Mount Pinatubo

Philippinen

Pinatubo - A beautiful disaster

Mount Pinatubo, ein aktiver Vulkan auf Luzon, der Hauptinsel der Philippinen, ist auf tragische Weise weltberühmt geworden: Im Juni 1991 ist der Mount Pinatubo, nachdem er 550 Jahre lang ruhig war, so heftig ausgebrochen, dass es der zweitstärkste Vulkanausbruch im gesamten 20. Jahrhundert war! Mindestens 875 Menschen starben, Asche wurde bis zu unvorstellbaren 34 Kilometern Höhe in die Luft geschleudert, das Zentrum Luzons verschwand komplett im Dunklen. Bei dem Ausbruch verlor der Vulkan an knapp 300 Metern Höhe – seitdem befindet sich an der Stelle des einstigen Gipfels ein 2,5 Kilometer breiter Krater inklusive Kratersee.

Heute, rund 30 Jahre später, gilt Mount Pinatubo als aktiv, aber ruhig und man kann ihn in einer actionreichen Tour besteigen. Dazu gehört eine Fahrt mit einem 4×4 Fahrzeug quer durch kilometerlange Laharströme und ein relativ leichter Hike zum Kratersee. In diesem Blogpost geben wir dir alle Informationen zur Pinatubo-Tour – von der Anreise, über Buchung und Ablauf der Tour bis hin zu allen Kosten.

Mount Pinatubo - Wichtige Infos

Die beste Reisezeit für die Insel Luzon auf den Philippinen und somit auch den Mount Pinatubo ist in der Trockenzeit, die zwischen November und April herrscht. Heiß ist es das ganze Jahr über, aber in den genannten Monaten ist mit wenig Regen zu rechnen.

Es gibt die Möglichkeit, Mount Pinatubo in einer Tagestour von Manila aus zu besteigen. Das ist allerdings sehr ambitioniert und die Tour startet in Manila bereits gegen 2 Uhr nachts. Wenn du nicht totalen Zeitstress hast, würden wir empfehlen, von Manila nach Santa Juliana, einem kleinen Ort in der Nähe des Vulkans, zu fahren und dort mindestens eine Nacht einzuplanen. Wir haben es etwas entspannter angehen lassen und in Santa Juliana zwei Nächte verbracht und fanden das optimal. Das heißt zwei bis drei Tage inklusive An- und Rückreise nach Manila.

In Santa Juliana, dem kleinen Ort direkt beim Vulkan Pinatubo, gibt es keinen Geldautomaten. Wir würden deswegen empfehlen, bereits in Manila genügend Bargeld abzuheben. Ansonsten kannst du auch auf dem Weg nach Santa Juliana noch Geld abheben, zum Beispiel in der nächst größeren Stadt Capas, wo du ohnehin mit dem Bus ankommst. Zum Geld abheben empfiehlt sich eine gute Reisekreditkarte, wie die kostenlose Visa Debitkarte von der DKB*, mit der du weltweit kostenlos Geld abheben kannst.

Stand Mai 2024 muss man sich als Ausländer für eine Tour zum Pinatubo mindestens 15 Tage vorab anmelden! Der Pinatubo liegt nämlich innerhalb einer Militärzone und es kann auch vorkommen, dass der Zugang an bestimmten Tagen gesperrt wird. Am einfachsten ist es, wenn du der Unterkunft (Alvins Guesthouse, +63 9198614102) mindestens 15 Tage vorher ein Foto deines Reisepasses zuschickst. Der Besitzer Alvin übernimmt dann die Anmeldung für dich.

Die Tour ist grundsätzlich für alle geeignet, die sich für schöne Landschaften interessieren und Lust auf ein bisschen Action und Abenteuer außerhalb ausgetretener Touristenpfade haben. Im 4×4 wird es etwas holprig und staubig, aber die Hike an sich sollte die meisten vor keine großen Herausforderungen stellen.

Da es heiß wird, solltest du auf jeden Fall Sonnencreme dabei haben und eine Kappe oder Mütze, um dich vor der Sonne zu schützen. Ansonsten empfehlen wir bequeme Sportkleidung, die dreckig werden kann, und festes Schuhwerk, also stabile Sneaker oder Wanderschuhe. Für die Fahrt im 4×4 brauchst du außerdem einen Mund- und Nasenschutz, etwa einen Schlaufenschal, gegen den Staub. Wasser und Mittagessen werden bei der Tour gestellt und du kannst auch am Kratersee Getränke und Snacks kaufen.

Leider ist die Tour nicht ganz günstig, aber alternativlos, denn es ist Pflicht, den ersten Part mit einem 4×4 Fahrzeug zu fahren und dann einen Guide für die Wanderung zu haben. Auf eigene Faust ist der Aufstieg auf den Pinatubo also nicht möglich. Wir haben die Tour über das Alvin Guesthouse* in Santa Juliana gebucht. Die Preise variieren je nachdem, wie viele Leute in einem Jeep sind. Wir waren zu viert, was das Maximum ist, und haben dafür 46 Euro pro Person bezahlt (inkl. Eintritt, 4×4 Fahrzeug, Guide, Wasser, Lunch). Seid ihr weniger Leute, wird es teurer.

Der Blog als Vlog

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Anreise zum Mount Pinatubo

Die Anreise zum Mount Pinatubo startet in der Hauptstadt der Philippinen, Manila. Es gibt auch die Möglichkeit, eine Tagestour ab Manila zu buchen, aber das ist sehr stressig und vor allem auch recht teuer. Wir würden dir stattdessen empfehlen, von Manila aus nach Santa Juliana zu fahren. Santa Juliana ist der nächstgelegene Ort zum Mount Pinatubo. Um dort hinzukommen, fährst du am besten mit einem öffentlichen Bus von Victory Liner von Manila nach Capas Junction. Victory Liner hat zwei Busterminals in Manila, eins in Pasay und eins in Cubao. Zuerst fährst du mit einem Grab (asiatischem Uber) zu dem Terminal, das näher an deiner Unterkunft liegt. Am Busterminal kannst du nachfragen, welcher Bus zur Capas Junction fährt und die Tickets vor Ort kaufen. Die Busse fahren circa im Stundentakt und wir haben für die Fahrt circa 4 Euro pro Person bezahlt.

Victory Liner Busterminal Pasay
Busfahrt zur Capas Junction
Tricycle nach Santa Juliana

Die Fahrt dauert, je nach Verkehr in Manila (der absolut katastrophal ist), rund zweieinhalb Stunden. In Capas wirst du auf der Hauptstraße an der Tankstelle rausgelassen und die Haltestelle trägt den Namen Capas Junction (Engl. für Straßenkreuzung). Dort stehen bereits zahlreiche Tricycles (eine Art Tuktuk) herum. Mit dem Tricycle geht es für circa 45 Minuten bis nach Santa Juliana beziehungsweise in Alvins Guesthouse. Die meisten Fahrer kennen das Guesthouse und den Weg. Hier gilt auf jeden Fall: verhandeln! Mehr als 350 Pesos (ca. 6 €) solltest du nicht zahlen.

Unterkunft in Santa Juliana

Wie bereits erwähnt, haben wir in Santa Juliana in Alvins Guesthouse* übernachtet und können das nur wärmstens weiterempfehlen. Soweit wir gesehen haben, ist das aber ohnehin recht alternativ los, weil es maximal noch ein oder zwei andere Übernachtungsmöglichkeiten in dem kleinen Ort gibt. Unser Tipp: Buch die Übernachtung direkt bei Alvin und nicht über Buchungsportale, denn dort ist sie deutlich teurer. Du kannst Alvin per Mail (bognothomestay@gmail.com) oder per WhatsApp (+63 9198614102) kontaktieren. Wir haben für ein Doppelzimmer mit eigenem Bad und Klimaanlage inklusive Frühstück 34 Euro bezahlt. Inzwischen ist die Unterkunft mit 45 Euro pro Nacht für ein Doppelzimmer inklusive Frühstück und Poolnutzung noch etwas teurer geworden (Stand Mai 2024). Es ist also nicht super günstig, aber wir haben uns dort sehr wohlgefühlt. Insbesondere der Außenbereich ist super schön gestaltet.

Alvins Guesthouse in Santa Juliana
Doppelzimmer für 34 Euro

Santa Juliana hat uns super gut gefallen, dort kann man noch richtig ins Local Life der Filipinos eintauchen. Andere Touristen haben wir – außerhalb unserer Unterkunft – keine gesehen. Der Ort ist klein, aber trotzdem sehr lebendig. Überall spielen Kinder Basketball, die Menschen sind freundlich und interessiert und wir sind mit einigen ins Gespräch gekommen. Zum Essen gehen können wir KD’s Foodie Shop empfehlen. Dort gibt es simple, aber leckere Gerichte und die Besitzerin ist super nett. Der Aufenthalt in Santa Juliana war schon das erste Highlight unserer Pinatubo-Erfahrung!

Ablauf der Pinatubo Tour

Weil der Pinatubo in einer Militärzone liegt, muss man sich als Ausländer für eine Tour mindestens 15 Tage vorab anmelden! Am einfachsten ist es, wenn du der Unterkunft (Alvins Guesthouse, +63 9198614102) vorab ein Foto deines Reisepasses zuschickst. Alvin übernimmt dann die Anmeldung. Die Pinatubo Tour startet normalerweise zwischen 5 und 5:45 Uhr in Alvins Guesthouse. Wir würden empfehlen, den Startpunkt auf 9:30 Uhr zu verschieben, sodass die Tour erst startet, wenn die anderen schon auf dem Rückweg sind. Der Ablauf der Tour ist wie folgt: Zuerst steht eine 1,5 Stunden lange, sehr abenteuerliche Fahrt mit einem 4×4 Jeep durch die Laharströme an. Danach wandert man etwas über eine Stunde zum Kratersee des Mount Pinatubo. 

Fahrt mit dem 4x4

Der erste Teil der Tour ist auf jeden Fall der abenteuerlichste: Denn los geht es mit einem alten 4×4 Jeep. Auf einen Jeep passen maximal vier Personen, was bedeutet, dass du die Tour maximal zu viert machen kannst – was wir auch empfehlen würden, denn je mehr Personen desto günstiger wird es! Dann ging es rund eineinhalb Stunden durch eine Wüste aus Asche, über sogenannte Laharströme. Lahar ist ein Schlamm- und Schuttstrom, der sich bei einem Vulkanausbruch bilden kann. Allein diese Ausmaße zu sehen, wenn man Kilometer um Kilometer durch diese unwirkliche Landschaft fährt, ist super beeindruckend.

Mund- und Nasenschutz ist Pflicht
Kilometerweit durch Laharströme
Mit dem 4x4 zum Pinatubo

Die Fahrt ist ganz schön holprig, es geht durch Flüsse und rauf und runter – man wird auf jeden Fall gut durchgeschüttelt, aber uns hat es total viel Spaß gemacht. Aber nimm dir auf jeden Fall einen Mund- und Nasenschutz als Schutz vor der Asche mit! Und was uns während der Fahrt am meisten fasziniert hat: In dieser lebensfeindlichen Umgebung leben tatsächlich Menschen. Es gibt rund um den Pinatubo mehrere kleine Dörfer der Aeta, einer indigenen Bevölkerungsgruppe. Uns sind einige Menschen mit Holzkarren, die von Wasserbüffeln gezogen wurden, entgegen gekommen. 

Aufstieg zum Kratersee

Nach der aufregenden Fahrt wird es Zeit, den letzten Teil des Weges bis zum Kratersee des Pinatubo zu Fuß zurückzulegen. Es kommt wohl auf die Wetterverhältnisse an, wie weit man mit dem 4×4 Jeep fahren kann, da man zum Teil einem Flussbett folgt. Wir konnten recht weit fahren und hatten dann nur noch eine drei bis vier Kilometer lange Wanderung vor uns. Der Hike ist nicht sonderlich anstrengend und es geht nicht steil bergauf, sodass man das auch gut schaffen sollte, wenn man nicht ultra fit ist. Festes Schuhwerk solltest du aber auf jeden Fall anziehen.

Wanderung zum Pinatubo Kratersee
Idyllische und friedliche Landschaft

Wir sind etwas über eine Stunde gelaufen und fanden die Wanderung wunderschön. Es geht über kleine Flüsse und durch grüne Wälder und die gesamte Landschaft, insbesondere der letzte Abschnitt kurz vor dem Kratersee, wirkt total friedlich und ruhig. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man dort nie einen Vulkan vermuten – und erst recht keinen, der 1991 den zweitstärksten Vulkanausbruch des Jahrhunderts verursacht hat.

Der Kratersee

Nach einer guten Stunde taucht er dann plötzlich vor einem auf: Der Kratersee des Pinatubo. Der See ist ziemlich groß, viel größer, als wir erwartet hatten und sieht super idyllisch aus. Aber die Ausmaße des Kraters sind wirklich beeindruckend und erinnern daran, was 1991 passiert ist. Wo bis dahin der Gipfel des Pinatubo war, befindet sich heute dieser Kilometer breite Krater. Der Anblick ist wirklich toll und wir hatten mit unserer Tour auch genug Zeit, die Kulisse zu bestaunen. Schwimmen ist in dem Kratersee übrigens verboten, aber es führen Stufen bis an den See heran.

Ausblick auf den Pinatubo Kratersee
Dorf der Atea

Mit Blick auf den Kratersee wird dann auch das Mittagessen serviert und an dem Aussichtspunkt stehen einige Verkäufer, die kühle Getränke anbieten. Danach geht es erst zu Fuß und dann mit dem Jeep den gleichen Weg wieder zurück. Auf dem Rückweg haben wir noch einen Stopp bei einem kleinen Dorf gemacht, in dem Menschen der indigenen Bevölkerungsgruppe Atea leben. Wir sind grundsätzlich skeptisch, was sowas angeht, weil wir nichts unterstützen möchten, wo Menschen als Touristenattraktion vorgeführt werden. Das war in diesem Fall zum Glück überhaupt nicht so und wir hatten auch nicht das Gefühl, dass sich jemand von unserer Anwesenheit gestört gefühlt hat. Zu sehen, unter welch einfachen Bedingungen die Atea in dieser eigentlich eher lebensfeindlichen Umgebung leben, war sehr interessant und ein toller Abschluss unserer Pinatubo Tour.

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Pinatubo Philippinen - Fazit

Wer an die Philippinen denkt, denkt zumeist an weiße Sandstrände, glasklares Wasser, Palmen und Kokosnüsse. Und auch wenn das alles traumhaft und sehenswert ist, so hat der Inselstaat noch viel mehr zu bieten. Während die meisten Touristen sich nicht auf Luzon aufhalten, würden wir genau das empfehlen. Wenn du Lust hast auf ein einmaliges Abenteuer abseits der ausgetretenen Touristenpfade auf den Philippinen, dann ist Mount Pinatubo genau das richtige für dich.

Die Tour mit dem 4×4, der schönen Wanderung, dem tollen Anblick auf den Kratersee und dem Besuch des indigenen Dorfes war für uns ein ganz besonderes Erlebnis. Dazu haben wir uns in Santa Juliana und in Alvins Guesthouse super wohl gefühlt. Aber beachte: Nicht alle Guides sprechen fließend Englisch. Mach dich daher am besten am besten vorab etwas mit der Geschichte des Pinatubo vertraut oder kläre mit Alvin, dass du auf jeden Fall einen englischsprachigen Guide haben möchtest.