Machu Picchu

Peru

Einleitung & Allgemeines

Dürfen wir vorstellen: In diesem Blogpost dreht sich alles um das größte Highlight Perus, wenn nicht gar ganz Südamerikas: Machu Picchu. Die gut erhaltene Inkastadt ist eins der sieben modernen Weltwunder und steht wohl bei fast jedem Backpacker auf der Bucketlist! Weil die Inka keine Schriftsprache hatten, ist wenig über diese spannende Kultur überliefert, was dazu führt, dass sich bis heute viele Mythen um die Inka und um Machu Picchu und dessen plötzliches Verlassenwerden ranken. Unsere Erwartungshaltung war entsprechend hoch, aber so viel können wir schon mal vorweg nehmen: Wir wurden nicht enttäuscht!

Machu Picchu ist in echt genauso magisch, wie man es sich vorstellt und eins unserer absoluten Highlights auf Weltreise! Von der Low Budget-Variante, über eine geführte private Tour bis hin zu einem mehrtägigen Trek gibt es zahlreiche Wege, Machu Picchu zu besuchen. In diesem Blogpost zeigen wir dir, welche Varianten es gibt und stellen dir unsere wunderschöne 2-Tages-Tour im Detail vor.

Welche Touren gibt es?

Es gibt viele Wege, sich Machu Picchu anzuschauen – im Endeffekt hängt das von deiner persönlichen Präferenz ab. Möchtest du die Inkaruinen auf eigene Faust oder in einer geführten Tour anschauen? Willst du mit dem Zug und Bus hinfahren, eine Tageswanderung oder einen mehrtägigen Trek machen? Und nicht zuletzt natürlich: Wie viel Geld kannst oder willst du für dieses Highlight ausgeben?

Wenn du Lust auf eine längere Wanderung hast, bietet sich der Salkantay Trek an. Die klassische Tour dauert fünf Tage und vier Nächte, es gibt aber auch drei-, vier- und sechstägige Touren. Die Wanderungen sind herausfordernd, aber wunderschön und können bei vielen verschiedenen Anbietern, am besten vor Ort in Cusco, gebucht werden. Den Salkantay Trek kannst du nur mit Guide, also in einer geführten Tour, wandern.

Die komfortabelste (und kürzeste) Variante ist es, den Zug ab Cusco oder Ollantaytambo bis nach Aguas Calientes, der Stadt, die zu Füßen des Machu Picchu liegt, zu nehmen. Züge gibt es von Inca Rail und Peru Rail; Preise starten bei circa 60$ one way. Das ist natürlich nicht günstig, aber die etwa eineinhalb stündige Fahrt führt durch die wunderschönen Landschaften der peruanischen Anden und bietet traumhafte Ausblicke! Von Aguas Calientes aus fahren Busse für 12$ one way in 20 Minuten hoch zum Eingang von Machu Picchu.

Wenn du Lust auf eine längere Wanderung hast, bietet sich neben dem Salkantay Trek auch der Inka Trail an. Die klassische Tour dauert vier Tage und drei Nächte, es gibt aber auch kürzere und längere Varianten. Die Wanderungen sind herausfordernd, aber wunderschön und können bei vielen verschiedenen Anbietern, am besten vor Ort in Cusco, gebucht werden. Den Inka Trail kannst du nur mit Guide, also in einer geführten Tour, wandern. Wenn du keine mehrtägige Wanderung machen kannst oder willst, aber dennoch einen Teil des Inka Trails laufen willst, bietet sich eine 2-tägige-Tour mit einer Mischung aus Zugfahrt und eintägiger Wanderung an. Das war auch unsere Tour, die wir im folgenden Blogpost ausführlich beschreiben.

Die low budget-Variante ist es, mit dem Bus von Cusco zur Hydroelectrica zu fahren und von dort aus den Rest der Strecke bis Aguas Calientes zu wandern. Das kann man entweder auf eigene Faust machen (mit mehreren Bussen) oder alternativ gibt es in Cusco auch Agenturen, die diese low budget-Variante anbieten.

Wer es noch günstiger haben will: Man kann mit dem Collectivo von Cusco nach Ollantaytambo fahren und von dort aus nach Aguas Calientes wandern. Das ist allerdings eine 30 Kilometer-Wanderung, die man auch angesichts der Höhe und der Temperaturen nicht unterschätzen sollte. Um noch mehr zu sparen, kann man ab Aguas Calientes aus – statt den Bus zu nehmen – hoch zu Machu Picchu wandern (ca. 1,5 Stunden).

Der Blog als Vlog

Alles Infos und Highlights aus diesem Blogbeitrag findest du auch auf YouTube in unserem Vlog!

Unsere 2-Tages-Tour

Normalerweise sind wir low budget unterwegs, aber Machu Picchu stellt da eine Ausnahme dar: Denn wir hatten bereits 2020 eine Tour gebucht, die wir wegen Corona nicht wahrnehmen, aber über zwei Jahre später nachholen konnten. Diese 2-Tages-Tour sah grob wie folgt aus: In Cusco wurden wir frühmorgens von einem privaten Fahrer nach Ollantaytambo gebracht, von wo aus wir eine Stunde lang mit dem Panoramazug zu Kilometer 104 gefahren sind. Von da ging es zu Fuß weiter: Rund sieben Stunden sind wir auf dem Inka Trail gewandert, bis Machu Picchu vor uns auftauchte. Dann verbrachten wir eine Nacht in Aguas Calientes, bevor es am nächsten Morgen in die unteren Ruinen von Machu Picchu ging. Zurück nach Cusco ging es am Nachmittag mit Zug und privatem Fahrer.

Mit dem Zug zu km 104

Dies Reise mit dem Zug startet in Ollantaytambo, von wo aus zwei Zugunternehmen fahren: Inca Rail und Peru Rail. Die Züge fahren bis nach Aguas Calientes, der Stadt, die zu Füßen des Machu Picchu liegt. Die Fahrt dauert 1 Stunde und 40 Minuten – aber man kann auch früher aussteigen. So haben wir es gemacht: Wir sind mit dem Zug bis Kilometer 104 gefahren, was etwas über eine Stunde gedauert hat.

Wie bereits erwähnt, waren wir dies mal nicht low budget unterwegs und haben uns deshalb auch den 360° Grad Panoramazug von Inca Rail gegönnt: Dieser hat riesige Fenster, auch oben im Dach, sehr komfortable Sitze mit viel Platz und vor allem einen offenen Wagen ohne Fenster, wo man die besten Fotos und Videos machen oder einfach den Kopf in den Fahrtwind halten und die wunderschöne Landschaft genießen kann. Denn die Strecke hat es wirklich in sich: Man fährt durch die peruanischen Anden, ist umgeben von Bergen, neben der Zugstrecke verläuft ein wilder Fluss – einfach traumhaft schön! Für uns war das der perfekte Start in die 2-Tages-Tour und wir haben jede Sekunde der Fahrt genossen.

auf dem Inka Trail zum Sonnentor

Bei Kilometer 104 war dann der bequeme Teil der Strecke vorbei, denn ab hier ging es zu Fuß weiter. Hier haben wir uns auch mit unserem Guide Ali und den zwei anderen Teilnehmern aus unserer Gruppe getroffen. Der erste Teil des Weges bis zur Mittagspause dauert circa vier Stunden und geht großteils bergauf, wechselt sich aber immer wieder mit ebenen Strecken ab, sodass wir es nicht zu anstrengend fanden. Was richtig cool ist: Auf dem Inkatrail kommt man an mehreren Inkaruinen vorbei.

Uns hat besonders Wiñay Wayna beeindruckt: Die Stadt ist in einen steilen Berg gebaut und man kann durch die Ruinen und oberhalb der riesigen Terrassen entlang laufen. Generell war die Wanderung eine der schönsten, die wir bisher gemacht haben, denn der Weg ist abwechslungsreich und die Landschaft einfach wunderschön. So weit das Auge reicht sieht man unfassbar grüne Bergketten, in der Ferne kommen schneebedeckte Gipfel dazu – wir sind aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen.

Nach der Mittagspause – das Essen haben wir von unserer Tour Agency bekommen, aber selbst getragen – wurde der Weg etwas flacher, der anstrengendere Teil ist also der erste. Und nach sechs Stunden war es dann auch soweit und wir erreichten das Sonnentor (Inki Punku) – von hier aus hat man das erste Mal den Blick auf Machu Picchu. Die Ruinen sind zwar noch recht weit weg, aber trotzdem ist der Anblick, wie diese Stadt inmitten riesiger grüner Berge auftaucht, super beeindruckend.

Nach einer kleinen Fotopause legten wir dann auch noch den Rest des Weges zu Fuß zurück, was nochmal circa 45 Minuten gedauert hat. Insgesamt sind wir rund sieben Stunden bis Machu Picchu gewandert, obwohl wir uns nicht beeilt und viele Pausen eingelegt haben. Wer flott unterwegs ist, schafft die Strecke sicher auch in sechs Stunden.

Das Postkartenmotiv

Wer kennt es nicht, das typische Postkartenmotiv von Machu Picchu: etwas erhöht aufgenommen, das die gesamte Ruinenstadt mit dem dahinter liegenden Berg, dem Huayna Picchu, zeigt. Wir haben dieses Motiv so oft auf Instagram und Co. gesehen, aber dann selbst dort zu stehen, ist noch mal eine ganz andere Sache und war wirklich ein magischer Moment!

Es gibt mehrere Wege und Plattformen, von denen aus man diesen wunderschönen typischen Blick auf die Ruinen hat – unser Vorteil war, dass wir etwas schneller als die meisten anderen Touren unterwegs waren, weswegen (noch) nicht so viel los war. So konnten wir die Kulisse ganz in Ruhe genießen und hatten auch genug Zeit, Fotos und Videos zu machen. Für uns war das das Highlight unserer 2-tägigen Tour und auf jeden Fall ein ganz großer Bucketlist-Moment, den wir abhaken konnten.

Nacht in Aguas Calientes

Nachdem wir diesen wunderschönen Blick zur genüge genossen hatten, machten wir uns auf den Weg in Richtung Machu Piccu Town beziehungsweise Aguas Calientes. Dafür gibt es zwei Wege: Entweder wandert man runter in die Stadt, was eineinhalb Stunden dauern und recht anstrengend sein soll. Oder man macht es wie wir und nimmt den Bus, der leider völlig überteuert ist (12$), dich aber schnell und recht bequem in 20 Minuten nach Aguas Calientes bringt. Die kleine Stadt ist zu hundert Prozent auf Tourismus ausgelegt und besteht zum Großteil aus Restaurants und Hotels – aber auf uns hat sie abends trotzdem einen entspannten Eindruck gemacht und wir haben uns recht wohl gefühlt. Allerdings sind die Preise schon deutlich höher als sonst in Peru!

Tag 2 - In den Ruinen

Nachdem wir am ersten Tag auf einer erhöht liegenden Plattform auf Machu Picchu herunter schauen konnten, sollte es am zweiten Tag direkt in die Ruinen hinein gehen. Seit Corona sind die Vorschriften deutlich verschärft worden, sodass man – Stand August 2022 – nur einen von vier festgelegten Wegen entlang laufen darf, den man vorab buchen muss. Wir hatten Circle 3 (gebucht von der Agency), der einer der beiden kürzeren ist und nur in den unteren Ruinen entlang führt.

Zu den verschärften Vorschriften zählt auch, dass Guards in den Ruinen beobachten, wer wie lange wo verweilt und Gruppen weiterschickt, wenn es zu eng wird. Wir hatten Glück und haben mehrmals ein Plätzchen gefunden, wo wir uns auch mal hinsetzen konnten und wo uns unser Guide Ali allerlei über die Inka und deren Lebensweise sowie über die Ruinenstadt Machu Picchu erzählt konnte – wobei das allermeiste nur Theorien und Vermutungen sind.

Denn die Inka hatten keine Schriftsprache, weshalb nur wenig von dieser spannenden Kultur überliefert ist. So weiß man beispielsweise auch nicht mit Sicherheit, warum die Stadt Machu Picchu verlassen wurde. Vermutlich wird es mit der Ankunft der Spanier 1533 zu tun haben, vor denen die Inka flohen. Das Interessante dabei: Machu Picchu war erst rund 100 Jahre zuvor erbaut worden – lange gelebt haben die schätzungsweise 500 bis 600 Menschen dort also nicht. All diese Unklarheiten und Fragezeichen tragen natürlich zum Mysterium, das sich um Machu Picchu rankt, bei. 

Machu Picchu - Fazit

Eins der sieben modernen Weltwunder, eins der größten Highlights Südamerikas, eine der besten erhaltenen Ruinenstädte der Welt – die Superlative, mit denen man Machu Picchu beschreiben kann, sind zahlreich. Jedes Kind kennt die sagenumwobene Ruinenstadt inmitten der peruanischen Anden. Dementsprechend hoch war unsere Erwartungshaltung und wir waren gespannt, ob die Stätte seinem Ruf gerecht werden kann – oder ob sie vielleicht overcrowded ist.

Aber wir wurden nicht enttäuscht – der Ort strahlt definitiv etwas Magisches aus. Und vor allem am ersten Tag war es auch nicht überfüllt, was sicherlich auch mit den strengeren Bestimmungen, die seit Corona gelten, zu tun hat. Für uns war die gesamte 2-tägige Tour – mit der Panoramazugfahrt und der Wanderung auf dem Inka Trail – eins der absoluten Highlights unserer sechsmonatigen Reise durch Mittel- und Südamerika und ein Erlebnis, das wir nicht mehr vergessen werden!