León - To-Do's

Nicaragua

Was erwartet dich?

Im Herzen von Mittelamerika liegt Nicaragua und vereint alles von dem, was diesen Teil der Welt auszeichnet: aktive Vulkane, grüne Landschaften, Küsten am Pazifik und der Karibik, alte Kolonialstädte und viel unberührte Natur. León, eine der bekanntesten Städte des Landes, dient als perfekter Ausgangsort, um alle diese Dinge zu sehen. Die zweitgrößte Stadt Nicaraguas liegt im Westen und ist über endlos viele Busverbindungen mit der Hauptstadt Managua verbunden. Der Transfer über Land ist generell einfach – von fast jeder größeren Stadt (Guatemala City, San Salvador, Tegucigalpa) in Mittelamerika fahren komfortable Reisebusse nach Managua, die meistens einen Stopp in León einlegen.

Aber was macht León so besonders? Neben der Stadt selbst, die Heimat der größten Kathedrale in Mittelamerika ist, gibt es das weltweit einzigartige Volcano Boarding auf dem Cerro Negro, eine Wanderung auf den aktiven Telica Vulkan oder Tagesausflüge an die Küstenstadt Las Peñitas am Pazifik.

Highlight Reel

León - Der Ausgangsort

León ist neben Granada eine der schönsten Städte Nicaraguas – aber auch eine der heißesten! Bei unserem Besuch im April war es wirklich extrem heiß – wer es kühler mag, sollte besser gegen Anfang der Trockenzeit (Nov, Dez, Jan) kommen. Wir empfehlen auf jeden Fall eine Free Walking Tour, denn so lernt man die Stadt noch einmal viel besser kennen und erfährt auch viel Interessantes über die Geschichte und jüngere Vergangenheit Nicaraguas – die Guides machen das wirklich toll!  

Das Highlight ist die Kathedrale, die größte Kathedrale Mittelamerikas und das Coolste ist: Für 2.50 Euro kann man auf das Dach klettern, was ein wunderschöner Anblick ist – besonders bei Sonnenuntergang! Außerdem gibt es zahlreiche Spanisch Schulen und tolle Restaurants und Cafés.

Volcano Boarding auf dem Cerro Negro

Von Sandboarding werden die meisten schon mal gehört haben – von Volcano Boarding wohl eher nicht. Denn das ist einzigartig und kann in der Form nur in León in Nicaragua gemacht werden! Anstelle einer Sanddüne fährt man hier mit einem Board einen aktiven Vulkan runter. Klingt verrückt? Ist es auch! Macht aber jede Menge Spaß und ist auf jeden Fall ein Must-do bei einem Besuch in Nicaragua. Angeboten werden die Touren auf den Vulkan Cerro Negro für 30 Dollar an jeder Ecke in León.

Es gibt eine Tour, die morgens um 8 Uhr startet, und eine die nachmittags um 14 Uhr beginnt. Der berühmteste Anbieter ist Volcano Day, der auch für seine bunten T-Shirts mit der Aufschrift „Today is gonna be a Volcano Day“ bekannt ist. In der ganzen Stadt sieht man Backpacker damit rumlaufen. Wir haben die Tour zwar mit einem anderen Anbieter (Barbaro Tours, highly recommend) gebucht, uns aber die Chance nicht nehmen lassen und uns zwei Tanktops für je 5 Dollar gekauft.

Der Cerro Negro ist der jüngste Vulkan Mittelamerikas und sehr aktiv. Er ist „nur“ 728 Meter hoch, der Vulkankegel wächst aber mit jedem Ausbruch. Wir haben die Nachmittagstour gebucht und sind nach circa 45 Minuten am Ausgangspunkt der Wanderung angekommen. Dort hieß es Board und Ausrüstung unter den Arm klemmen und los geht’s. Wir waren eine super kleine Gruppe, außer uns war nur noch ein anderer Reisender dabei – das war sehr entspannt und unser Guide hat sich total Mühe gegeben, viel Spannendes erzählt und kannte die besten Foto und Videospots. Wir hatten von der Wanderung nicht viel erwartet, waren aber total positiv überrascht: Allein der Hike auf den Vulkan, der circa eine Stunde gedauert hat, und den Krater entlang war schon total beeindruckend. Wir haben inzwischen schon den ein oder anderen Vulkan gesehen, sind aber immer wieder überrascht davon, wie einzigartig jeder einzelne ist! Schon auf dem Weg zum Cerro Negro ist die gesamte Landschaft von schwarzer Asche und Vulkangestein gezeichnet. Und von oben hat man freien Blick auf gleich mehrere andere Vulkane der Bergkette Cordillera de los Maribios.

Und dass der Cerro Negro aktiv ist, merkt man spätestens wenn man oben angekommen ist: Der Boden ist richtig heiß und dampft und wenn man nur ein bisschen gräbt, wird es unerträglich heiß! Allein das wäre schon eine tolle Tour. Aber dann beginnt erst der wirklich aufregende Teil: Man zieht sich einen Ganzkörperanzug, Schutzbrille, Handschuhe und ein Tuch vor’s Gesicht und nach einer kurzen Einweisung gehts los. Wie schnell man fährt, kann man durch die Sitzposition bestimmen und mit den Füßen bei Bedarf bremsen. Der Geschwindigkeitsrekord liegt bei knapp 100 km/h – den haben wir wohl nicht gebrochen, aber es hat super viel Spaß gemacht! Es wackelt, ist staubig und einfach nur wild und in wenigen Minuten ist man unten angekommen. Hinterher hat man zwar überall Vulkanasche (Mund, Nase, Ohren), aber es lohnt sich sowas von. Definitiv ein einmaliges Erlebnis, das wir nicht mehr vergessen werden!

Wanderung zum Telica Vulkan

In der Umgebung von León liegen unzählige Vulkane, aber einer der bekannteren ist der Telica Vulkan. Dafür gibt es verschiedene Touren, die bei 45 Dollar anfangen. Uns war das zu teuer und wir haben beschlossen, den Hike auf eigene Faust zu machen. Wir hatten einige Blogs gefunden, in denen andere Reisende beschreiben, wie sie die Tour alleine gemacht haben, und wir hatten den Wanderweg bei Maps.me rausgesucht. Das war auch total wichtig, denn der Weg ist nicht markiert! Außerdem wichtig: Genug Wasser einpacken. Wir hatten etwas über 4 Liter pro Person dabei, was wir locker ausgetrunken haben. Empfehlen würden wir in den heißen Monaten eher 5 Liter. Auch Sonnencreme und eine Kappe sollten nicht fehlen.

Morgens ging es für uns in León (Mercado La Terminal) mit dem Chickenbus nach San Jacinto, was circa eine Stunde gedauert hat. Das kleine Dörfchen dient als Startpunkt der Wanderung. Wir würden empfehlen, spätestens um 9 Uhr in San Jacinto zu starten, damit man es auf jeden Fall vor Einbruch der Dunkelheit (gegen 18 Uhr) zurückschafft. Die Wanderung an sich ist nicht besonders herausfordernd und es müssen auch nicht viele Höhenmeter zurück gelegt werden. Die ersten Stunden sind wir ohne jegliche Steigung gelaufen. Was den Hike trotzdem herausfordernd macht ist aber zum einen die Hitze und zum anderen die Länge: Für den Weg auf den Gipfel sollte man vier Stunden einplanen, zurück auch mindestens drei.

Die Wanderung ist sehr offroad, teilweise lässt sich der Weg kaum erkennen. Es geht über Felder, Wälder und Stracheldrahtzäune, aber an dem gesamten Tag haben wir nur drei andere Reisende getroffen! Das ist schon ein ziemliches Abenteuer, so komplett ab vom Schuss, ohne jegliche Infrastruktur oder andere Menschen zu wandern. Nach fünf Stunden (eine Stunde ging fürs Filmen drauf) kamen wir ziemlich erschöpft am Gipfel an. Der Telica Vulkan ist 1061 Meter hoch und eine der aktivsten Vulkane Nicaraguas. Er besteht aus mehreren verwachsenen Kegeln, was ihn total mächtig und schroff erscheinen lässt. Im Hauptkegel befindet sich ein Doppelkrater mit 700 Metern Durchmesser und etwa 120 Metern Tiefe. Da standen wir plötzlich davor: Keine anderen Menschen, keine Absicherung – nur wir und der Vulkan. Und da wussten wir wieder mal: Die Anstrengung hat sich gelohnt!

Wir hatten oben nicht allzu lange Zeit, da wir vor Einbruch der Dunkelheit zurück sein wollten und etwas spät gestartet waren. Also machten wir uns nach circa einer Stunde auf den Rückweg, für den wir etwas über drei Stunden gebraucht haben – es wurde gerade dunkel, als wir San Jacinto erreichten. In einer Tienda (kleiner Shop) im Ort haben wir uns erst mal was Kühles zu trinken gekauft, bevor es mit dem Chickenbus – erschöpft, aber glücklich – zurück nach León ging. Die Wanderung auf eigene Faust hat uns insgesamt pro Person 6 Euro anstelle von 45 Euro gekostet.

Der Blog als Vlog

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Pazifikküste - Las Penitas

Die Pazifikküste ist von León nur 20 Kilometer entfernt – das schafft man selbst mit dem Chickenbus (Abfahrt in León: Terminal Bus El Mercandito) in unter einer Stunde. Die willkommene Abkühlung zur heißen Stadt nutzen auch die Locals gerne – besonders am Wochenende. Aber an den langen Stränden verläuft sich das total und unter der Woche war es bei unserem Aufenthalt super ruhig.

Las Penitas ist ein kleiner Ort, aber der Strand ist riesig! Fünf Kilometer lang zieht sich der dunkle weiche Sandstrand – das lädt auf jeden Fall zu tollen Strandspaziergängen ein. Außerdem gibt es viele Hostels, Restaurants und Beachbars (mit vegetarischen Optionen!). Wir empfehlen La Barca de Oro, Restaurante Sua und die Simple Beach Lodge.

Surfen, Yoga, Babyschildkröten

Las Penitas hat aber nicht nur tollen Strand und gutes Essen zu bieten. Wer surft oder es lernen will, ist hier auf jeden Fall richtig, denn es gibt viele Surfschulen und die Wellen sind auch für Anfänger geeignet. Wer nur ein Board braucht, kann sich das ebenfalls ausleihen. Außerdem werden Yogastunden und auch mehrtägige Yogaretreats in einigen Hostels angeboten. In der Nähe von Las Penitas liegt das Juan Venado Island Nature Reserve. Mit einem Boot kann man in den Mangrovenwald fahren und Tiere, darunter wohl auch Krokodile, bestaunen.

Von September bis Februar ist Schildkrötensaison. In dieser Zeit kann man in dem Naturschutzgebiet Babyschildkröten ins Meer lassen. In der Surfing Turtle Lodge beispielsweise gibt es eine Brutstation, die man ganzjährig besuchen kann. Das muss ein tolles Erlebnis sein, aber wir waren leider außerhalb der Saison da. Unser Highlight waren die tollen Sonnenuntergänge in Las Penitas, denn die Sonne geht am Horizont im Meer unter. Am besten schnappt man sich einen kühlen Drink und genießt den Anblick in einer Beachbar mit den Füßen im Sand!

Fazit

León und Las Penitas waren unsere ersten Stopps in Nicaragua und haben dafür gesorgt, dass wir von Anfang an völlig angetan waren vom Land! Sieht man von der Hitze ab, ist León die perfekte Stadt: angenehme Größe, schöne Gebäude und tolle Straßenzüge, die größte Kathedrale Mittelamerikas, gute Restaurants und Cafés, viele Spanisch Schulen – und natürlich zahlreiche Vulkane drum herum inklusive dem weltweit einzigartigen Volcano Boarding! Das muss man erst mal toppen.

Wer in León ist, muss einen Abstecher nach Las Penitas an die Küste machen – allein schon für die Abkühlung. Die Wellen sind zwar hoch, aber man kann schwimmen gehen, um sich endlich ein bisschen zu erfrischen. Der kilometerlange, fast menschenleere Sandstrand und die Sonnenuntergänge waren einfach traumhaft. Dazu kommen die Möglichkeiten für Surfen und Yoga und wenn man Glück hat und zur richtigen Zeit vor Ort ist, sogar noch Babyschildkröten: Wir können es nur weiterempfehlen!