Slowenien

Länderguide: Highlights, Routen, Kosten

Klein, aber OHO!

Slowenien gehört nicht unbedingt zu den bekanntesten Reisezielen in Europa, aber erfreut sich in den letzten Jahren wachsender Beliebtheit. Völlig zurecht, denn Slowenien bietet auf kleiner Fläche das Beste aus vielen Welten: hippe Städte, traumhaft schöne Seen, Alpenpanorama, Action- und Wintersport und sogar einen Küstenstreifen an der Adria! In diesem Guide findest du Infos zu allen Highlights und eine mögliche Route für deinen Roadtrip inklusive aller Kosten.

Short Facts

Einwohner: 2 Mio.

Damit hat ganz Slowenien etwas mehr Einwohner als die Stadt Hamburg und etwa 300.000 Menschen leben in der Hauptstadt Ljubljana.

Fläche: 20.000 km²

Slowenien ist kleiner als das deutsche Bundesland Hessen, hat dafür aber eine riesige Diversität in seiner Natur und Landschaft.

Währung: Euro

Im Januar 2007 wurde der Euro zum offiziellen Zahlungsmittel und ersetzte den bis dahin gültigen slowenischen Tolar.

Einreise: 90 Tage frei

Als Mitglied der EU kannst du mit dem deutschen Reisepass oder Personalausweis bis zu drei Monate frei nach Slowenien einreisen.

Reisezeit: Mai bis September

Grundsätzlich kann man die meisten Landesteile gut von Mai bis Ende September bereisen. Skifahren ist in den Wintermonaten möglich.

Strom: Typ C & F

Für deine Reise brauchst du keinen Steckdosenadapter. Es gibt die gleichen Steckertypen wie Deutschland.

Allgemeines

Slowenien liegt in Zentraleuropa und wurde nach dem Zerfall von Jugoslawien 1991 ein eigenständiger Staat. Seit der EU-Osterweiterung 2004 ist Slowenien Teil der Europäischen Union und seit 2007 auch der Währungsunion. Heute gehört es zu den eher wohlhabenden Ländern in der Balkanregion und erlebte in der jüngsten Vergangenheit einen Aufschwung, der auch auf den wachsenden Tourismus zurückzuführen ist.

International ist Slowenien über den Hauptstadtflughafen mit zahlreichen Verbindungen von und nach Ljubljana gut an das internationale Flugnetz angebunden. Die beiden anderen internationalen Flughäfen, Maribor im Osten und Portoroz an der Adriaküste, spielen praktisch kaum eine Rolle. Die Einreise mit dem Auto aus den Nachbarländern ist ebenfalls problemlos möglich und dauert beispielsweise von München aus etwa fünf Stunden. Allerdings herrscht auf Autobahnen und Schnellstraßen Vignettenpflicht für alle Kraftfahrzeuge bis 3,5 Tonnen. Die Kosten variieren je nach Dauer und Fahrzeugtyp. Landschaftlich gesehen ist Slowenien gemessen an seiner Fläche außerordentlich divers und lässt sich wie folgt einordnen:

  • Der nördliche Teil um die Hochgebirge im Nordwesten in den Julischen Alpen sowie östliche Ausläufer bis hin zu Maribor
  • Der westliche Teil umfasst die Karstregion mit ihren Höhlenlandschaften und dem Vipava-Tal sowie die mediterrane Küstenregion an der Adria
  • Der Osten des Landes kommt etwas entspannter daher und ist bekannt für seine Weinregionen und die zahlreichen Thermalbäder
  • Die zentrale Region Sloweniens wird von Ljubljana dominiert, das als perfekter Ausgangspunkt dient, um die anderen Landesteile zu erkunden
Die Hauptstadt Ljubljana
Seen und grüne Berge im Norden

Der Tourismus konzentriert sich dabei überwiegend auf die bekannteren Städte wie Ljubljana und Bled sowie auf die Landesteile im bergigen Nordwesten mit dem Triglav Nationalpark und die Teile des Westens um den Küstenort Piran. Auch wenn Slowenien mit Sicherheit noch kein Touristen-Hotspot ist, wächst die Zahl der Besucher stetig und das ist auch so gewollt. Mit dem sehr präsenten Slogan I feel Slovenia“ rührt der Staat kräftig die Werbetrommel und ist sichtlich bemüht, mehr Touristen ins Land zu locken – und das zumindest bis 2020 sehr erfolgreich, denn im Internet waren vereinzelt Berichte über ausgebuchte Hotels und Campingplätze sowie recht volle Wanderwege zu lesen.

Slowenien - Highlights

Slowenien hat gemessen an seiner Fläche unfassbar viel zu bieten und ist ein Paradies für jeden Wanderer und Naturliebhaber. Besonders der Norden mit dem Triglav Nationalpark und dem Soca-Tal bietet tolle Landschaften und eine malerische Kulisse. Doch auch Aktivurlauber kommen auf ihre Kosten, denn der Nationalpark ist ein echtes Abenteuerparadies mit vielen Möglichkeiten für die verschiedensten Aktivitäten. Und in nur etwa 2,5 Stunden kommt man von den Bergen an die Adria, um den mediterranen Flair Sloweniens in einer der Küstenstädte zu genießen. Dazu gesellen sich traumhaft schöne Seen und beeindruckende Höhlen im Inland, genau wie eine der grünsten und entspanntesten Hauptstädte Europas.

Ljubljana und Seenlandschaften
Mit Ljubljana bietet Slowenien eine der grünsten Hauptstädte Europas mit fast schon dörflichem Charakter. Und nicht weit entfernt liegt mit Bled der wohl bekannteste Ort des ganzen Landes, wo du auch die einzige Insel Sloweniens findest.

Wir haben am Ende unserer Reise ein paar Tage in Ljubljana verbracht und waren ganz angetan. Zurecht rühmt sich Slowenien damit, einer der grünsten Hauptstädte Europas zu haben, denn Parks und Grünanlagen dominieren das Stadtbild. Mit seinen knapp 300.000 Einwohnern ist Ljubljana auch einer der kleinsten Hauptstädte Europas und wir haben diese Mischung aus Hauptstadtflair und „Dorfcharakter“ genossen. Man bekommt aus beiden Welten das Beste: Einerseits eine schöne Innenstadt mit historischen Gebäuden, vielen Restaurants sowie alternativen Vierteln und auf der anderen Seite viel Grünfläche und fußläufige Strecken zu den Wohngebieten, die wie die nette Nachbarschaft von nebenan anmuten.

Wir empfehlen, zu Beginn eine der vielen Free-Walking-Touren zu machen, denn aufgrund der kurzen Wege kann man viel sehen und lernen. Als Geschichtsinteressierte haben wir uns für die sogenannte „Communist-Free-Walking-Tour“ entschieden, die besonders die sozialistische Vergangenheit Sloweniens innerhalb Jugoslawiens unter Tito betrachtet und bei einem entspannten Spaziergang durch Ljubljana anschaulich den Weg in die Unabhängigkeit beleuchtet.

Der Lake Bled mit seiner Insel und Kirche in der Mitte ist wohl das Postkartenmotiv Sloweniens. Die Stadt selbst ist zugegebenermaßen stark auf den Tourismus ausgelegt, aber man findet auch Unterkünfte in ruhigen Ecken abseits der Hauptstraßen und Hotels. Trotzdem ist der Ort sehr überschaubar und das Umland mit dem See ist zurecht eines der Highlights einer Slowenien Rundreise. Es gibt einen schönen Rundweg um den See, ein Schloss gegenüber von Bled, Wanderungen zu verschiedenen Aussichtspunkten (z.B. Mala Osojnica) und die Möglichkeit, ein Ruderboot zu mieten und auf die Insel zu schippern. Außerdem ist der bekannte Vintgar-Klamm nur einen Katzensprung von Bled entfernt. Leider war unser Besuch dort sehr verregnet und gemessen an dem, was wir später im Triglav Nationalpark an Natur for free hatten, auch recht teuer.

Nur eine halbe Autostunde von Bled entfernt, findet man einen weiteren See inmitten einer Bilderbuchkulisse: Den Bohinj See oder Bohinjski Jezero. Hier geht es deutlich ruhiger zu und der See ist um einiges größer und weitläufiger als der Lake Bled. Aber das Panorama aus See und Bergen ist nicht weniger beeindruckend, mit einer schönen alten Steinbrücke über den Fluss, der dem See entspringt sowie einer schönen Kirche direkt daneben. Außerdem ist man in wenigen Autominuten vom See am Ausgangspunkt zur Wanderung zum Slap Savica, einem der größten Wasserfälle in der Region.

Triglav Nationalpark
Der Triglav Nationalpark war das Highlight unseres Roadtrips! Er liegt im Nordwesten in den Julischen Alpen und der Name leitet sich aus dem höchsten Berg Sloweniens ab. Neben Outdoorsport gibt es tolle Wanderungen, riesige Wasserfälle und das malerische Soca-Tal.

Genau genommen gehören einige der oben beschriebenen Highlights wie der Bohinj See, der Slap Savica oder der Vintgar Klamm bereits zum Triglav Nationalpark, der sich insgesamt über 800 km² erstreckt. Doch während diese Dinge eher am Rand des Nationalparks liegen, bieten sich die besten Wanderwege im zentralen Hochgebirge. Die Königsdisziplin ist natürlich die Besteigung des Triglav selbst, dessen Gipfel auf 2.864 Metern liegt. Es gibt unterschiedliche Routen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Als die einfachste gilt jedoch die Wanderung ab dem Krma-Tal in zwei Tagen.

Neben den vielen Bergwanderungen gibt es mit dem Slap Boka, einem der höchsten Wasserfälle in ganz Europa, und dem Slap Virje nahe Bovec auch noch zwei sehenswerte Wasserfälle. Doch das größte Highlight des ganzen Nationalparks ist die Soca und das Soca-Tal!

Die Soca gehört zu den schönsten Flüssen in ganz Europa und verdankt diese Beliebtheit seinem smaragdgrünen oder auch mal türkisblauen Wasser, das dem Fluss je nach Sonneneinstrahlung eine einzigartige Farbe verleiht und zusammen mit den Bergen ein einmaliges Alpenpanorama zaubert. Der Soca-Trail (Soska-Pot) ist die bekannteste Wanderstrecke und führt von Trenta in der Nähe der Flussquelle bis nach Bovec. Die etwa sechs- bis siebenstündige Wanderung läuft fast dauerhaft entlang der Soca inmitten der beeindruckendsten Landschaften, die wir in Europa je gesehen haben. Besonders die Passagen über die zahlreichen Holzbrücken sowie an der kleinen und großen Soca-Tröge sind uns gut in Erinnerung geblieben.

Apropos Bovec: Der kleine Ort inmitten der Berge bildet das Zentrum aller Outdooraktivitäten in der Umgebung. Egal ob Canyoning, Rafting, Paragliding, Kayak oder Zipline: Es ist für jeden etwas dabei – egal ob blutiger Anfänger oder erfahrener Profi!

Wir selbst haben dort zum ersten Mal eine Canyoning Tour gemacht, bei der wir zusammen mit einem Guide und unserer Gruppe die Schlucht in etwa drei Stunden runter klettern, schwimmen, abseilen und springen mussten. Außerdem waren wir in einem Zipline Park, bestehend aus insgesamt fünf Ziplines zwischen 500 und 700 Metern, die man im Zick-Zack-Kurs mit bis zu 60 km/h runter brettert.

Adriaküste und Umgebung
Als wären Berge und Seen nicht schon genug, hat Slowenien den riesigen Vorteil, sogar einen etwa 50 kilometerlangen Streifen an der Adriaküste zu besitzen. Städte wie Piran sind sonnenverwöhnt und versprühen einen mediterranen Charme, den wir so gar nicht erwartet haben.

Der Vergleich mit dem Sea-to-Sky-Highway an der Westküste Kanadas hinkt vielleicht etwas, aber nichts desto trotz: In nur zweieinhalb Stunden kann man die Berge und das Alpenpanorama hinter sich lassen und gegen sonnige Küstenstädte und Strände eintauschen. Aber eine Gemeinsamkeit gibt es dann doch noch: Der Weg ist das Ziel!

Denn auf der Strecke kann man in der Nähe von Kobarid die Napoleonbrücke und den Kozjak Wasserfall besichtigen, einen Abstecher zum Tolmin-Klamm machen, durch das Vipava-Tal wandern oder das Panorama von Most- und Kanal ob Soci genießen. Egal wo – ein Zwischenstopp lohnt sich auf jeden Fall!

Nach der ganzen Action und den anstrengenden Wanderungen im Norden, gibt es nicht Besseres, als an der sonnigen Adriaküste etwas zu entspannen. Piran gehört zu den schönsten Orten und besticht durch eine hübsche Altstadt mit italienischem Charme und einer tollen Uferpromenade. Da es allerdings nur wenige Orte an der Küste gibt, tummeln sich dort in der Hauptsaison schon viele Touristen und die Preise liegen definitiv über dem Landesdurchschnitt. Wer etwas mehr Ruhe sucht, wird vielleicht in Izola und Portoroz fündig. Strände sucht man in Piran allerdings vergeblich. Dafür haben wir einen Ausflug zum Bele Skale Beach gemacht – ein Kiesstrand etwa 20 Autominuten von Piran entfernt, der direkt unter hohen Klippen liegt und zum Sonnenbaden einlädt.

Slowenien ist außerdem bekannt für sein Karstgebiet und die vielen Tropfsteinhöhlen, die sich im westlichen Teil des Landes befinden und auf der Strecke zwischen der Küste und Ljubljana liegen. Die Postojna Grotte ist die bekannteste Höhle, aber kostet mit über 25€ Eintritt auch unverhältnismäßig viel. Wir sind daher auf die nahliegende, aber etwas kleinere und weniger besuchte Skocjan Höhle ausgewichen. Der Gang durch die Caves ist auf jeden Fall spektakulär, mit riesigen Stalaktiten und Stalagmiten und einem Fluss, den man in der Dunkelheit besser hört als sieht.

Honorable Mentions
Natürlich hat Slowenien noch viel mehr zu bieten, als den Teil, den wir gesehen haben. Als Ergänzung wollen wir noch ein paar Dinge auflisten, die mit Sicherheit ebenfalls einen Besuch wert sind!

Bleiben wir direkt beim Thema Höhlen: Die Burg Predjama liegt ganz in der Nähe der Postojna Grotte und ist einer größten Höhlenburgen der Welt. Sie ist von außen und innen wirklich beeindruckend und kostet 14€ Eintritt; im Kombiticket mit der Postonja Grotte 36€.

Freunde des Wintersports werden Kranjska Gora (Ski Weltcup) und Planica (Skifliegen) mit Sicherheit kennen. Kranjska Gora ist der ideale Ausgangspunkt zum Ski- und Snowboardfahren im Winter mit zahlreichen Pisten in der Umgebung.

Aber auch im Sommer ist Kranjska Gora mit dem Vrata-Tal ein lohnenswertes Ziel und bietet tolle Wanderungen und Wasserfälle (Slap Pericnik) in der Umgebung.

Maribor steht oft im Schatten von Ljubljana und den anderen Sehenswürdigkeiten im Norden und Westen des Landes. Doch Weinliebhaber sollten hier definitiv einen Stopp einlegen. Denn Maribor ist nicht nur Heimat der ältesten Weinrebe der Welt, sondern grundsätzlich ein bekanntes Weinanbaugebiet mit einer erlesenen Auswahl an den verschiedensten Tropfen. Neben Wein ist das Pohorje-Gebirge ein beliebtes Ausflugsziel und der Tree Top Walk Pohorje nahe Rogla gibt einem nochmal eine ganz neue Perspektive auf das grüne und dicht bewaldete Mittelgebirge.

Bleiben wir mal beim Thema Wein und gehen weiter in den Südosten des Landes: nach Novo Mesto. Ein beschauliches Städtchen, idyllisch am Krka Fluss gelegen, das inmitten von Weinbergen eine sanfte Ruhe ausstrahlt. Wer Entspannung und Wellness sucht, wird hier garantiert glücklich. Novo Mesto eignet sich beispielsweise als idealer Zwischenstopp auf halber Strecke zwischen Ljubljana und Zagreb.

Route & Unterkünfte

Slowenien lässt sich am besten mit einem Auto oder Campervan entdecken. Die Straßeninfrastruktur ist sehr gut ausgebaut und Mietwagen sind erschwinglich. Wir haben uns für unsere 9-tägige Rundreise einen Kleinstwagen am Flughafen in Ljubljana abgeholt und haben dafür 12€ pro Tag gezahlt. Statt dem sonst üblichen Fiat Panda gab es sogar ein kostenloses Upgrade in Form eines brandneuen Skoda Kamiqs. Wir legen zwar null Wert auf Autos, aber es war zugegebenermaßen recht komfortabel. Während unseres gesamten Roadtrips haben wir alle Mautstraßen umfahren und hatten nirgendwo den Eindruck, einen riesigen Umweg zu fahren oder viel länger als nötig unterwegs zu sein.

Wir haben eine für Slowenien recht typische Route gewählt und sind vom Flughafen Ljubljana wie folgt gestartet:

  • Flughafen Ljubljana – Bled (45 Minuten)
    2 Nächte im Garden House Bled am Lake Bled mit Ausflug zum Bohinj See und Slap Savica sowie Vintgar-Klamm
  • Bled – Bovec (2 Stunden)
    3 Nächte im Hostel Soca Rocks in Bovec mit Actionsport, dem Soca-Tal und anderen Wanderungen im Triglav Nationalpark
  • Bovec – Piran (3 Stunden, mit Zwischenstopp in Kanal ob Soci)
    1 Nacht im Hostel Piran in Piran mit Ausflug an den Bele Skale Beach in Richtung Izola
  • Piran – Ljubljana (2,5 Stunden, mit Zwischenstopp an der Skocjan Höhle)
    2 Nächte im Hotel Katrca, etwa eine halbe Stunde zu Fuß in die Innenstadt
Flughafen Ljubljana (LJU)
Kostenloses Upgrade: Skoda Kamiq
Autofahren in Slowenien ist entspannt

Grundsätzlich kommt man mit dem Auto sehr gut voran, da die Distanzen wirklich überschaubar sind. Wir hätten gerne den ein oder anderen Stopp mehr eingelegt, aber wollten uns auch nicht zu sehr hetzen. Von daher würden wir empfehlen, volle zwei Wochen für einen Roadtrip in Slowenien einzuplanen, damit man etwas mehr Zeit hat als wir, um ein paar mehr Dinge zu sehen, bei deinen sich ein Stopp auf jeden Fall lohnt.

Slowenien - Kosten

Wer denkt, Slowenien sei doch vergleichsweise unbekannt und deswegen eine Low-Budget-Option, irrt sich leider. Wir haben für neun Tage insgesamt 730€ pro Person gezahlt. Die Anreise und der Mietwagen waren günstig, aber die Eintrittspreise und die Kosten für Unterkünfte sind schon nicht ohne – vor allem wenn man bedenkt, dass wir am Ende der covidgeprägten Hauptsaison 2020 vor Ort waren. Natürlich kann man bei den Aktivitäten sparen, aber die Kosten für das Canyoning und die Zipline empfanden wir eigentlich als gerechtfertigt, wohingegen die Eintrittspreise für manche Sehenswürdigkeiten unverhältnismäßig teuer scheinen.

  • International Flight: 150€ / Person
    Wir sind mit Lufthansa und Handgepäck direkt aus Frankfurt nach Ljubljana und zurück geflogen
  • Transportation: 85€ / Person
    Der Mietwagen war mit knapp 110€ für 9 Tage vergleichsweise günstig. Die restlichen 60€ setzen sich aus Tanken und Parken zusammen
  • Übernachtungen: 21,15€ / Person pro Nacht
    Wir hatten meistens sehr einfache Unterkünfte und Dormbetten und waren von den recht hohen Preisen überrascht
  • Aktivitäten: 165€ / Person
    Fürs Canyoning und Ziplining waren wir recht spendabel – aber das war von Anfang an im Budget so eingeplant. Dazu kommen die Eintritte in den Vintgar-Klamm und die Skocjan Höhle
  • Essen & Trinken: 160€ pro Person
    Wir haben uns meistens selbst verpflegt, aber waren ab und zu auch mal Essen und haben abends mal ein Bierchen in einer Bar getrunken. Hier ist definitiv Luft nach unten!

Wir hatten nur drei der acht Nächte ein Doppelzimmer (sonst 4er und 6er-Dorms) und kommen trotzdem auf über 20€ / Nacht pro Person. Kein Vergleich zu anderen Balkanstaaten und preislich eher auf mitteleuropäischen Niveau. Grundsätzlich ist das nicht überteuert, aber man sollte mit einer realistischen Erwartungshaltung in den Urlaub gehen. Wer auf der Suche nach einem günstigeren, aber nicht weniger schönen Reiseziel ist, sollte mal einen Blick nach Montenegro werfen.

Unterkünfte: teurer als erwartet
Essen: mittelpreisig und eher fleischlastig

Slowenien - Fazit

Der Slogan i feel slovenia“ kommt nicht von ungefähr und wir haben Slowenien auf jeden Fall lieben gelernt. Es ist ein tolles kleines Land, das mehr und mehr im Kommen ist. Und auch wenn es jetzt nicht unbedingt das perfekte Reiseziel für einen Low-Budget-Urlaub ist, lohnt sich ein Trip garantiert. Mit etwas weniger Aktivitäten und ausschließlicher Selbstverpflegung kann man den Aufenthalt auch noch günstiger gestalten – ebenso bei Anreise mit eigenem Auto oder Campervan.

Wobei Übernachtungen auf Campingplätzen ebenfalls nicht so günstig sind!
Aber im Großen und Ganzen ist Slowenien definitiv sein Geld und eine Reise wert! Wir sind gespannt, wie sich der Tourismus in den kommenden Jahren entwickelt und ob der kleine Hype, der sich gegen Ende der 2010er Jahre abgezeichnet hat, noch mal aufkommt, oder ob sich Slowenien im Schatten seiner bekannteren Nachbarn wieder zu einem Geheimtipp zurück entwickelt.