (INR)
Das Preisniveau ist teilweise sehr gering

Indien ist grundsätzlich ein ziemlich günstiges Reiseland, aber wie viel Geld du ausgibst, hängt in erster Linie von deinem Reisestil, der Reisegeschwindigkeit und den bereisten Regionen und ab. Aufgrund der Größe des Landes können sich Transportkosten ziemlich summieren, vor allem, wenn man Inlandsflüge in Anspruch nimmt. Wir haben in unseren acht Wochen (beziehungsweise 58 Tagen) vor Ort insgesamt 2.320 Euro pro Person ausgegeben, was einem Tagesbudget von 40 Euro pro Person entspricht. Wir haben sehr wenig auf unser Budget geachtet, waren in vielen verschiedenen Regionen unterwegs, haben für Unterkünfte etwas mehr Geld in die Hand genommen, gegessen und getrunken was und soviel wir wollten, viele Aktivitäten wahrgenommen und es war keineswegs unser Ziel, Indien so günstig wie möglich zu bereisen. Wer Abstriche beim Komfort in Anspruch nimmt, kann Indien als Low-Budget-Backpacker locker mit weniger als 30 Euro pro Tag bereisen. Unsere Kosten vor Ort (exklusive Hin- und Rückflug von und nach Deutschland) setzen sich wie folgt zusammen:

Für Übernachtungen haben wir im Schnitt etwas über 14 Euro pro Person ausgegeben, also 28 Euro pro Nacht für ein Doppelzimmer. Das geht in Indien deutlich günstiger (teilweise unter 10 Euro), allerdings ist der Standard dann recht einfach. Selbst in unserem Budget fanden wir viele der Unterkünfte eher durchschnittlich, da bekommt man in Südostasien teilweise einen deutlich höheren Standard für das gleiche Geld. Wir haben in Indien immer in privaten Doppelzimmern mit eigenem Bad übernachtet und hatten dort, wo es nötig war, auch eine Klimaanlage. Zimmer ohne Klimaanlage sind deutlich günstiger. Die Preise variieren auch von Region zu Region, wobei wir Goa als vergleichsweise teuer empfunden haben.

Mit 11 Euro am Tag ist die Kategorie Essen und Trinken in Indien ausnahmsweise mal nicht unsere teuerste. Dabei ist auch hier großes Sparpotenzial vorhanden, denn eine vollwertige Mahlzeit gibt es häufig schon für ein bis zwei Euro und auch Getränke sind nicht teuer. Internationale Speisen – die wir öfter gegessen haben – kosten in der Regel etwas mehr.

Die hohen Transportkosten lassen sich mit unseren Inlandsflügen erklären, die dazu kamen, weil wir recht spontan nach Sikkim, ganz in den Nordosten Indiens, gereist sind. Abgesehen von Flügen ist Transport in Indien ziemlich günstig, vor allem Busse und Bahnen (auch in den höheren Buchungsklassen). Darüber hinaus zählen zu dieser Kategorie private Fahrer, Uber-, Tuktuk- und Taxifahrten sowie mehrere Rollermieten und Benzin.

Den größten Posten bei unseren Aktivitäten stellt eine Tour inklusive Übernachtung auf einem Hausboot in den Backwaters in Alleppey dar (50 € pro Person). Ansonsten zählen zu dieser Kategorie diverse Eintritte für Klöster, Forts, Moscheen, einen Skywalk und Ruinen in Sikkim und natürlich für das Taj Mahal. Dazu kommen Tuktuk Touren in Jaipur und Munnar, eine Fahrt mit dem Toy Train in Darjeeling, Sound Healing und Massage, ein Surfkurs und eine Backwater Tour in Agonda, der Eintritt für eine Wanderung in Munnar, eine private Bootsfahrt auf dem Ganges in Varanasi und beim Taj Mahal sowie diverse Trinkgelder bei Touren.

Für das einjährige e-Visum für Indien haben wir 40 Euro pro Person bezahlt.

Da wir nur mit Handgepäck reisen und Klamotten für etwas mehr als eine Woche dabei haben, geben wir relativ häufig Wäsche ab. In Indien wurde das entweder nach Gewicht in Kilogramm, nach Wäschekörben und teilweise auch nach Stückzahl berechnet und wir fanden es oft etwas teurer als beispielsweise in Südostasien.

Vor unserer Reise haben wir uns jeder eine eSIM bei Saily* gekauft, womit wir direkt bei Ankunft in Indien Internet hatten. Nachdem das Datenvolumen aufgebraucht war, haben wir uns bei Airtel eine SIM Karte für 30 Tage mit unlimitierten 5G Daten für 6,50 Euro gekauft, womit wir in allen Regionen Indiens (abgesehen von Agonda) guten Empfang hatten.

Unter diese Kategorie fallen Friseurbesuche von Horst, einige warme Klamotten für Sikkim und Kleinigkeiten wie Mückenspray, Sonnencreme und Souvenirs.

Indien - Unterkünfte

Bungalows im Silent Waves in Agonda
Zimmer mit Balkon in Munnar

Bei Unterkünften ist die Preisspanne in Indien sehr groß: Einfache Zimmer gibt es bereits für wenige Euro die Nacht – dann darf man allerdings keinen hohen Standard erwarten. Grundsätzlich fanden wir das Preis-Leistungs-Verhältnis was Unterkünfte angeht in Indien schlechter als in einigen Ländern in Südostasien: Denn auch wenn man 20, 30 oder 35 Euro zahlt, ist der Standard oft nicht super hoch. Die Zimmer sind häufig sehr schlicht und etwas lieblos eingerichtet. Wer gemütliche Zimmer schätzt, muss danach schon gezielt suchen. Wir waren definitiv nicht low budget unterwegs, sondern haben uns bewusst Unterkünfte rausgesucht, in denen wir uns wohl fühlen, weil wir neben dem reisen unterwegs auch arbeiten und deswegen überdurchschnittlich viel Zeit in der Unterkunft verbringen. Im Schnitt haben wir 28 Euro pro Nacht für ein Doppelzimmer bezahlt und wir haben während unserer Indienreise fast alle Unterkünfte über booking.com* gebucht. Im Nachhinein haben wir gesehen, dass es auf Agoda teilweise eine noch größere Auswahl gibt und auch auf Airbnb wird man fündig.

Dachterrasse im Homestay Hampi
Doppelzimmer im Hosteller
Typisches Badezimmer mit offener Dusche

Grundsätzlich haben wir in Indien die Erfahrung gemacht, dass man vor Ort beziehungsweise wenn man direkt und nicht online bucht, deutlich bessere Preise bekommt, weil die Steuer (GST) wegfällt. Es kann sich also lohnen, auf den Plattformen nur eine Nacht zu buchen und dann vor Ort zu verlängern oder die Unterkunft direkt über Whatsapp anzuschreiben und nach dem besten Preis zu fragen. Andererseits geht man so das Risiko ein, dass Unterkünfte bereits ausgebucht sind, denn gerade an den Wochenenden reisen die Inder selbst gerne und es wird an vielen Orten voller. Dementsprechend sind die Preise an Wochenenden auch häufig höher. Wir haben immer in privaten Doppelzimmern mit eigenem Bad übernachtet und hatten dort, wo es nötig war, auch eine Klimaanlage. Frühstück war in einigen wenigen Unterkünften inkludiert und mit The Hosteller und Zostel gibt es in Indien zwei große Hostelketten, die in fast allen touristisch relevanten Orten vertreten sind und eine gute Anlaufstelle für Alleinreisende sind. Bis auf das Bungalow in Gokarna können wir alle unsere Unterkünfte guten Gewissens weiterempfehlen. Wir haben dir alle unsere Unterkünfte in der folgenden Tabelle verlinkt, aber beachte, dass die Preise je nach Saison, Buchungstag und Verfügbarkeit variieren oder generell gestiegen sein können, seitdem wir dort waren:

StadtName€ pro Nacht
VaranasiInternational Travellers‘ Hostel by ITH Stays*
35 €
DelhiSmyle Inn*
22 € inkl. Frühstück
AgraThe Hosteller Agra Tajganj*
19 €
JaipurThe Hosteller Jaipur, MI Road*
27 €
Kochi FortChristVille*
20 €
Kochi AiportChael Airport Residency*
21 €
MunnarGreen Valley Vista*
35 € inkl. Frühstück
AlleppeyKalappura Homestay*
27 €
VarkalaGypsy Walker Homestay*
34 €
AgondaSilent Waves*
34 € inkl. Frühstück
GokarnaGokarna Cabin*
25 €
HampiGopi Homestay*
33 € inkl. Frühstück
BangaloreHotel Skylights Bangalore Airport*
16 €
DarjeelingKi Kiba Dhee*
25 €
PellingMandavya homestay*
22 € inkl. Frühstück und Abendessen

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Indien - Essen & Trinken

Typisches südindisches Gericht: Dosa
Vegetarisch essen ist in Indien sehr leicht

Die indische Küche ist lecker, vielseitig und vor allem für Vegetarier ein wahres Paradies, kann aber auch fettig und scharf sein. Regional gibt es große Unterschiede und vor allem die nord- und die südindische Küche unterscheiden sich erheblich voneinander. Die meisten Speisen, die wir in Deutschland typischerweise aus indischen Restaurants kennen, stammen aus der nordindischen Küche: Beispielsweise Currys wie Chicken Tikka Masala, Aloo Ghobi oder Palak Paneer, Reisgerichte wie Biryani, aber auch Naan Brot und Tandoori, also Gerichte aus einem traditionellen Lehmofen. Im Süden isst man statt Naan eher Chapati und das beliebteste Gericht, was vor allem zum Frühstück gegessen wird, ist Dosa: eine Art dünner, knuspriger Pfannkuchen aus fermentiertem Reisteig, der mit verschiedenen Füllungen serviert wird. Besonders bekannt ist Masala Dosa, bei dem das Dosa mit einem Kartoffelcurry gefüllt wird. In allen Regionen beleibt sind sogenannte Thali Sets, besonders zum Mittagessen. Diese werden traditionell auf Bananenblättern oder Metallschalen serviert und du bekommst Reis, verschiedene Currys, Papadam und oft auch Rohkost und Quark gereicht und kannst von allem so oft nachnehmen, bis du satt bist. In vielen Restaurants wird sowohl süd- als auch nordindische Küche angeboten und es gibt in ganz vielen Restaurants auch andere Speisen wie Gebratenen Reis (Veg Fried Rice) und Gebratene Nudeln (Veg Noodle/Chow Mein) sowie internationale Gerichte wie Pasta, Sandwiches, Salate und Burger. Meistens sind internationale Gerichte etwas teurer als die indischen, aber grundsätzlich ist auswärts essen gehen sehr günstig. 

Bekannte Restaurantkette: Saravana Bhavan
Günstiges lokales Restaurant in Agonda
Thaliset mit Reis, Papadam und Currys

Zudem ist es Indien so leicht wie in kaum einem anderen Land, sich vegetarisch zu ernähren: Jedes Restaurant hat mindestens genauso viele vegetarische wie nicht-vegetarische Gerichte auf der Karte und es gibt extrem viele rein vegetarische Restaurants. Vegetarische Gerichte sind oft mit einem grünen Punkt und nicht-vegetarische Gerichte mit einem roten Punkt gekennzeichnet. Die Wartezeit beim Essen ist sehr unterschiedlich und hängt stark vom Restaurant, der Auslastung und den bestellten Gerichten ab. Ein Thali Set kann innerhalb von wenigen Minuten auf deinem Tisch stehen, aber andere Gerichte dauern gerne mal über eine Dreiviertelstunde. Aber Achtung: Wenn du nicht gerne scharf isst beziehungsweise es nicht verträgst, solltest du es bei der Bestellung unbedingt dazu sagen – auch wenn das ehrlicherweise keine Garantie ist, dass das Essen dann auch wirklich nicht scharf serviert wird. Inder essen übrigens meistens mit den Händen, aber als Tourist bekommst du in der Regel Besteck gereicht. Falls du mit Händen essen möchtest, achte darauf, nur mit der rechten Hand zu essen, da die linke Hand als unrein gilt. Wir waren während unserer zwei Monate in Indien in super vielen guten Restaurants und haben dir in den einzelnen Blogbeiträgen jeweils unsere Restaurantempfehlungen verlinkt. Aber eine Kette, die wir ganz besonders empfehlen können, ist Saravana Bhavan. Davon gibt es landesweit viele Filialen (meistens im Süden und übrigens auch außerhalb von Indien, zum Beispiel in Frankfurt), die Atmosphäre ist authentisch, das Essen lecker und die Preise günstig. Natürlich gibt es in Indien auch super viel Streetfood, was extrem günstig ist.

Veggieburger zur Abwechslung
Lokale & internationale Küche
Chai Masala all day every day

Das Nationalgetränk in Indien ist Masala Chai, ein Gewürztee aus schwarzem Tee, Milch, verschiedenen Gewürzen und wahlweise Zucker, der nur ein paar Cent kostet und an jeder Ecke angeboten wird. Wer lieber Kaffee trinkt, wird in Indien auch fündig, wobei wir sagen müssen, dass wir selten so richtig guten Cappuccino gefunden haben. Unser Lieblingsgetränk in Indien war Lime Soda, also Sprudelwasser mit etwas Limette, was man entweder „plain“ bestellen kann oder nach Geschmack mit Zucker oder Salz. Frische Fruchtsäfte gibt es ebenfalls in fast jedem Restaurant und natürlich Softdrinks wie Cola und Sprite. Alkohol hingegen ist in vielen Landesteilen eher unüblich, wird in touristischen Gegenden beziehungsweise Restaurants und Unterkünften aber meistens serviert. Es gibt allerdings auch alkoholfreie Städte (zum Beispiel Rishikesh) und alkoholfreie Unterkünfte – daran sollte man sich aus Respekt unbedingt halten. Supermärkte, wie wir sie kennen, sind in Indien eher selten. Viel verbreiteter sind kleine Kioske, an denen man Snacks und Getränke kaufen kann. Obst, Gemüse, Gewürze und Co. werden auf Märkten verkauft und richtige große Supermärkte muss man gezielt suchen. Dort findet man dann aber auch internationale Sachen wie Haferflocken und Müsli, Pasta und Co. Finanziell lohnt sich das nicht wirklich, weil die Restaurantpreise so günstig sind, aber wenn man mal etwas Abwechslung haben will, kann man sich in den Supermärkten ausstatten, um in der Unterkunft selbst zu kochen. Wer sich essen liefern lassen möchte, kann die Lieferdienste Swiggy oder Rapido nutzen – darüber haben wir uns zum Beispiel ab und zu Sandwiches von Subway liefern lassen.

Es kursieren unendlich viele negative Vorurteile gegenüber Indien – ganz vorne mit dabei sind die angeblich schlechten Hygienestandards und die zahlreich auftretenden Magenprobleme. Wir finden es grundsätzlich schwierig, ein riesiges Land pauschal zu beurteilen, wollen aber dennoch ein paar Worte zu diesem Thema verlieren. Wir hatten während unserer acht Wochen in Indien beide einmal eine heftigere Magenverstimmung und ansonsten ab und zu Durchfall oder Magenschmerzen – aber nichts Weltbewegendes, weshalb wir zum Arzt oder ins Krankenhaus gemusst hätten. Das Risiko begrenzen kann man, indem man kein Fisch und kein Fleisch isst, auf (nicht frisches) Streetfood verzichtet und versucht, scharfes Essen zu vermeiden (wenn man es nicht gut verträgt). In die Restaurantküchen konnten wir natürlich nicht reingucken, aber grundsätzlich ist das Verständnis von Hygiene schon anders. Allerdings kommt es hier auch sehr stark auf die Auswahl der Restaurants an. Wir haben in Restaurants gegessen, da wurde der Tisch seit Tagen nicht gewischt und in anderen Restaurants war es so sauber, da konnte man gefühlt vom Boden essen. Grundsätzlich sollte man in Indien, wie in den meisten Ländern in (Südost)Asien, kein Leitungswasser trinken und wer auf Nummer sicher gehen will, kann auch zum Zähneputzen Trinkwasser nutzen (hat Horst gemacht, Helen nicht). Man sollte sich über dieses Thema nicht zu sehr den Kopf zerbrechen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass man in irgendeiner Form Magenprobleme bei einer mehrwöchigen Reise durch Indien bekommt, ist schon relativ hoch. Ein kleiner Vorrat an Kohletabletten, Imodium Akut und Elektrolyten ist in der Reiseapotheke daher ratsam.

Indien - Wichtige Infos für deine Reise

Typische Straßenszene in Indien
Kühe fressen sich durch den Müll

Das Thema Hygiene haben wir eben schon angesprochen und was damit einhergeht, ist der Aspekt Müll. Wir haben noch kein Land bereist, in dem wir so viel Müll gesehen haben wie in Indien. Egal ob in den Großstädten auf den Straßen, an Stränden oder entlang der Zuggleise – Müll ist in Indien leider omnipräsent. Es wird an vielen Stellen versucht, dagegen vorzugehen, es gibt häufig Schilder, die darauf hinweisen, dass man keinen Müll in die Landschaft werfen soll, aber bisher scheint das nicht zu helfen. An vielen Orten haben wir Kühe und Hunde gesehen, die im Müll schlafen oder sich durch ihn hindurch fressen. Apropos Hunde: Hunde sind in vielen Teilen Indiens, ebenso wie Kühe, Teil des Straßenbilds. Manchmal hält einen das Hundegebell nachts wach, aber wir haben nie unangenehme Begegnungen mit Hunden gemacht, sondern ganz im Gegenteil, die Vierbeiner waren immer lieb und eher zurückhaltend. Dennoch ist Indien eins der Länder mit dem höchsten Tollwutrisiko, weshalb man auf jeden Fall Abstand halten sollte, wenn einem ein Hund (oder auch ein Affe) auffällig vorkommt. Neben dem Müll solltest du dich auch auf Lärm einstellen, besonders im Verkehr wirst du in größeren Städten durchgehend ein nie endendes Gehupe hören (auch in Innenräumen). Dementsprechend hoch ist die Luftverschmutzung in Ballungszentren und dazu gesellt sich in den Wintermonaten ein Nebel, der im nördlichen Teil von Indien oft wie ein Schleier in der Luft hängt und die Sonne blockiert. Ein weiteres unschönes Thema, mit dem du in Indien zwangsläufig konfrontiert wirst, ist Armut, denn in Indien ist diese so sichtbar wie in kaum einem anderen Land. Du solltest dich darauf einstellen, oft von Bettlern angesprochen zu werden – teilweise sogar ziemlich aufdringlich. Allerdings hilft es unserer Einschätzung nach wenig, ein paar Rupien zu geben, auch wenn das Mitleid natürlich groß ist. Viel mehr empfehlen wir, Spendenorganisationen zu unterstützen, die sich nachhaltig für die Armutsbekämpfung einsetzen. Wir selbst haben nach unserer Reise durch Indien an ChildAid gespendet, deren Projekte sich unter anderem auf Kinderrechte im Nordosten von Indien fokussieren.

Streetfood in Indien
Leute fragen gern nach Fotos
Formulare ausfüllen 24/7

Indien ist ein Land, das global mit vielen Vorurteilen zu kämpfen hat. Allerdings sind diese Vorurteile auch innerhalb von Indien extrem ausgeprägt und besonders in südlichen Bundesstaaten wie Kerala oder auch in der Himalayaregion versuchen sich die Menschen stark von den „North Indians“ (z.B. aus Uttar Pradesh oder Rajasthan) abzugrenzen. Diese Abgrenzung fließt allerdings häufig in Rassismus über und wir sind sehr oft Zeuge von extrem abfälligen Bemerkungen über die eigenen Landsleute geworden. Generell ist der Umgang mit Menschen in vielen Teilen Indiens anders als wir es gewöhnt sind. „Personal Space“ definieren Inder anders, man kommt sich ziemlich nahe und wenn es voll wird, wird auch mal gedrängelt und geschubst. In vielen Teilen Indiens fällt man als westlicher Tourist extrem auf und zieht viele Blicke auf sich – gerade als großer Mann oder als blonde Frau. Während diese Blicke im Süden und in der Himalayaregion weniger vorkamen und wenn dann eher neugierig waren, wurden wir in Uttar Pradesh und Rajasthan oft angestarrt und seeeeehr häufig nach Fotos gefragt. Wenn man keine Fotos machen möchte, kann man das ablehnen, was auch akzeptiert wird. Stell dich zudem darauf ein, auf den Straßen dauernd angesprochen zu werden: Leider verbirgt sich hinter fast jeder vermeintlich netten Anrede letztlich doch nur ein Verkaufsgespräch. Ständig will dir jemand den Laden seines Onkels zeigen, hat Verwandte in Deutschland oder kennt die besten Restaurants der Stadt – ignoriere das einfach und wenn du Hilfe oder Infos benötigst, frage am besten in deiner Unterkunft oder nur bei offiziellen Stellen (z.B. Station Master am Bahnhof) nach. Auf der anderen Seite sind die Inder super offen und interessiert und wir haben ganz viele liebenswerte Menschen kennen gelernt. Nach einiger Zeit vor Ort wirst du lernen und differenzieren können, wer dir nur etwas verkaufen oder tatsächlich aus Neugier ein ernsthaftes Gespräch führen will. Unsicher haben wir uns in unseren acht Wochen in Indien aber nie gefühlt und das Land ist auch nicht bekannt für eine hohe Kriminalitätsrate. Und zu guter Letzt ist uns noch eine Sache aufgefallen, die wir in Indien gar nicht erwartet hätten: Es ist extrem bürokratisch! Das fängt beim Check-in in einer Unterkunft an, wo nicht nur der Reisepass eingescannt wird, sondern auch das Visum und man unglaublich viele Informationen (teilweise digital und auf Papier) ausfüllen muss. Auch wenn man einen Roller leihen will, fällt einiges an Papierkram an und der Kauf einer SIM Karte kann gerne mal eine Stunde dauern, weil du noch bei einer Hotline anrufen musst, um den Namen deines Vaters zu bestätigen. Für all das solltest du Geduld und Zeit mitbringen.

Als Frau in Indien reisen

Indien ist definitiv ein herausforderndes Ziel (besonders als Frau), wobei wir je nach Region große Unterschiede festgestellt haben. Insgesamt habe ich mich in Indien nie unsicher, aber schon manchmal unwohl gefühlt. Besonders in Delhi, Agra und Jaipur wurde ich häufig von Männern angestarrt und nach Fotos gefragt und dann regelrecht belagert – darauf sollte man sich, insbesondere als blonde Frau, einstellen (Tipp: Einfach nein sagen). Teilweise wurden auch Fotos oder Videos ungefragt „heimlich“ gemacht. Grundsätzlich sieht man in vielen Orten deutlich mehr Männer als Frauen auf den Straßen. Im Süden (Goa, Kerala) und in Darjeeling und Sikkim war die Stimmung viel entspannter und man zieht als Tourist deutlich weniger Aufmerksamkeit auf sich.

Indien - Fazit

Vor unserer Reise hat uns jemand geschrieben: „Wer noch nicht in Indien war, ist noch nie wirklich gereist!“ Würden wir so pauschal nicht unterschreiben, aber ein Fünkchen Wahrheit steckt drin. Denn Indien versetzt dich in eine komplett andere Welt. Es gleicht mehr einem eigenen Kontinent und ist hinsichtlich Kultur, Religion, Essen, Landschaft und Mentalität unfassbar divers. Und unserer Meinung nach sollte man diese Diversität wahrnehmen und sich mehrere Landesteile anschauen.

Natürlich kann man nur das Goldene Dreieck bereisen und Indien danach als dreckig und chaotisch abstempeln. Aber es ist eben so viel mehr als das. Und was uns als Backpacker gefällt: In Indien ist man mittendrin im Leben. Vergleichen mit der großen Bevölkerung und anderen Ländern in Asien, machen ausländische Touristen nur einen kleinen Teil aus. Wir waren häufig die einzigen Westler in Bussen und Zügen, was uns immer das Gefühl gibt, ein Land auf eine echte Art und Weise kennenzulernen.

Indien - Blogbeiträge

Darjeeling & Sikkim

17.04.2025

8000 Meter hohe Berge, tibetische Klöster und Landschaften, die dir den Atmen rauben werden: Der kleine Bundesstaat Sikkim im Nordosten von Indien gehört zu unseren absoluten Highlights und lässt dich in eine Welt eintauchen, die du so in Indien nicht erwartet hast. Abenteuer garantiert!

Lesezeit: 7 Minuten

Der Pilgerort Gokarna

Gokarna im Süden Indiens hat im Hinduismus eine wichtige spirituelle Bedeutung und ist ein bedeutender Pilgerort. Dazu gilt Gokarna als die weniger touristische Alternative zu Goa und bietet jede Menge toller Sandstrände wie den Om Beach oder den Kuddle Beach.

Lesezeit: 4 Minuten

Zug fahren in Indien

20.03.2025

Der Zug ist in Indien das beste, günstigste und oft das schnellste Verkehrsmittel – aber der Buchungsprozess ist für Touristen kompliziert. Wir zeigen dir, wie und wo du Tickets buchst, welche Buchungsklassen es gibt, welche Apps du brauchst und auch, wie die Sicherheit und Hygiene an Bord ist.

Lesezeit: 5 Minuten

Kerala - Das andere Indien

09.03.2025

Dass Indien nicht nur aus Großstädten, Lärm, Dreck, Verkehr und Chaos besteht, zeigt Kerala: Der Bundesstaat im Süden von Indien lockt mit kolonialen Städten, grünen Teeplantagen, einzigartigen Flusslandschaften und traumhaften Sandstränden. Wir zeigen dir alle Highlights!

Lesezeit: 7 Minuten

Goa - Indiens Traumstrände

Goa, die ehemalige Hippiehochburg, ist eine absolute Oase der Ruhe. Vor allem Agonda, ein kleiner Strandort in Südgoa, strahlt Ruhe und Entspannung aus. Dort warten wunderschöne Strände, Palmen, Yoga, Spiritualität, bestes Essen und Sonnenscheingarantie auf dich.

Lesezeit: 6 Minuten

EIn Besuch beim Taj Mahal

13.02.2025

Das Taj Mahal, ein Mausoleum gefertigt aus 200.000 Tonnen weißem Marmor, zählt zu den bekanntesten Gebäuden der Welt. Ein Besuch des modernen Weltwunders in Agra gehört auf jeder Indien-Rundreise dazu! Hier findest du alle wichtigen Infos und einen Geheimtipp für den perfekten Sunset.

Lesezeit: 5 Minuten

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