Sigiriya

Sri Lanka

Das Kulturdreieick in Sri Lanka

Sri Lanka ist bekannt für traumhafte Strände, beeindruckende Tierbegegnungen, eine der schönsten Zugfahrten der Welt – aber auch für eine reiche Kultur und beeindruckende Tempel, die du im sogenannten Kulturdreieck findest. Dieses setzt sich aus den drei Orten Kandy, Anuradhapurna und Polonnaruwa zusammen. Alle drei waren einmal Hauptstadt des singhalesischen Reichs und sind heute von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet. Dazu kommen die Orte Dambulla und Sigiriya, die sich im Inneren des Dreiecks befinden und der perfekte Ausgangsort sind, um die Gegend zu erkunden.

Unserer Meinung nach ist ein Besuch des Kulturdreiecks in Sri Lanka ein Must Do – denn es gibt in der Region neben alten Königsstädten, Tempelruinen und Buddhastatuen auch noch tolle Aussichtspunkte und frei lebende Elefanten, die du auf einer Safari beobachten kannst. In diesem Blogbeitrag geben wir dir alle Infos zu Anreise und Fortbewegung, zeigen dir, was du im kulturellen Dreieck unternehmen kannst und sagen dir natürlich auch, was das alles kostet.

Sigiriya - Wichtige Infos

Grundsätzlich herrscht in den meisten Landesteilen Sri Lankas (bis auf das Hochland) das ganze Jahr über tropisches Klima mit Temperaturen um die 30 Grad und es lassen sich zwei Jahreszeiten unterscheiden: die Regen- und die Trockenzeit. Im flach gelegenen Zentrum des Landes rund um Sigiriya sind diese allerdings nicht so ausgeprägt, weshalb die Region ganzjährig bereist werden kann. Als beste Reisezeit gelten dennoch die Monate Januar und Februar sowie die Zeit zwischen Juni bis September.

Für das Kulturdreieck solltest du zwischen drei und sieben Tagen einplanen – je nachdem, wie viel du sehen willst. Wenn du alle in diesem Guide genannten Highlights machen möchtest, solltest du schon eine Woche Zeit mitbringen. Aber du kannst dir natürlich auch einzelne Orte und To Dos raussuchen und diese in kürzerer Zeit besuchen.

Sri Lanka ist trotz starker Inflation in den letzten Jahren weiterhin ein günstiges Reiseland. Allerdings kosten einige Sehenswürdigkeiten des kulturellen Dreiecks wie der Löwenfels oder die Ruinenstadt Polonnaruwa um die 30 € Eintritt, was wir persönlich ziemlich unverhältnismäßig fanden (wir zeigen dir günstigere Alternativen).

Zwischen den drei Orten Kandy, Anuradhapurna und Polonnaruwa, die das kulturelle Dreieck bilden, kannst du dich mit öffentlichen Bussen fortbewegen oder dir einen privaten Fahrer nehmen. Außerdem kannst du dir einen Roller leihen oder dich, insbesondere auf kürzeren Strecken, mit dem Tuktuk fahren lassen. Zugstrecken gibt es in diesem Teil des Landes keine und Touristenshuttles, wie man sie beispielsweise aus Thailand kennt, gibt es in Sri Lanka grundsätzlich nicht.

Da Englisch bis zum Jahr 1957 sogar die offizielle Landessprache war, ist die englische Sprache heute nach wie vor weit verbreitet und die meisten im Tourismus tätigen Sri Lanker sprechen Englisch.

Von Kandy aus kannst du entweder mit dem Zug nach Colombo (bzw. zum Flughafen) fahren oder in einer etwa siebenstündigen Zugfahrt in das Hochland von Ella reisen. Von Anuradhapurna gibt es ebenfalls Züge in die Hauptstadt Colombo. Außerdem fahren von Dambulla und Anuradhapurna zahlreiche Busse in Richtung Osten nach Trincomalee.

Der Blog als Vlog

Alles Infos und Highlights aus diesem Blogbeitrag findest du auch auf YouTube in unserem Vlog!

Sigirya - Anreise und Fortbewegung

Wenn du nach Sri Lanka reist, kommst du am Flughafen Bandaranaike (CMB) an, der nördlich der Hauptstadt Colombo an der Westküste des Landes liegt. Da dies der einzige internationale Flughafen in Sri Lanka ist, startet und endet deine Reise dort. Typisch ist eine Rundreise durch Sri Lanka, bei der man das Hochland rund um Ella, das kulturelle Dreieck um Sigiriya und die Strände an der Südküste besucht. Je nachdem, in welche Richtung du deine Rundreise startest, kannst du also von verschiedenen Orten ins kulturelle Dreieck anreisen. Aber egal, aus welcher Richtung du kommst, dein erster Anlaufpunkt sollte Kandy, der südlichste Punkt des Kulturdreiecks, sein. Dorthin kannst du sowohl aus Richtung Westen, also Colombo, Negombo oder vom Flughafen, als auch aus dem südosten aus Ella oder Nuwara Eliya, mit dem Zug nach Kandy fahren. Der berühmten Fahrt Ella – Kandy haben wir in diesem Blogbeitrag einen ausführlichen Abschnitt gewidmet. Kommst du aus Colombo, kostet die Zugfahrt 2,50 Euro und dauert circa drei Stunden. Die Zugtickets kannst du spontan am Bahnhof kaufen oder vorab online auf der offiziellen Seite. Beachte aber, dass du online lediglich eine Bestätigung bekommst und das Ticket noch am Bahnhof abholen musst.

Öffentliche Busse in Kandy
Mit dem Tuktuk zur Unterkunft
Flexibel mit dem Roller unterwegs

Kandy bildet den unteren Abschnitt des kulturellen Dreiecks und du kannst von dort aus entweder direkt weiterreisen oder erst ein, zwei Nächte in der Stadt verbringen und dann weiterfahren. Als Ausgangsort, um den Rest des Kulturdreiecks zu erkunden, würden wir den kleinen Ort Sigiriya empfehlen, der super schön im Grünen mitten im Kulturdreieck liegt. Vom Busbahnhof in Kandy in der Nähe des Bahnhofs fahren circa im Stundentakt Busse nach Dambulla. Die Fahrt dauert etwas über zwei Stunden und kostet 0,80 Euro. Es gibt auch klimatisierte Busse und Shuttles, die 1,50 Euro kosten. Angekommen in Dambulla kannst du entweder in einen anderen Bus umsteigen, der nach Sigiriya fährt, oder du nimmst ein Tuktuk, was je nach Lage deiner Unterkunft rund 20 Minuten dauert und circa 5 bis 6 Euro kostet. Von Sigiriya aus kannst du Ausflüge nach Dambulla, Anuradhapurna und Polonnaruwa machen – entweder wieder mit den öffentlichen Bussen, oder du leihst dir einen Roller. So haben wir es gemacht und dafür 7,50 Euro pro Tag bezahlt. Mit dem Roller dauert die Fahrt nach Dambulla circa 25 Minuten und nach Polonnaruwa und Anuradhapura jeweils etwas über eineinhalb Stunden. Alternativ kannst du dir auch einen privaten Fahrer nehmen, was die komfortabelste aber auch teuerste Variante ist, um sich im Kulturdreieck fortzubewegen.

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Sigiriya - Top 6 Highlights

Das Kulturdreieck rund um Sigiriya hat einige Highlights zu bieten – in erster Linie natürlich verschiedene Tempelanlagen, aber auch Safaris und tolle Aussichtspunkte. Im Folgenden stellen wir dir unsere Top 6 Highlights im kulturellen Dreieck vor:

Sigiriya & Pidurangala
Sigiriya, auch Lion’s Rock genannt, ist ein rund 200 Meter hoher Felsen und Namensgeber für den gleichnamigen Ort inmitten des kulturellen Dreiecks. Der Monolith ist landschaftlich wunderschön und hat auch eine wichtige historische und kulturelle Bedeutung, da sich dort Ruinen eines historischen Königspalasts befinden. Allerdings ist der Eintritt für das UNESCO Weltkulturerbe mit 33 Euro auch ziemlich happig, weshalb die meisten Besucher stattdessen den gegenüberliegenden gleich hohen Pidurangala besteigen. Diese Wanderung ist kurz und recht leicht, der Eintritt kostet nur 3 Euro und von oben hat man einen tollen Blick auf den Lion’s Rock. Allerdings wird es dort inzwischen ziemlich voll!

Elefanten Safari
In der Nähe von Sigiriya befinden sich mit dem Kaudulla, dem Minneriya und dem Hurulu Eco Park gleich drei Nationalparks, in denen wilde Elefanten leben. Die Parks gehen ineinander über und die Elefanten können sich dazwischen frei bewegen. Wir haben eine Safari mit „Minneriya Jeep Safaris & Tours“ gemacht (Kontakt: +94716316627), sind durch den Hurulu Eco Park gefahren und haben 25 Euro pro Person bezahlt. Bei frei lebenden Tieren hat man natürlich nie eine Garantie, sie zu Gesicht zu bekommen, aber die Wahrscheinlichkeit, dort Elefanten zu sehen, ist sehr hoch! Wir haben irgendwann aufgehört zu zählen, aber es waren sehr viele und wir fanden die Erfahrung total beeindruckend.

Dambulla Höhlentempel
Die Höhlentempel von Dambulla sind eine wichtige religiöse Stätte in Sri Lanka. Schon von außen beeindruckt die Anlage mit einer goldenen Buddha Statue, aber das eigentliche Highlight wartet auf dem dahinter liegenden Berg. Denn dort befinden sich mehrere Höhlentempel, die wegen ihrer gut erhaltenen Wandmalereien als UNESCO Weltkulturerbe anerkannt wurden. Der Eintritt kostet 6 Euro und man kann fünf Höhlentempel besichtigen, die über 150 Buddhastatuen, die teilweise über 2000 Jahre alt sind, beherbergen. Die vielen Details der Malereien, die sich an Wänden und Decken befinden, sind wirklich faszinierend. Dazu kommt ein toller Blick über die Umgebung.

Polonnaruwa
Polonnaruwa im Osten des Kulturdreiecks war nach Anuradhapura die zweite Hauptstadt des Landes und ist ebenfalls UNESCO Weltkulturerbe. Ein Besuch des archäologischen Parks ist eine echte Zeitreise, denn dort findet man auf einem riesigen Areal beeindruckende Tempelruinen und Buddhafiguren. Wir empfehlen, den Park mit dem Fahrrad zu erkunden, weil die Wege recht lang sind. Auch wenn wir beim ersten Mal sehr begeistert waren, haben wir uns bei unserer zweiten Sri Lanka Reise 2024 gegen einen erneuten Besuch entschieden. Denn der Einritt kostet inzwischen 28 Euro, was unserer Meinung nach – gerade im Vergleich zu anderen Tempelstätten in Asien – nicht gerechtfertigt ist.

Anuradhapura
Anuradhapura markiert den nördlichsten Punkt des kulturellen Dreiecks und war die erste Hauptstadt des singhalesischen Reiches. Nach einer Invasion wurde sie im Jahr 993 verlassen und erst nach vielen Jahrzehnten, in denen sie versteckt im grünen Dschungel lag, wiederentdeckt. Heute ist die historische Stadt als UNESCO Weltkulturerbe ausgezeichnet und eine wichtige Stätte der singhalesischen Kultur. Neben den Palast- und Tempelanlagen, die übrigens alle einzeln Eintritt kosten, ist für buddhistische Pilger ein Bodhi-Baum besonders wichtig. Dieser soll ein Ableger des Bodhi-Baumes aus Indien sein, unter dem Buddha seine Erleuchtung fand.

Kandy
Kandy bildet den südlichen Teil des Kulturdreiecks und ist Start- oder Endpunkt der berühmten Zugstrecke Ella – Kandy. Wir haben uns in der Stadt sehr wohl gefühlt und es gibt eins, zwei Highlights, aber wenn du wenig Zeit hast, kannst du Kandy unserer Meinung nach auch auslassen. Besonders bekannt ist der Sri Dalada Maligawa, der sogenannte Zahntempel. Dort soll sich ein Eckzahn von Buddha befinden, weswegen der Tempel eine der heiligsten Stätten Sri Lankas ist. Täglich finden im Tempel mehrmals Zeremonien statt, der Zahn wird aber nicht gezeigt. Außerdem gibt es jeden Abend kulturelle Tanzperformances, ein paar nette Restaurants und einen hübschen See in Kandy.

Sigiriya - Unterkunft

Das Sigiriya Nature Resort
Schönes, sauberes Doppelzimmer

Um das Kulturdreieck zu erkunden, gibt es verschiedene Orte, die du als Ausgangspunkt wählen kannst und du kannst natürlich auch in mehreren Orten übernachten. Wir kamen mit dem Zug aus Ella und haben zunächst zwei Nächte in Kandy, dem südlichsten Punkt des Kulturdreiecks übernachtet. Dort sind wir im Orchard Home*, einem super süßen Homestay bei einer ganz lieben Familie untergekommen. Für die Nacht im Doppelzimmer mit eigenem Bad (aber ohne Klimaanlage) haben wir inklusive Frühstück 19 Euro bezahlt. Anschließend sind wir nach Sigiriya gefahren, was der perfekte Ausgangspunkt für das kulturelle Dreieck ist, weil der Ort in der Mitte von Kandy, Anuradhapurna und Polonnaruwa liegt. Sigriya selbst ist eigentlich nur eine Ansammlung einiger Häuser und kein größerer Ort und viele Unterkünfte liegen mitten im Grünen. Wir haben im Sigiriya Nature Resort* übernachtet und dafür 21 Euro Euro pro Nacht bezahlt. Wir hatten einen eigenen frei stehenden Bungalow, der sauber und recht gemütlich eingerichtet war, mit Klimaanlage und eigenem Bad. Außerdem ist Frühstück im Preis schon inkludiert. Die Unterkunft liegt im Grünen, aber trotzdem findest du in nur fünf Minuten Fußweg kleine Supermärkte und mehrere Restaurants. 

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Sigiriya - Fazit

Was wir so toll an Sri Lanka finden, ist, dass man auf relativ kleiner Fläche so viel Verschiedenes geboten bekommt: Neben traumhaften Stränden und dem grünen Hochland zeigt das kulturelle Dreieck noch mal eine ganz andere Seite von Sri Lanka. Wer sich für Tempel oder Buddhismus begeistern kann, für den ist die Region ohnehin ein Muss. Aber unserer Meinung nach sollte ein Besuch des Kulturdreiecks wirklich auf keiner Sri Lanka Rundreise fehlen. 

Was wir aber extrem schade finden, ist die Preisgestaltung. Dass der Aufstieg zum Lion’s Head 33 Euro und der Eintritt zur Tempelstätte Polonnaruwa 28 Euro kostet, ist unserer Meinung nach nicht gerechtfertigt. Für Backpacker und alle, die während der Reise auf ihr Budget achten müssen, ist das unverhältnismäßig viel Geld. Außerdem sollte man sich bei einem Besuch darauf einstellen, dass Sehenswürdigkeiten wie der Pidurangala Rock inzwischen ziemlich voll werden können.