León

Nicaragua

Highlights in León

Im Herzen von Mittelamerika liegt Nicaragua und vereint alles von dem, was diesen Teil der Welt auszeichnet: aktive Vulkane, grüne Landschaften, Küsten am Pazifik und der Karibik, alte Kolonialstädte und viel unberührte Natur. León, eine der bekanntesten Städte des Landes, dient als perfekter Ausgangsort, um alle diese Dinge zu sehen. Die zweitgrößte Stadt Nicaraguas liegt im Westen und ist über viele Busverbindungen mit der Hauptstadt Managua verbunden. Der Transfer über Land ist generell einfach – von fast jeder größeren Stadt (Guatemala City, San Salvador, Tegucigalpa) in Mittelamerika fahren komfortable Reisebusse nach Managua, die meistens einen Stopp in León einlegen.

Aber was macht León so besonders? Neben der Stadt selbst, die Heimat der größten Kathedrale in Mittelamerika ist, gibt es das weltweit einzigartige Volcano Boarding auf dem Cerro Negro, eine Wanderung auf den aktiven Telica Vulkan oder Tagesausflüge an die Küstenstadt Las Peñitas am Pazifik.

Der Blog als Vlog

Alles Infos und Highlights aus diesem Blogbeitrag findest du auch auf YouTube in unserem Vlog!

León - Der Ausgangsort

León ist neben Granada eine der schönsten Städte Nicaraguas. Wir empfehlen auf jeden Fall eine Free Walking Tour, denn so lernt man die Stadt noch einmal viel besser kennen und erfährt auch viel Interessantes über die Geschichte und jüngere Vergangenheit Nicaraguas. Das Highlight ist die Kathedrale, die größte Kathedrale Mittelamerikas und das Coolste ist: Für 3 Euro kann man auf das Dach klettern, was ein wunderschöner Anblick ist – besonders bei Sonnenuntergang! Außerdem gibt es rund um die Kathedrale gute Restaurants und Cafés. Als Unterkunft können wir das Volcano Hostel* empfehlen, genau wie die Metropolis Spanish School, in der wir einen einwöchigen Spanisch Sprachkurs gemacht haben und währenddessen bei einer Gastfamilie leben durften. Beachte, dass es in León sehr heiß werden kann, besonders im von März bis Mai.

Volcano Boarding auf dem Cerro Negro

Von Sandboarding werden die meisten schon mal gehört haben – von Volcano Boarding wohl eher nicht. Denn das ist einzigartig und kann in der Form nur in León in Nicaragua gemacht werden! Anstelle einer Sanddüne fährt man hier mit einem Board einen aktiven Vulkan runter. Klingt verrückt? Ist es auch! Macht aber jede Menge Spaß und ist auf jeden Fall ein Must-do bei einem Besuch in Nicaragua. Angeboten werden die Touren auf den Vulkan Cerro Negro für 35 Dollar an jeder Ecke in León.

Es gibt eine Tour, die morgens um 8 Uhr startet, und eine die nachmittags um 14 Uhr beginnt. Der berühmteste Anbieter ist Volcano Day, der auch für seine bunten T-Shirts mit der Aufschrift „Today is gonna be a Volcano Day“ bekannt ist. In der ganzen Stadt sieht man Backpacker damit rumlaufen. Wir haben die Tour zwar mit einem anderen Anbieter (Barbaro Tours, highly recommend) gebucht, uns aber die Chance nicht nehmen lassen und uns zwei Tanktops für je 5 Dollar gekauft.

Der Cerro Negro ist der jüngste Vulkan Mittelamerikas und sehr aktiv. Er ist „nur“ 728 Meter hoch, der Vulkankegel wächst aber mit jedem Ausbruch. Wir haben die Nachmittagstour gebucht und sind mit einem Jeep circa 45 Minuten zum Ausgangspunkt der Wanderung gefahren. Dort hieß es Board und Ausrüstung unter den Arm klemmen und los geht’s. Wir waren eine super kleine Gruppe, außer uns war nur noch ein anderer Reisender dabei – das war sehr entspannt und unser Guide hat sich total Mühe gegeben, viel Spannendes erzählt und kannte die besten Foto und Videospots. Wir hatten von der Wanderung nicht viel erwartet, waren aber total positiv überrascht: Allein der Hike auf den Vulkan, der circa eine Stunde gedauert hat, und den Krater entlang war schon total beeindruckend. Wir haben inzwischen schon den ein oder anderen Vulkan gesehen, sind aber immer wieder überrascht davon, wie einzigartig jeder einzelne ist. Schon auf dem Weg zum Cerro Negro ist die gesamte Landschaft von schwarzer Asche und Vulkangestein gezeichnet. Und von oben hat man Blick auf mehrere andere Vulkane der Bergkette Cordillera de los Maribios.

Wanderung zum Startpunkt
Auf dem Gipfel des Cerro Negro
Der "Abstieg" geht schneller

Und dass der Cerro Negro aktiv ist, merkt man spätestens wenn man oben angekommen ist: Der Boden ist richtig heiß und dampft. Aber dann beginnt erst der aufregende Teil: Man zieht sich einen Ganzkörperanzug, Schutzbrille, Handschuhe und ein Tuch vor’s Gesicht und nach einer kurzen Einweisung gehts los. Wie schnell man auf seinem Board fährt, kann man durch die Sitzposition bestimmen und mit den Füßen bei Bedarf bremsen. Der Geschwindigkeitsrekord liegt bei knapp 100 km/h – den haben wir wohl nicht gebrochen, aber es hat super viel Spaß gemacht! Es wackelt, ist staubig und einfach nur wild und in wenigen Minuten ist man unten angekommen. Hinterher hat man zwar überall Vulkanasche (Mund, Nase, Ohren), aber es lohnt sich sowas von. Definitiv ein einmaliges Erlebnis, das wir nicht mehr vergessen werden!

Wanderung zum Telica Vulkan

In der Umgebung von León liegen unzählige Vulkane, aber einer der bekannteren ist der Telica Vulkan. Dafür gibt es verschiedene Touren, die bei 45 Dollar anfangen. Uns war das zu teuer und wir haben beschlossen, den Hike auf eigene Faust zu machen. Wir hatten einige Blogs gefunden, in denen andere Reisende beschreiben, wie sie die Tour alleine gemacht haben, und wir hatten den Wanderweg bei Maps.me rausgesucht. Das war sehr wichtig, denn der Weg ist nicht markiert! Außerdem: Genug Wasser einpacken, denn man wandert bei hohen Temperaturen fast durchgehend in der Sonne. Wir hatten etwas über 4 Liter pro Person dabei, was wir locker ausgetrunken haben. Auch Sonnencreme und eine Kappe sollten nicht fehlen.

Mit dem Chickenbus nach San Jacinto
Erster Blick auf den Telica

Morgens ging es für uns in León (Mercado La Terminal) mit dem Chickenbus nach San Jacinto, was circa eine Stunde gedauert hat. Das kleine Dörfchen dient als Startpunkt der Wanderung. Wir würden empfehlen, spätestens um 8 Uhr in San Jacinto zu starten, damit man es auf jeden Fall vor Einbruch der Dunkelheit (gegen 18 Uhr) zurückschafft. Die Wanderung an sich ist nicht besonders herausfordernd und es müssen auch nicht viele Höhenmeter zurück gelegt werden. Die ersten Stunden sind wir ohne jegliche Steigung gelaufen. Was den Hike trotzdem herausfordernd macht ist zum einen die Hitze und zum anderen die Länge: Für den Weg auf den Gipfel sollte man vier Stunden einplanen, zurück mindestens drei.

Kein Mensch weit und breit
Am Kraterrand des Telica
Blick in den dampfenden Krater

Die Wanderung ist sehr offroad, teilweise lässt sich der Weg kaum erkennen. Es geht über Felder, Wälder und Stracheldrahtzäune, aber an dem gesamten Tag haben wir nur drei andere Reisende getroffen! Das ist schon ein ziemliches Abenteuer, so komplett ab vom Schuss, ohne jegliche Infrastruktur oder andere Menschen zu wandern. Nach fünf Stunden (eine Stunde ging fürs Filmen drauf) kamen wir ziemlich erschöpft am Gipfel an. Der Telica Vulkan ist 1061 Meter hoch und eine der aktivsten Vulkane Nicaraguas. Er besteht aus mehreren verwachsenen Kegeln, was ihn total mächtig und schroff erscheinen lässt. Im Hauptkegel befindet sich ein Doppelkrater mit 700 Metern Durchmesser und etwa 120 Metern Tiefe. Da standen wir plötzlich davor: Keine anderen Menschen, keine Absicherung – nur wir und der Vulkan. Und da wussten wir wieder mal: Die Anstrengung hat sich gelohnt! Wir hatten oben nicht allzu lange Zeit, da wir vor Einbruch der Dunkelheit zurück sein wollten und etwas spät gestartet waren. Also machten wir uns nach circa einer Stunde auf den Rückweg, für den wir etwas über drei Stunden gebraucht haben – es wurde gerade dunkel, als wir San Jacinto erreichten. In einer Tienda (kleiner Shop) im Ort haben wir uns erst mal was Kühles zu trinken gekauft, bevor es mit dem Chickenbus – erschöpft, aber glücklich – zurück nach León ging. Die Wanderung auf eigene Faust hat uns inklusive Anreise mit dem Chickenbus, Eintritt für die auf dem Wanderweg befindlichen Schwefelfelder in San Jacinto sowie den „Eintritt“ für den Telica Vulkan selbst (aus dem nirgendwo wird ein Typ aufkreuzen und Geld einsammeln) insgesamt pro Person nur 6 Euro gekostet. Es besteht zudem die Möglichkeit, die Wanderung ab La Quimera zu starten, was einige Kilometer südlich von San Jacinto liegt. Hinweis: Vulkane sind unberechenbar und erkundige dich vorab in León, ob eine Wanderung zum Kraterrand des Telica als sicher eingestuft wird.

Reisetipps für Nicaragua

Eine gute Reisekreditkarte ist ein absolutes Must-Have! Wir zeigen dir die besten drei Optionen, die alle komplett kostenlos sind.

Keine Reise ohne Versicherung. Egal ob Rollerunfall oder Magenprobleme: Mit der Young Travellers bist du immer abgesichert.

Egal ob eSIM, Touristen SIM am Flughafen oder lokale SIM Karte: Wir haben alles getestet und vergleichen die Optionen mit Vor- & Nachteilen.

Pazifikküste - Las Penitas

Die Pazifikküste ist von León nur 20 Kilometer entfernt – das schafft man selbst mit dem Chickenbus (Abfahrt in León: Terminal Bus El Mercandito) in unter einer Stunde. Die willkommene Abkühlung zur heißen Stadt nutzen auch die Locals gerne – besonders am Wochenende. Aber an den langen Stränden verläuft sich das total und unter der Woche war es bei unserem Aufenthalt super ruhig. Unterkunftsempfehlung: Caracolito*

Las Penitas ist ein kleiner Ort, aber der Strand ist riesig. Fünf Kilometer lang zieht sich der dunkle weiche Sandstrand – das lädt auf jeden Fall zu tollen Strandspaziergängen ein. Außerdem gibt es viele Hostels, Restaurants und Beachbars (mit vegetarischen Optionen). Wir empfehlen La Barca de Oro, Restaurante Sua und die Simple Beach Lodge.

Surfen, Yoga, Babyschildkröten

Las Penitas hat aber nicht nur tollen Strand und gutes Essen zu bieten. Wer surft oder es lernen will, ist hier auf jeden Fall richtig, denn es gibt viele Surfschulen und die Wellen sind auch für Anfänger geeignet. Wer nur ein Board braucht, kann sich das ebenfalls ausleihen. Außerdem werden Yogastunden und auch mehrtägige Yogaretreats in einigen Hostels angeboten. In der Nähe von Las Penitas liegt das Juan Venado Island Nature Reserve. Mit einem Boot kann man in den Mangrovenwald fahren und Tiere, darunter wohl auch Krokodile, bestaunen.

Perfekte Surfbedingungen
Frisch geschlüpfte Babyschildkröte
Spiritualität kommt nicht zu kurz

Von September bis Februar ist Schildkrötensaison. In dieser Zeit kann man in dem Naturschutzgebiet Babyschildkröten ins Meer lassen. In der Surfing Turtle Lodge beispielsweise gibt es eine Brutstation, die man ganzjährig besuchen kann. Das muss ein tolles Erlebnis sein, aber wir waren leider außerhalb der Saison da. Unser Highlight waren die tollen Sonnenuntergänge in Las Penitas, denn die Sonne geht am Horizont im Meer unter. Am besten schnappt man sich einen kühlen Drink und genießt den Anblick in einer Beachbar mit den Füßen im Sand!

• Affiliate Links & Kaffeekasse •
Bei den mit (*) gekennzeichneten Links handelt es sich um Affiliate Links. Gleicher Preis für dich, kleine Provision für uns, um den Kanal zu unterstützen! Alternativ kannst du uns auf einen virtuellen Kaffee einladen, denn wir verzichten für eine bessere Nutzerfreundlichkeit auf dem Blog auf Werbeanzeigen.

León - Fazit

León und Las Penitas waren unsere ersten Stopps in Nicaragua und haben dafür gesorgt, dass wir von Anfang an völlig angetan waren vom Land! Sieht man von der Hitze ab, ist León die perfekte Stadt: angenehme Größe, schöne Gebäude und tolle Straßenzüge, die größte Kathedrale Mittelamerikas, gute Restaurants und Cafés, viele Spanisch Schulen – und natürlich zahlreiche Vulkane drum herum inklusive dem weltweit einzigartigen Volcano Boarding! Das muss man erst mal toppen.

Wer in León ist, muss einen Abstecher nach Las Penitas an die Küste machen – allein schon für die Abkühlung. Die Wellen sind zwar hoch, aber man kann schwimmen gehen, um sich endlich ein bisschen zu erfrischen. Der kilometerlange, fast menschenleere Sandstrand und die Sonnenuntergänge waren einfach traumhaft. Dazu kommen die Möglichkeiten für Surfen und Yoga und wenn man Glück hat und zur richtigen Zeit vor Ort ist, sogar noch Babyschildkröten: Wir können es nur weiterempfehlen!

Persönliche Reise-Updates direkt in dein Postfach 🌍

Erfahre als Erster von unseren Reiseplänen, begleite uns unterwegs und erhalte unsere besten Reisetipps per Mail.

Mit deiner Anmeldung stimmst du unserer Datenschutzerklärung zu. Du kannst dich jederzeit abmelden.