Poon Hill

Nepal

Poon Hill - Tor zum Himalaya

Du planst eine Reise nach Nepal und möchtest im Himalayagebirge wandern und die traumhaften Aussichten genießen? Vielleicht bist du dir noch unsicher, welcher Trek der richtige für dich ist oder du bist noch ein relativ unerfahrener Wanderer und möchtest dich erst mal langsam rantasten? Dann ist der Poon Hill Trek, der nur zwischen 4 und 5 Tagen dauert, der perfekte Einstieg für dich!

Die Wanderung auf den 3210 Meter hohen Poon Hill gilt als einer der einfachsten Mehrtagestreks in ganz Nepal und bietet dir trotzdem spektakuläre Aussichten auf die schneebedeckten 8000er des Himalaya. Auch wenn das ganze immer noch kein Sonntagsspaziergang ist, kann die Wanderung fast jeder meistern. Die Strecke ist unfassbar schön, die Infrastruktur in den kleinen Orten ist gut ausgebaut und aufgrund der vergleichsweise geringen Höhe musst du (zur richtigen Jahreszeit) nicht durch Schnee wandern oder mit der Höhenkrankheit kämpfen. In diesem Blogartikel findest du alle Infos zur Anreise, dem Ablauf und den Kosten – Let’s go!

Poon Hill - Wichtige Infos

Als beste Reiszeit gelten die Monate September bis November sowie März bis Mai. Dann ist die Sicht gut und die Temperaturen sind angenehm. Im Sommer herrscht Monsun und im Winter wird es ziemlich kalt, aber grundsätzlich kannst du den Poon Hill Trek das ganze Jahr über machen.

Der Poon Hill Trek ist anfängerfreundlich. Wir haben unterwegs viele ältere Menschen und auch Familien mit Kindern getroffen, die den Trek gemeistert haben. Trotzdem sollte einem natürlich bewusst sein, dass man über mehrere Tage hinweg mehrere Stunden hoch und runter läuft und dass man sich auf über 3000 Meter Höhe begibt. Eine gewisse Begeisterung fürs Wandern sollte man da schon haben. Außerdem ist der Poon Hill Trek perfekt für alle, die sich im Himalaya langsam rantasten wollen.

Nein! Online-Angebote, insbesondere ab Kathmandu, sind meistens völlig überteuert. Du kannst alles in Pokhara, dem Ausgangsort für den Poon Hill Trek, kurzfristig organisieren.

Der Poon Hill Trek dauert zwischen 3 und 5 Tagen, je nach Strecke und Start- und Endpunkt. Unsere Route findest du im Abschnitt „Poon Hill – Route“ weiter unten.

Auch wenn der Poon Hill Trek als Anfängertrek gilt, brauchst du ein bisschen was an Ausrüstung. Wichtig sind gute Wanderschuhe, bequeme Kleidung, ein Regencape und Schutz gegen die Sonne. Was du sonst noch brauchst, haben wir weiter unten in einer Tabelle aufgelistet. Falls du etwas davon nicht hast, keine Sorge: Du kannst alles davon in Pokhara kaufen oder ausleihen.

Seit dem 1. April 2023 ist es in Nepal theoretisch verpflichtend, für jede Wanderung, für die eine Permit nötig ist, einen Guide oder Porter zu engagieren. Das schließt auch den vergleichsweise leichten Poon Hill Trek mit ein. Wir waren zu Beginn der Regelimplementierung in Nepal, aber von dem was wir danach gehört haben, hat sich diese Regel nicht durchgesetzt und es gibt weiterhin Backpacker, die ohne Guide wandern.

Beim Poon Hill Trek kommen mehrere Kosten zusammen. Du musst zwei Permits (TIMS und Annapurna Conversation Area) kaufen, die An- und Abreise zahlen, Unterkünfte und Verpflegung unterwegs und einen kleinen Eintritt für den Poon Hill. Dazu kommen die Kosten für einen Guide, der seit 1. April 2023 theoretisch verpflichtend ist. Was uns der Poon Hill Trek insgesamt gekostet hat, zeigen wir dir weiter unten im Abschnitt „Kosten und wichtige Infos“.

Der Blog als Vlog

Alles Infos und Highlights aus diesem Blogbeitrag findest du auch auf YouTube in unserem Vlog!

Anreise von Kathmandu nach Pokhara

Tourist Bus Terminal Kathmandu
Schlecht ausgebaute Straße

Deine Reise in Nepal wird vermutlich in der wuseligen Hauptstadt Kathmandu beginnen. Von dort hast du zwei Möglichkeiten, nach Pokhara zu kommen: Die günstigere, aber unbequemere Option ist, mit dem Bus zu fahren. Die Touristenbusse fahren morgens um 7 Uhr und abends ab dem „Tourist Bus Stop“ in Thamel in Kathmandu ab, kosten zwischen 7 und 15 Euro und brauchen zwischen 8 und 10 Stunden für die gerade mal 200 Kilometer lange Strecke. Die Straße ist zu großen Teilen Schotterpiste und Baustelle und die Fahrt sehr holprig. Wir sind mit Swift gefahren, was wir online über bookaway gebucht haben. Alternativ kannst du von Kathmandu nach Pokhara fliegen, was natürlich deutlich schneller geht, aber mehr kostet und eher unzuverlässig ist, weil die Flüge oft wegen schlechter Sicht gestrichen werden.

Pokhara - Der Ausgangsort

Lakeside Pokhara
Restaurant in der Stadt
Airbnb in Pokhara

Pokhara ist der beste Ausgangsort für den Poon Hill Trek und die wahrscheinlich schönste Stadt in Nepal. Auch wenn Pokhara die zweitgrößte Stadt des Landes ist, hat sie einen vergleichsweise entspannten Charakter und ist viel ruhiger und weniger chaotisch als Kathmandu. Besonders rund um den See, in der sogenannten Lakeside, ist es super schön. Du kannst dort ruhig ein paar Tage einplanen, denn man kann auch einige Ausflüge, zum Beispiel zur World Peace Pagoda, machen. Weil Pokhara der Ausgangsort für viele Treks im Himalaya ist – neben dem Poon Hill zum Beispiel auch für den Annapurna Basecamp Trek – ist die Stadt das touristische Trekkingzentrum in Nepal. Du findest haufenweise Unterkünfte, Cafés und Restaurants, von denen wir besonders das Marwadi Restaurant, Green Chilly Bistro, White Rabbit Coffee und Vegan Way empfehlen können. Wer eine günstige Unterkunft im Zentrum sucht, kann ein Blick auf das Hotel Diplomat* werfen und wer ein paar Tage mehr einplant und eine eigene Wohnung mit Küche haben möchte, können wir dieses Airbnb weiterempfehlen. Auch Geschäfte mit Trekkingausrüstung und Agenturen gibt es in Pokhara zahlreich, sodass du dort wirklich alles für deinen Trek organisieren kannst und dich um nichts vorab kümmern musst.

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Gesetzesänderung - Trekking nur noch mit Guide

Seit dem 1. April 2023 ist es in Nepal verpflichtend, für jede Wanderung, für die eine Permit nötig ist, einen Guide oder Porter zu engagieren. Das heißt, das individuelle Trekken, das viele Menschen in Nepal bisher so geschätzt haben, ist theoretisch nicht mehr erlaubt. Dadurch wird das Trekking in Nepal natürlich teurer, denn für einen Guide werden pro Tag zwischen 25 und 35 USD fällig, was sich bei einem längeren Trek im Himalaya ganz schön summiert. Allerdings kann man auch einen Porterguide nehmen (Mischung aus Guide und Porter, zwischen 20 und 25 Dollar/Tag) oder einen Porter (trägt die Sachen, gibt aber keine Infos, zwischen 18 und 20 Dollar/Tag) und die Kosten teilen. Nachtrag: Die Regeländerung wird in der Praxis wohl nicht konsequent umgesetzt!

Organisation der Tour

Straße voller Agencies
Unlimited Trekking

Da die Guide Pflicht wohl nicht konsequent umgesetzt wurde, kannst du den Poon Hill Trek weiterhin auf eigene Faust wandern. Möchtest du dir trotzdem einen Guide nehmen, bleiben dir zwei Möglichkeiten: Entweder kannst du den Poon Hill Trek in einer komplett durchgeplanten Tour buchen. Das heißt, du zahlst einen Fixbetrag und hast dann alles – also den Guide, Unterkünfte, Essen und Anreise – inkludiert und eine festgelegte Route. Oder du machst den Trek weiterhin unabhängig und buchst dir lediglich einen Guide oder Porter dazu. In Pokhara an der Lakeside gibt es super viele Agencies, die Touren anbieten und Guides und Porter vermitteln. Übrigens gibt es auch Agenturen, die sich darauf spezialisiert haben, weibliche Guides an weibliche Trekker zu vermitteln, zum Beispiel Three Sisters Adventure Trekking.

Im Office von KB
Jetzt verpflichtend: Guides
Unser Porterguide

Der Porter oder Guide zahlt seine Verpflegung und seine Unterkünfte auf dem Trek übrigens selbst. Aber die An- und Abreise, zum Beispiel mit dem Bus oder Jeep, musst du für den Porter beziehungsweise Guide mitbezahlen. Das wird natürlich günstiger, wenn du in einer Gruppe unterwegs bist und ihr euch einen Porter oder Guide und die Kosten dafür teilen könnt. Schau dich in Pokhara ein wenig um und vergleiche Preise und Angebote. Wir haben uns für einen Porterguide bei der Agentur Unlimited Trekking entschieden. Die Beratung bei dem Besitzer KB war super, aber mit dem Guide (bzw. zwei Guides, weil wir gewechselt haben) hatten wir leider kein Glück. Deswegen unser Tipp: Frage, ob du den Guide vorab kennen lernen kannst und höre auf dein Bauchgefühl. Du kannst den Guide immer noch wechseln, wenn dein erster Eindruck nicht gut ist.

Permits und Equipment

Permits für den Trek
Equipment gibt es überall

Für den Poon Hill Trek brauchst du zwei Permits: Die TIMS, die 2000 NPR (14 €) kostet und die Genehmigung für die Annapurna Conversation Area, die 3000 NPR (20€) kostet. Du kannst die beiden Genehmigungen selbst im Touristenbüro im Immigration Office in Pokhara beantragen. Beachte, dass du vier Fotos von dir mitbringen musst. Alternativ kümmern sich auch die Agenturen um die Permits. Unsere hat das sogar ohne Aufpreis gemacht und auch die Fotos von uns kostenlos geschossen. Die Permits haben wir am ersten Tag des Treks ausgehändigt bekommen. Es gibt verschiedene Checkpoints auf dem Trek, wo du diese vorzeigen musst – bei uns war das in Ghorepani und in Birethani. Was das Equipment angeht, gibt es einige Sachen, die du auf jeden Fall brauchst und die wir in der folgenden Tabelle aufgelistet haben:

TrekkinggearSonstiges
BackpackStirnlampe
Wasserfeste SchuheSonnencreme
Warme JackeWasserflasche
Trekking SockenWasseraufbereitungstabletten
WechselklamottenBuff Schal
HandtuchKlopapier
RegencapeReisepass
ThermounterwäschePermits
Mütze & HandschuheBargeld
Optional: WanderstöckeSnacks

Ob du eine dicke Jacke, Mütze, Handschuhe und Thermosunterwäsche brauchst, hängt von der Jahreszeit und deinem persönlichen Kälteempfinden ab. Während es tagsüber recht warm sein kann und man in T-Shirt und kurzer Hose läuft, wird es auch in den wärmeren Monaten zwischen September und November und März bis Mai kalt, sobald die Sonne weg ist, wenn man sich nicht mehr bewegt und vor allem beim Aufstieg zum Sonnenaufgang auf den Poon Hill auf über 3000 Meter Höhe. Außerdem sind die Unterkünfte nicht beheizt und oft schlecht isoliert. Auch ob du Wanderstöcke brauchst, ist individuell. Wir hatten keine, haben aber auf dem Weg einen Bambusstock gefunden, den wir ganz praktisch fanden. Du kannst alles an Equipment in den vielen Geschäften in Pokhara für wenig Geld kaufen. Größere Sachen wie Schuhe, Jacken und Wanderstöcke können auch geliehen werden. Vergleiche auf jeden Fall Preise und verhandle – besonders wenn du mehrere Sache kaufst, ist der Spielraum groß!

Poon Hill - Route

Die typische Route für den Poon Hill Trek, die vier bis fünf Tage dauert, ist wie folgt: In Pokhara startest du mit dem Bus und fährst nach Nayapul, wo das Trekking beginnt. Von dort läufst du nach Ulleri, wo du die erste Nacht verbringst. Am nächsten Tag geht es nach Ghorepani, dem Ausgangsort für den Poon Hill. Nach einer (kurzen) Nacht steht am nächsten Morgen zum Sonnenaufgang der Hike auf den Poon Hill an. Danach geht es wieder zurück nach Ghorepani und weiter nach Tadapani, wo du die Nacht verbringst. Am nächsten Tag läufst du nach Ghandruk, von wo aus du entweder mit dem Bus zurück nach Pokhara fahren kannst, oder du übernachtest in Ghandruk und läufst am nächsten Tag weiter nach Nayapul und fährst von dort aus zurück nach Pokhara mit dem Bus. Du kannst das Ganze auch abändern, es gibt auch zwischen den hier genannten Orten viele kleinere Orte, in denen du stattdessen übernachten kannst, wenn du etwas weiter oder weniger weit laufen möchtest. Die Route ist individuell und du musst nichts vorab buchen. Allerdings mussten wir öfters mehrere Unterkünfte abklappern, bis wir ein freies Zimmer gefunden haben. Wir haben die Route ein mal umgedreht und gegen den Uhrzeigersinn gemacht und sind in Ghandruk gestartet.

Tag 1: Pokhara - Ghandruk

Bus nach Kimche
Entspannte Fahrt durch die Berge

Am ersten Tag geht es in Pokhara los, wobei du zwei Möglichkeiten hast: Du kannst einen Jeep nehmen, den die Agentur organisiert, was etwas schneller geht aber auch deutlich teurer ist, oder du fährst mit dem öffentlichen Bus nach Ghandruk. So haben wir es gemacht und sind dafür zuerst für 500 NPR (3,50 €) mit dem Taxi von unserer Agentur zum Baglung Bus Park gefahren. Dort haben wir erfahren, dass die Straße nach Ghandruk aktuell gesperrt sei und der Bus dort nicht hinfahren kann. Nach einer Stunde Wartezeit und einigem Hin und Her sind wir dann in einen Bus gestiegen, der uns nach Kimche gebracht hat, von wo aus wir nach Ghandruk gelaufen sind. Die Fahrt nach Kimche hat circa zwei Stunden gedauert, war etwas holprig aber insgesamt okay und hat 450 NPR (3 €) pro Person gekostet. Normalerweise kannst du aber bis nach Ghandruk durchfahren.

Wanderung nach Ghandruk
Unterkunft in Ghandruk
Tolle Aussicht von der Terrasse

In Kimche startete dann also unser Trek: Circa eine Stunde sind wir nach Ghandruk gelaufen, wobei der Weg nicht sonderlich schön war, sondern die meiste Zeit eine staubige Straße entlang führte. Dafür war unser Ziel umso toller: Ghandruk ist einer der größten und schönsten Orte in der Region, der – bei gutem Wetter – eine spektakuläre Sicht auf die umliegenden schneebedeckten Berge bietet. Du findest dort super viele schöne Unterkünfte; der Standard ist dort ziemlich hoch. Wir haben im Old Village Inn für 12 Euro die Nacht in einem Doppelzimmer mit eigenem Bad übernachtet.

Tag 2: Ghandruk - Banthanti

Tag 2 startete direkt mit einem Highlight, denn das Wetter war klar und wir hatten eine mega Sicht auf die schneebedeckten Berge. Frühstück mit Blick auf den Himalaya – es könnte schlimmer sein! Gestärkt ging es los in Richtung Tadapani, unser Tagesziel. Von Ghandruk aus führen erst mal ziemlich viele Stufen nach oben. Das ist generell eine Sache, die einem beim Poon Hill Trek bewusst sein sollte: Man muss sehr viele Stufen laufen, die leider alle unterschiedlich hoch sind. Aber es geht nicht die ganze Zeit hoch, irgendwann wurde der Weg flacher und auch ziemlich schön, denn er führt zum Großteil durch dschungelartigen Wald und wir haben uns zwischendrin mehr gefühlt als würden wir gerade durch Regenwald laufen.

Good Morning Himalaya
Dschungel oder Gebirge?
Ankunft in Banthanti

Weil wir unser eigentliches Ziel Tadapani schon nach zweieinhalb Stunden erreicht hatten und es da gerade mal 11 Uhr war, haben wir uns entschieden, noch etwas weiter zu laufen. So sind wir nach 8,2 Kilometern Strecke und circa 4 Stunden trekken in dem kleinen Ort Banthanti gelandet. Dort gibt es wirklich nichts außer vier Unterkünften und der Ort wird von den meisten Wanderern als Mittagessensspot genutzt, nicht als Übernachtungsort. Dementsprechend waren wir dort die einzigen und uns wurde etwas langweilig, weil es auch weder Netz noch Wifi gab. Außerdem wurde es hier das erste Mal abends recht kalt, sodass wir froh über unsere warmen Klamotten waren. Übernachtet haben wir im Hotel Sunrise Lodge für 5 Euro in einem basic Zimmer ohne eigenes Bad, was aber ausreichend war. 

Tag 3: Banthanti - Ghorepani

Wandern mit Aussicht
Zimmer in Ghorepani

An Tag 3 hieß unser Ziel Ghorepani, der Ausgangsort für den Poon Hill. Sieben Kilometer und drei bis vier Stunden Wanderung standen uns bevor. Der Weg war ähnlich wie am Tag zuvor, es ging abwechselnd hoch und runter, wurde dann aber auch mal wieder flach. Immer wieder kamen uns Esel entgegen, die schwerbeladen Dinge von A nach B tragen müssen. Nachdem wir wieder eine Weile durch Wald gelaufen sind, öffnete sich der Weg auf einmal und wir hatten einen tollen Blick auf die Berge. Auf jeden Fall ein Highlight von Tag 3! Nach drei Stunden kamen wir dann auch schon in Ghorepani an. Dort gibt es, ähnlich wie in Ghandruk, super viele Unterkünfte, von denen viele einen hohen Standard bieten. Allerdings können die Unterkünfte, gerade in der Hauptsaison, durchaus ausgebucht sein. Gelandet sind wir letztlich im Hotel Super View, wo wir 7 Euro für ein Zimmer mit eigenem Bad, heißen Wasser und einer tollen Aussicht auf die Berge bezahlt haben. 

Aufstieg zum Poon Hill

Am nächsten Morgen stand das Highlight des Treks an: der Aufstieg auf den 3210 Meter hohen Poon Hill. Im Dunklen, warm angezogen und mit Stirnlampen ausgerüstet geht es spätestens um 5 Uhr los, um rechtzeitig zum Sonnenaufgang oben zu sein. Der Weg wird ziemlich voll, weil natürlich alle Wanderer, die in Ghorepani übernachten, sich frühmorgens auf den Weg zu diesem Highlight machen. Nach ungefähr der Hälfte des Wegs gibt es einen Stand, wo eine kleine Eintrittsgebühr von 150 NPR (1 €) für den Poon Hill fällig wird.

Aufstieg im Dunkeln
Sunrise am Poon Hill
8167m hoher Dhaulagiri

Viele, viele Stufen führen die knapp 350 Höhenmeter nach oben, aber die Anstrengung am frühen Morgen lohnt sich: Vom Poon Hill aus öffnet sich der Blick auf eine Bergkette im Himalaya, von denen gleich zwei mehr als 8000 Meter hoch und damit zwei der höchsten Berge der Erde sind: der Annapurna I mit seinen 8091 Metern und der Dhaulagiri mit seinen 8167 Metern Höhe. Der Blick ist wirklich spektakulär und wenn dann noch die Sonne aufgeht und alles anstrahlt, weiß man, wofür man die Strapazen der vergangenen Tage auf sich genommen hat. Es ist übrigens verboten, heiße Getränke oder auch nur heißes Wasser mit auf den Gipfel zu nehmen. Oben werden Getränke verkauft und die Preise sind fair.

Tag 4: Ghorepani - Pokhara

Nachdem wir diesen spektakulären Anblick ausführlich genossen hatten, ging es die vielen Stufen wieder runter nach Ghorepani. Übrigens hat man auch von dort einen tollen Blick auf die beiden 8000er! Nachdem wir gefrühstückt und gepackt hatten, stand der letzte Abschnitt unserer Wanderung an. Wir wollten bis nach Hile laufen und von dort einen Jeep nach Pokhara zurücknehmen. Als wir Ghandruk verließen, kamen wir an unserem ersten Police Checkpoint vorbei, wo unsere Permits kontrolliert wurden. Der weitere Weg führte wieder vermehrt durch Wald und ging hauptsächlich bergab, aber den Blick auf die schneebedeckten Berge erhaschten wir dort nur noch selten. Nach circa drei Stunden kamen wir in Ulleri an, einem Ort vor Hile, wo wir Mittagspause gemacht haben.

Esel kreuzen den Weg
Jeep ab Ulleri

Dann ging es weiter nach Hile, wo es eine Jeep Station gibt, an dem die Jeeps sich sammeln und abfahren. Die Fahrt hat für uns beide inklusive unserem Porterguide 5000 NPR (35 €) gekostet – ist also wirklich kein Schnäppchen. Alternativ kann man auch bis nach Nayapool weiterlaufen und von dort den öffentlichen Bus zurück nach Pokhara nehmen. Die Fahrt mit dem Jeep war erwartungsgemäß sehr holprig, bis wir nach Nayapool kamen, wo die Straße befestigt ist. Unterwegs, in Birethani, wurden wir noch einmal kontrolliert und mussten unsere Permits zeigen. Insgesamt hat die Rückfahrt circa drei Stunden gedauert und wir wurden bis zu unserer Unterkunft in Pokhara gefahren.

Was kostet der Poon Hill Trek?

Trekking in Nepal galt bis zur Regeländerung bezüglich der Guides als sehr günstig und hat deswegen viele Backpacker und Low Budget-Reisende angezogen. Wahrscheinlich auch einer der Gründe, warum sich die Regel im Endeffekt nicht konsequent durchgesetzt hat, da Nepal die Rucksackreisenden nicht abschrecken will. Wir waren allerdings direkt zum Zeitpunkt der Regelimplementierung in Nepal und da es damals nicht klar war, wie die Regel umgesetzt wird, haben wir uns einen Guide nehmen müssen und für unseren Porterguide 25 € pro Tag gezahlt.

Typischer Ort auf dem Weg
Dal Bhat Power 24 Hour
Nachts wird es kalt!

Insgesamt haben wir für den 4-tägigen Poon Hill Trek pro Person 165 Euro ausgegeben, was 41 Euro pro Tag pro Person entspricht. Rechnet man die Kosten für den Porterguide raus, sind es nur noch 115 Euro (29 Euro pro Tag). Sonst haben wir pro Person 12 Euro für Übernachtungen gezahlt, 47 Euro für Essen und Trinken, 28 Euro für Transport, 34 Euro für die Permits und 8,40 Euro für Leihklamotten (ein Paar Schuhe, zwei dicke Jacken). Exkludiert haben wir 35 Euro pro Person, die wir für Trekkingausrüstung vorab in Pokhara gekauft haben. Diese Kosten fallen nicht an, wenn du direkt aus Deutschland anreist und entsprechend packen kannst. Generell gilt, dass die Unterkünfte auf dem Trek günstig sind, man aber dazu verpflichtet ist, in den dazugehörigen Restaurants zu essen. Die Einnahmen werden hauptsächlich über Essen und Trinken generiert, was teurer wird, je weiter du in die Berge kommst. Vorab buchen musst du nicht, aber es kann in der Hochsaison schon vorkommen, dass mal einige Unterkünfte, gerade in den beliebten Orten Ghandruk und Ghorepani, ausgebucht sind. Es gibt aber genügend Auswahl, sodass du dir da keine Sorgen machen musst. Im Prinzip haben alle Unterkünfte die gleiche Karte und es gibt immer sehr leckeres nepalesisches, aber auch westliches Essen. Wlan, Heißes Wasser und Elektronik laden kostet häufig extra.

Poon Hill Nepal - Fazit

Der Poon Hill Trek ist unserer Meinung nach anfängerfreundlich und der perfekte Einstief fürs Trekking im Himalaya. Die Infrastruktur auf dem Trek ist gut ausgebaut, man wandert nicht auf großer Höhe und über weite Teile des Jahres muss man nicht mit Schnee rechnen. Auch die Abstriche im Bezug auf Komfort und Unterkünfte halten sich im Vergleich zu anderes Treks in Grenzen. Wer danach Lust auf mehr hat, kann von dort weitere Wanderungen, wie den Annapurna Basecamp Trek, machen.

Dass man einen Guide für den Poon Hill braucht, finden wir nicht. Dementsprechend erfreut sind wir über die Entwicklung, dass die Reglung in der Praxis scheinbar nicht konsequent umgesetzt wird. Denn der Trek ist nicht sonderlich herausfordernd und der Weg relativ leicht zu finden. Für andere Treks kann ein Guide sicherlich sinnvoll sein, insbesondere für unerfahrenere Wanderer, aber den Poon Hill kann man auch ohne Guide wunderbar auf eigene Faust wandern und somit Geld sparen.