Montenegro

Highlights • Route • Kosten

Roadtrip durch Montenegro

Als wir ein paar Leuten von unserer bevorstehenden Reise nach Montenegro erzählt haben, wussten einige nicht mal, wo Montenegro überhaupt liegt. Kein Wunder – denn für viele ist der kleine Balkanstaat im Schatten von Kroatien ein dunkler Fleck auf der Landkarte. Aber die Mischung aus Adriaküste, Bergen und historischen Altstädten macht Montenegro zu einem sehenswerten Reiseziel abseits der bekannten Hotspots!

Montenegro - Wichtige Infos

Grundsätzlich lassen sich fast alle Teile von Montenegro gut von April bis September bereisen. Skifahren ist in den Wintermonaten möglich.

Als deutscher Staatsbürger brauchst du für Montenegro kein Visum. Mit einem Reisepass kannst du bis zu 90 Tage lang visafrei einreisen, mit einem Personalausweis bis zu 30 Tagen.

Das kommt natürlich in erster Linie darauf an, wie viel du vom Land sehen willst. Wir haben eine 11-tägige Rundreise gemacht und konnten in der Zeit viele verschiedene Teile des Landes sehen.

Montenegro ist weder Mitglied der Europäischen Union noch der Währungsunion – trotzdem ist der Euro offizielles Zahlungsmittel. Generell läuft vieles noch über Bargeld, aber in großen Supermärkten, Tankstellen oder in einigen Restaurants und Hotels kannst du auch mit Karte zahlen. Zum Geld abheben empfiehlt sich eine gute Reisekreditkarte, wie die kostenlose Visa Debitkarte von der DKB*, mit der du weltweit kostenlos Geld abheben kannst. Einige ATMs in Montenegro verlangen bei Bargeldabhebungen eine Fremdgebühr. Die mit dem Sparkassensymbol und die CKB Banka waren bei uns komplett kostenlos. In abgelegenen Gegenden kann der nächste ATM auch mal etwas weiter weg sein.

Nein! Montenegro ist eins der günstigsten Länder in Europa. Ein normaler Lebensmitteleinkauf im Supermarkt kostet im Vergleich zu Deutschland etwas mehr als die Hälfte. Aber Preise in Restaurants, Cafés, Unterkünften etc. variieren sehr stark nach der Region!

Englisch ist gerade abseits der Touristenhochburgen nicht immer so weit verbreitet. Aber man kann sich trotzdem irgendwie verständigen.

Montenegro ist kein Teil der EU – daher gibt es auch kein kostenloses Datenroaming. Wenn du immer mobil sein willst, empfiehlt sich also der Kauf einer SIM Karte. Wir hatten selbst keine SIM Karten in Montenegro und können deshalb nichts aus eigener Erfahrung empfehlen. Aber es gibt drei große Anbieter (ONE Montenegro, M:tel, Crnogorski Telekom), die alle die gleichen Angebote haben. Für eine SIM Karte mit 500 GB zahlst du für 15 Tage rund 10 Euro. Gegenüber lokalen Sim Karten sind e-Sims* für Montenegro ziemlich überteuert.

Der Länderguide als Video

Alles Infos und Highlights aus diesem Länderguide findest du auch auf unserem YouTube Kanal.

Montenegro - Allgemeines

Montenegro liegt an der Adriaküste etwas südlich von Kroatien und gehört zu den kleinsten Balkanstaaten. Das Land ist erst seit 2006 unabhängig von Serbien. Die Amtssprache, Montenegrisch, ist dem Serbischen und den anderen südslawischen Sprachen sehr ähnlich und wird im kyrillischen und lateinischen Alphabet geschrieben, wobei das lateinische mittlerweile recht weit verbreitet ist.

In der Hauptstadt Podgorica leben etwa 200.000 Menschen und neben dem Hauptstadtflughafen gibt es einen weiteren internationalen Flughafen an der Küste in Tivat. Aus Frankfurt gibt es derzeit keinen kommerziellen Direktflug nach Montenegro, dafür bietet WizzAir günstige Flüge aus Memmingen und Dortmund nach Podgorica an und Ryanair verbindet die Hauptstädte Berlin und Podgorica miteinander. Die Einreise per Schiff über Italien aus Bari oder Ancona nach Bar ist ebenfalls möglich, genau wie der grenzüberschreitende Verkehr zu den direkten Nachbarländern über die Straße. Eine nationale Maut gibt es nicht, nur der Sozina-Tunnel, der die Küstenstadt Bar und die Hauptstadt Podgorica verbindet, ist kostenpflichtig. Montenegros Landschaft ist für die geringe Fläche recht vielseitig und wir versuchen, das Ganze mal in vier Regionen zu unterteilen:

  • Die zentrale Region in der Landesmitte mit den beiden größten Städten Podgorica und Niksic
  • Die Küstenregion mit der Bucht von Kotor und den Städten Budva und Bar entlang der Adriaküste bis hin zu Ulcinj an der Grenze zu Albanien
  • Der bergige und grüne Norden mit dem Durmitor Nationalpark
  • Die kleine Region zwischen der Küste und Podgorica um den Skadar See
Sunset Vibes an der Bucht von Kotor
Bergige Landschaft in Montenegros Norden

Diese laienhafte Unterteilung folgt keiner geografischen oder politischen Logik, aber sollte dir bei der Einordnung etwas helfen. Grundsätzlich lässt sich das Land am besten mit einem Mietwagen bereisen – weitere Infos dazu folgen im Abschnitt Route. Insgesamt kann man sagen, dass Montenegro definitiv noch ein Ziel abseits des Massentourismus ist (vielleicht abgesehen von Kotor), aber gerade Osteuropäer schätzen den kleinen Balkanstaat als Urlaubsziel. Von daher wollen wir nicht die Erwartungshaltung schaffen, dass es dort kaum Touristen gibt. Die gibt es – aber in einem viel gesünderen Verhältnis als beispielsweise in vielen Orten in Kroatien.

Montenegro - Highlights

Montenegro ist trotz seiner geringen Größe super vielseitig und hat einiges zu bieten: Egal ob Strände und mediterranes Flair an der Adriaküste, die Bucht von Kotor mit ihren tollen Altstädten in traumhafter Kulisse, das Natur- und Actionparadies im nördlichen Durmitor Nationalpark oder idyllische Ruhe am Skadar See – es ist für jeden Geschmack etwas dabei!

Bucht von Kotor
Die Bucht von Kotor erinnert einen etwas an die malerischen Fjorde in Norwegen. Doch zur einzigartigen Natur mit den steilen Bergen an der Bucht gesellen sich historisch schöne Altstädte und ein entspanntes Flair bei bestem Wetter.

Kotor ist die namensgebende Stadt für die Bucht von Kotor. Die Altstadt ist bezaubernd, aber einer der touristischsten Orte in ganz Montenegro. Ein Besuch lohnt sich trotzdem, genauso wie der Aufstieg auf die Festung oberhalb von Kotor, um einen tollen Blick auf die Bucht zu ergattern.

Man soll ja vorsichtig mit Superlativen sein, aber unserer Meinung nach ist Perast der schönste Ort in der Bucht und auch in ganz Montenegro. Die Kulisse gegen Abend ist einfach magisch.

Herceg Novi liegt nahe der kroatischen Grenze und bietet neben der tollen Altstadt und Uferpromenande auch Bootstouren zu verschiedenen Highlights in der Bucht an.

Durmitor Nationalpark
Der Durmitor Nationalpark ist der größte Nationalpark Montenegros und wartet mit beeindruckenden Bergen, malerischen Seen und der tiefsten Schlucht Europas auf. Doch nicht nur Wanderer kommen hier voll auf ihre Kosten, sondern auch alle, die auf Abenteuer stehen!

Egal ob Crno, Zminje oder Vrazje Jezero: Die Seen im Norden Montenegros überzeugen mit einem beeindruckenden Panorama aus klarem Wasser, grünen Wäldern drum herum und hohen Bergen im Hintergrund. 

Wusstest du, dass die Tara-Schlucht in Montenegro die tiefste Schlucht in Europa ist und hinter dem Grand Canyon die zweittiefste der Erde? Das allein wäre schon Grund genug für einen Besuch, aber neben der beeindruckenden Landschaft dreht sich hier alles um Actionsport wie Ziplining, Rafting und Canyoning – perfekt für Adrenalinjunkies. 

Für Wanderer ist der Durmitor Nationalpark ein wahres Juwel, denn hohe Berge gibt es hier zur Genüge: 48 Gipfel des Massivs sind höher als 2000 Meter. Und auch der höchste Gipfel des Landes findet sich hier. Der Bobotov Kuk ist mit seinen 2523 Metern der höchste komplett in Montenegro liegende Berg. Aber keine Sorge: Auch wenn der Aufstieg herausfordernd ist, muss man kein Profi sein, um „das Dach Montenegros“ zu erklimmen!

Skadar See & Küste
Der Skadar Lake, auch Skutarisee genannt, ist einer der größten Seen in ganz Europa und liegt an der Grenze zwischen Montenegro und Albanien. Er ist etwa so groß wie der Bodensee und wer Ruhe und Idylle sucht, wird hier inmitten grüner Landschaften garantiert fündig.

Dir gefällt die Moselschleife? Dann wird dich die Aussicht vom „Pavlova Strana“ komplett umhauen. Ein Must-Do für jede Reise nach Montenegro.

Die beste Möglichkeit den See zu erkunden, ist eine der zahlreichen Bootstouren zu machen oder ein Kajak zu mieten und selbst loszuziehen.

Der Skadar See ist jetzt nicht unbedingt der beste Ausgangsort, um die Adriaküste von Montenegro zu erkunden. Aber Strände und die Städte Budva, Sveti Stefan und Bar sind nicht so weit entfernt und ein gutes Ziel für einen Tagesausflug.

Du bist noch unsicher, was du alles in deinen Rucksack packen musst? Dann schau mal hier vorbei!

Montenegro - Route

Wenn du nach Montenegro fliegst, wird deine Rundreise sehr wahrscheinlich in der Hauptstadt Podgorica starten. So war es auch bei uns und deshalb haben wir so auch unsere Route aufgebaut. Wir haben eine 11-tägige Rundreise mit einem Mietwagen gemacht und würden das auch jedem empfehlen. Über den öffentlichen Nahverkehr können wir leider keine Aussage treffen, da wir ihn selbst nicht in Anspruch genommen haben und und auch keine anderen Reisenden getroffen haben, die nicht selbst mit dem Auto unterwegs waren.

Wir haben Anfang September 2021 30 € pro Tag für einen Mietwagen bei Sixt gezahlt (Dacia Stepway). Die Straßen in Montenegro sind weitestgehend in einem akzeptablen Zustand – desto näher an Podgorica und an der Küste, desto besser. Im Inland und in den Bergen kann es durchaus mal etwas kurvig und eng werden, aber in einem kleineren Auto war das alles machbar.

Bergpanorama nahe Zabljak
Typische Straße im Landesinneren
Aussicht auf den Skadar See

Grundsätzlich kommt man mit dem Auto sehr gut voran, da die Distanzen wirklich überschaubar sind. Wir haben auch einige Camper und Stellplätze gesehen und vermuten daher, dass sich Montenegro auch gut für einen Roadtrip mit dem Camper eignet. Sonst hätten wir gerne noch mehr von der Adriaküste in Richtung Albanien gesehen und auch ein paar mehr Ecken im Norden außerhalb des Durmitor Nationalparks. Aber wir wollten auch nicht zu sehr rushen und ständig im Auto sitzen. Bei vollen zwei Wochen könnte man bestimmt noch etwas mehr mitnehmen.

Los ging es von der Hauptstadt Podgorica zu unserem ersten richtigen Stopp, nach Rijeka Crnojevica. Die Fahrt dauert mit dem Auto circa 45 Minuten. Von Rijeka Crnojevica bieten sich verschiedene Ausflüge an, zum Beispiel nach Sveti Stefan an der Adriaküste (1 Stunde Oneway).

Nachdem wir drei Nächte in Rijeka Crnojevica verbracht hatten, ging es weiter an die Bucht von Kotor, was circa zwei Stunden gedauert hat. Wir haben Risan als Ausgangsort gewählt und von dort aus Ausflüge nach Kotor, Perast und Herceg Novi unternommen.

Als nächstes ging es in den Norden Montenegros, genauer gesagt in den Durmitor Nationalpark, wo wir Zabljak als Ausgangsort genommen haben. Für die Strecke haben wir zweieinhalb Stunden gebraucht.

Zu guter Letzt ging es zurück zum Flughafen nach Podgorica. Als wir dort waren (Sep. 2021) wurde kurz vor Podgorica eine große Hauptstraße erneuert, weshalb wir einen Umweg über die Vororte fahren mussten und zwei Stunden für den Weg gebraucht haben.

Montenegro - Kosten

Montenegro gehört definitiv zu den günstigeren Reisezielen in Europa, ist jetzt aber auch keine ausschließliche Low-Budget-Option. Wie immer variieren die Kosten je nach Reisezeit und persönlichem Reisestil. Wir haben in unseren 11 Tagen vor Ort im Schnitt 50 € pro Person pro Tag ausgegeben, wobei hier der Hin- und Rückflug (176 € pro Person) exkludiert sind. Bei uns haben allein die Anreise und der Mietwagen fast die Hälfte aller Kosten der Reise ausgemacht. Wenn man mit seinem eigenen Auto unterwegs ist, kann man Montenegro auf jeden Fall sehr günstig bereisen, da diese beiden großen Kostenblöcke entfallen. Ansonsten waren wir relativ sparsam unterwegs, aber es geht definitiv günstiger! Unsere Kosten sehen im Detail wie folgt aus:

Der Mietwagen hat 30 € pro Tag gekostet, dazu kommen in dieser Kategorie noch die Parkgebühren und das Benzin. Wir haben ungefähr eine Tankfüllung verbraucht und zweimal kostenpflichtig geparkt.

Unterkünfte sind in Montenegro sehr erschwinglich. Wir hatten bis auf in Podgorica immer eigene kleine Apartments, wovon uns die in am Skadar See und in Risan richtig gut gefallen haben! 

In dieser Kategorie waren wir recht sparsam unterwegs, denn wir haben uns fast ausschließlich selbst verpflegt. Weil die Küche in Montenegro sehr fleischlastig ist, war für uns als Vegetarier die Auswahl in den Restaurants nicht so groß und so konnten wir ein wenig Geld sparen.

Der größte Kostenpunkt hierbei waren mit 65 € unsere Aktivitäten an der Tara Bridge (Rafting und Zipline) sowie die Boots- und Kajaktour auf dem Skadar See. Dazu kommen 6 € pro Person für den Eintritt in den Durmitor Nationalpark.

Alle anderen Kosten, die in den 11 Tagen vor Ort angefallen sind, haben wir unter diesem Punkt zusammengefasst.

Montenegro - Unterkünfte

Unterkunft in Risan
Apartment am Skadar See

Wir hatten auf unserem Roadtrip durch Montenegro vier verschiedene Unterkünfte, wovon wir bis auf eine alle über booking.com* gebucht haben. Besonders die Apartments am Skadar See und in Risan waren richtig toll! In der folgenden Liste findest du die Links zu unseren Unterkünften, die wir allesamt weiterempfehlen können. Die Preisangaben sind die Preise, die wir im Sommer 2021 bezahlt haben.

StadtHostel€ pro Nacht
PodgoricaIPN Apartments*26 €
Rijeka Crnojevica (Skadar See)Lidija Apartment41 €
RisanRustic House*39 €
Zabljak (Durmitor NP)Apartments Andela*25 €

Affiliate Links & Kaffeekasse
Bei den mit (*) gekennzeichneten Links handelt es sich um Affiliate Links. Gleicher Preis für dich, kleine Provision für uns, um den Kanal zu unterstützen! Alternativ kannst du uns auf einen virtuellen Kaffee einladen, denn wir verzichten für eine bessere Nutzerfreundlichkeit auf dem Blog auf Werbeanzeigen.

Montenegro - Fazit

Wir haben Montenegro während unserer Rundreise total ins Herz geschlossen und finden, dass es ein komplett unterschätztes Reiseland ist! Obwohl das Land recht klein ist, ist die Landschaft total vielseitig, man kann in kurzer Zeit viele Facetten sehen und man hat das Gefühl, Montenegro auf eine authentische Art und Weise bereisen zu können, da es noch nicht vom Tourismus überlaufen ist. Gerade im Vergleich zu Kroatien ist Montenegro ein Land, das bei vielen noch unter dem Radar läuft – was es (zumindest für uns) noch attraktiver macht!

Deswegen können wir dir nur empfehlen: Denk doch bei deiner nächsten Urlaubsplanung mal an das kleine Land auf dem Balkan. Wir sind uns sicher: Du wirst es nicht bereuen! Solltest du noch weitere Infos benötigen, lies dir gerne mal weiter unten die detaillierten Blogbeiträge zu Montenegro durch oder schau mal auf unserem YouTube Kanal vorbei. Da haben wir ebenfalls einen Länderguide und mehrere Vlogs mit vielen Impressionen von vor Ort veröffentlicht. Da kommt das Ganze visuell vielleicht noch etwas besser rüber als in Textform!

Montenegro - Blogbeiträge

Durmitor Nationalpark

15.09.2021

Der Durmitor Nationalpark ist der größte Nationalpark in Montenegro und ist bekannt für seine schöne Seen, Wanderungen auf einen der über 50 Zweitausender, die tiefste Schlucht in Europa und Actionsport rund um die Tara Bridge.

Lesezeit: 8 Minuten

Bucht von Kotor

10.09.2021

Die Bucht von Kotor ist mit Sicherheit kein Geheimtipp mehr. Aber besonders außerhalb von Kotor gibt es idyllische Örtchen, die zwischen Meer und Bergen ein tolles Panorama bieten und einen charmanten mediterranen Flair versprühen.

Lesezeit: 6 Minuten

Skadar See und Küste

06.09.2021

Der Skadar See in Montenegro ist nur einen Katzensprung von der Hauptstadt Podgorica entfernt und beeindruckt mit tollen Landschaften, ruhigen Städtchen, einem großen Artenreichtum an Vögeln und ist nicht weit von der Adriaküste entfernt.

Lesezeit: 6 Minuten