Nachhaltigkeit

auf Reisen

Nützliche Tipps für dich

Nachhaltig im Reisealltag

Tourismus und Flugreisen sind grundsätzlich schwer mit vollständiger Nachhaltigkeit zu vereinen. Dennoch gibt es Möglichkeiten, Reisen etwas nachhaltiger zu gestalten und somit seinen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Das fängt bei der Wahl nachhaltiger Produkte an und geht über den Reisestil bis hin zum direkten finanziellen Ausgleich. Wir haben das Ganze in drei Kategorien aufgeteilt:

Produkte

Transport

Verhalten

Produkte

Anstatt flüssiges Duschgel oder Shampoo zu verwenden, nutzen wir zuhause und auf Reisen vegane feste Dusche*. Das ist eine etwas umwelt- und hautfreundlichere Alternative. Die feste Dusche ist für die Haut und es gibt auch festes Shampoo* für die Haare. Das ganze transportieren wir in einem Seifensäckchen von Matador. Das ist nach außen wasserdicht, lässt die Seife drinnen aber trotzdem trocknen. So vermeiden wir es, ständig neue Plastikflaschen Duschgel oder Shampoo zu kaufen.

Bereits vor der Weltreise sind wir von Sprühdeo auf Deocreme* umgestiegen. Der Preis von 8€ ist erstmal abschreckend, aber es hält dafür wirklich ewig! Das Produkt ist ebenfalls vegan und enthält deutlich weniger Zusatzstoffe als die üblichen Deodorants. 

Die One-Drop-Only Zahncreme* ist allein schon durch die geringe Menge, die man benötigt, etwas nachhaltiger als gewöhnliche Zahnpasta. Die Tube ist mit ihren 25ml so klein wie eine Reisezahnpasta, aber der Inhalt hält deutlich länger, da man wirklich nur einen Klecks zum Zähneputzen braucht. Den Geschmack empfinden wir als recht neutral und angenehm frisch.

Keiner dieser drei Dinge wird die Umwelt retten, aber rechne mal hoch, wie viele Plastikwasserflaschen oder Plastiktüten du über eine mehrmonatige Weltreise kaufen würdest. Da kommt schon einiges zusammen! Daher ist es sinnvoll, eine Trinkflasche mitzunehmen und unterwegs nachzufüllen. Außerdem hält so eine Edelstahlflasche* das Wasser über mehrere Stunden kühl – also umweltschonend und praktisch zugleich! 
Außerdem hat jeder für uns einen Jutebeutel dabei, den wir beispielsweise für unsere Einkäufe nutzen, um nicht jedes mal eine Plastiktüte zu kaufen. Genauso verhält es sich bei der Wäsche: Dafür nutzen wir einfach einen kleinen Wäschebeutel.

Bei Slow Fashion handelt es sich um unter fairen Arbeitsbedingungen nachhaltig produzierte Mode aus langlebigen Materialien. Doch dahinter stecken nicht nur die Klamotten selbst, sondern auch der Grundgedanke, fair hergestellte Kleidung langfristig zu tragen und nicht ständig und unnötigerweise „für den nächsten Trend“ zu substituieren. Durch die faire Herstellung und die Langlebigkeit relativiert sich der etwas höhere Preis auf jeden Fall.

Transport

Flüge sind natürlich das mit Abstand umweltschädlichste Transportmittel überhaupt, aber für interkontinentale Reisen praktisch nicht zu ersetzen. Allerdings werden durch die ganzen Low Cost Carrier wie Ryanair oder AirAsia auch kürzere Strecken preislich so attraktiv, dass man aus Komfort- und Zeitgründen lieber kurz ins Flugzeug steigt, anstatt Stunden in Bus, Bahn oder auf der Fähre zu sitzen. 

Das können wir nachvollziehen und auf Weltreise wird man manchmal nicht um Flüge drum herum kommen. Aber wir selbst sind beispielsweise durch komplett Mittelamerika und den Festlandteil von Südostasien ohne Flug gereist. Besonders auf Weltreise bringt man eigentlich genug Zeit, um die vorhandenen Alternativen wie Nachtzüge oder komfortable Busse zu nutzen. Noch besser ist es, seine Route direkt so zu planen, dass man möglich wenig fliegen muss!

Man kann mit guter Reiseplanung Flugreisen so gut es geht vermeiden. Ein einfaches Beispiel aus Südostasien: Singapur, Malaysia (Festland), Thailand, Myanmar, Laos, Kambodscha und Vietnam sind alle über Landesgrenzen miteinander verbunden. Das heißt vom Süden in Singapur bis hoch in den Norden nach Vietnam musst du theoretisch kein Flugzeug betreten, um alle diese Länder zu sehen. Auch die bekannten Inseln in Thailand wie Koh Samui oder Phuket sind mit Bus- und Fährverbindungen von überall aus zu erreichen. Auch für die Inselstaaten wie Indonesien oder Philippinen weichen wir gerne mal auf eine Fähre aus, die über zehn Stunden unterwegs ist, statt eine Stunde mit dem Flugzeug zu fliegen. Gerade wer Zeit auf seiner Reise mitbringt, schont mit Bus, Fähre und Bahn nicht nur die Umwelt, sondern erlebt und sieht auch mehr von dem Land und den Leuten (mal davon abgesehen, dass es meistens viel günstiger ist).

Aber es geht auch nicht darum nie wieder ein Flugzeug zu betreten, denn solange es keine praktische Alternative zum Flugzeug gibt, wird es immer ein Teil einer (Welt)Reise sein. Wir selbst nehmen uns hiervon garnicht aus und fliegen trotz Rücksicht im Vergleich zum Durschnitt immer noch viel. Aber statt direkt einen Flug von Chiang Mai nach Bangkok zu buchen, schau doch mal nach einem Nachtzug.

Manchmal kommt man trotz durchdachter Planung und guten Vorsätzen nicht um einen Flug herum. Was dann? Du kannst über verschiedene Portale wie beispielsweise atmosfair den CO₂ Ausstoß für deinen Flug berechnen lassen und kompensieren. Mit dem dann errechneten Betrag werden an anderer Stelle durch Projekte von atmosfair die gleiche Menge an CO₂ eingespart.

Ein Beispiel: Für den Flug von Frankfurt nach Hanoi in der Economy Class mit einem typischen Langstreckenflugzeug produziert eine Person 1.911 kg CO₂. Daraus ergibt sich ein Kompenstationsbeitrag von 44€.

Das ist mit Sicherheit kein Allheilmittel und definitiv kein Freifahrtsschein zum Fliegen, aber definitiv besser als nichts.

Nutze in größeren Städten oder für den Flughafentransfer die öffentlichen Verkehrsmittel mit Bus und Bahn. Diese sind oft sehr günstig und leicht zu verstehen. Für größere Distanzen gibt es in vielen Teilen der Welt Zugverbindungen und dort, wo nur wenig Schieneninfrastruktur existiert (z.B. Lateinamerika), gibt es dafür super komfortable (Nacht)Busse.

Eine Sache, die wir selbst noch nicht getestet haben und die vielleicht zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht so verbreitet ist: Mieten von E-Autos. Wir lieben, wie viele andere, Roadtrips und nutzen dafür meist Kleinstwagen. Die verbrauchen zwar nicht so viel, dennoch ist die Autonutzung in Summe ein großer Treiber der globalen Erwärmung. Vielleicht ist das Mieten von E-Autos in Zukunft gängiger und auch erschwinglich für jedermann – zumindest dort, wo die passende Infrastruktur herrscht.

Verhalten

Wir wollen hier niemanden bekehren, aber es ist ja bekannt, wie unnachhaltig und umweltschädlich Fleischkonsum ist – mal abgesehen von der Tierquälerei und der Missachtung von Menschenrechten in der Produktionskette.

Ein komplett veganer Lebensstil auf Weltreise ist manchmal schwierig, aber in vielen Regionen ist zumindest vegetarische Ernährung wirklich machbar und vor allem lecker! Wir wollen jeden dazu ermutigen, es zu probieren oder den Fleischkonsum zumindest zu reduzieren. Mit unserem Nachfrageverhalten können wir in Summe als Touristen auch Einfluss auf das lokale Angebot nehmen.

Verzichte auf All-Inclusive-Angebote oder grundsätzlich größere Hotelketten oder Tourismuskonzerne. Supporte lieber die kleinen Hostels oder nutze ein Homestay, damit deine Devisen aus dem Tourismus auch bei den Einheimischen ankommen. Gleiches gilt natürlich für globale Gastronomiekonzerne wie Starbucks oder McDonalds. Greife, wenn möglich, immer auf lokale Alternativen zurück und lass auch ein kleines Trinkgeld da.

Achte in Naturschutzgebieten auf die geltenden Regeln und halte dich daran. Versuche zudem, möglichst wenig Müll zu produzieren. Sprich: Kaufe unverpackte Ware, nutze so oft es geht deine eigene Wasserflasche und entsorge deinen Abfall immer korrekt – niemals in die Natur oder auf die Straße schmeißen!

In vielen Entwicklungsländern blicken die Menschen zu „Westlern“ und deren wohlhabenden Lebensstil auf. Ob das gut oder schlecht ist, sei mal dahin gestellt. Aber nimm diese Rolle an und gehe mit gutem Vorbild voran, besonders dort, wo das Umweltbewusstsein noch nicht so ausgeprägt ist.

Unterstütze auf Reisen nachhaltige Projekte wie Beach Clean-ups oder Touren, die einen besonderen Wert auf Nachhaltigkeit legen oder mit ihren Aktivitäten Umwelt- und Tierprojekte unterstützen. Schau nach Unterkünften, bei denen Ökotourismus eine Rolle spielt.

Im Endeffekt kann jeder von uns etwas tun, um seine Reisen etwas nachhaltiger zu gestalten. Trotzdem sind wir hier definitiv keine Heiligen und sind in der Vergangenheit mit Ryanair geflogen, haben jahrelang Billigfleisch konsumiert oder im Urlaub regelmäßig Plastikflaschen gekauft. Aber als privilegierter Tourist sollte man mindestens ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit haben und versuchen, viele Dinge regelmäßig umzusetzen oder auf andere gänzlich zu verzichten. Natürlich ist das persönliche Konsumverhalten global gesehen nur ein Tropfen auf den heißen Stein – dennoch sollte man sich der Verantwortung nicht entziehen und darüber hinaus auch den nötigen Systemwandel so gut es geht unterstützen.

Mit vollständiger Nachhaltigkeit wahrscheinlich nicht, denn man kann Reisen auch als eine Art von Konsum betrachten und überall dort, wo konsumiert wird, werden Ressourcen benötigt. Und solange es kaum klimaneutrale Transportmöglichkeiten gibt, wird Reisen selbst bei dem diszipliniertesten persönlichen Konsumverhalten nicht nachhaltig sein. Trotzdem: Wenn du in deinem Verhalten und in deiner Produktauswahl ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit hast, kannst du dieses sehr gut auf deine Weltreise übertragen und damit versuchen, deinen ökologischen Fußabdruck zu minimieren.

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