Sri Lanka

Highlights • Route • Kosten

Sri Lanka - Perle im indischen Ozean

Sri Lanka hat sich in den vergangenen Jahren aus dem Schatten der bekannten Reiseländer in Südostasien zu einem immer beliebteren touristischen Ziel entwickelt – völlig zurecht! Denn Sri Lanka bietet wundervolle Sandstrände, endlos grünes Hochland, die schönste Eisenbahnstrecke der Welt, eine wertvolle Kultur und eine bewegende Geschichte. Ein paar gute Gründe für einen Besuch wirst du in diesem Länderguide definitiv finden!

Sri Lanka - Wichtige Infos

Grundsätzlich herrscht auf Sri Lanka das ganze Jahr über in den meisten Regionen tropisches Klima mit Temperaturen um die 30 Grad. Nur im Hochland (bspw. in Ella) ist es ganzjährig kühler mit angenehmen Temperaturen um die 20 bis 25 Grad. Allerdings lassen sich zwei Jahreszeiten unterscheiden: die Regen- und die Trockenzeit und die variieren in Sri Lanka je nach Region. Im Westen, an der Südküste, im Hochland und im Zentrum – was die typischen Reiseziele sind – herrscht in den Monaten November bis März Trockenzeit und damit die beste Reisezeit. Für den Norden und Osten des Landes gelten die Monate März bis November als beste Reisezeit.

Ja, als deutscher Staatsbürger brauchst du für Sri Lanka ein Visum. Es wird empfohlen, das bereits vor der Einreise als elektronisches Visum (ETA) über die offizielle Seite für 50 USD zu beantragen (Bearbeitungsdauer 2-3 Tage). Alternativ kannst du es auch als Visa on Arrival bei der Ankunft am Flughafen in Colombo beantragen, was allerdings 60 USD kostet. Das Visum ist für 30 Tage gültig. Ein längeres Visum gab es bis Mitte 2023, kann aber aktuell nicht mehr beantragt werden.

Du kannst das Visum hier online oder beim Immigration Office in Colombo für 100 USD um 60 Tage verlängern, womit du insgesamt 90 Tage am Stück in Sri Lanka bleiben kannst. Eine kürzere Verlängerung ist nicht möglich, du musst also auch dann 100 USD zahlen, wenn du nur wenige Tage länger als 30 Tage im Land bleiben willst. Wenn du das Visum online verlängern willst, musst du das zunächst beantragen und bekommst dann innerhalb von drei Tagen eine Email mit einer Zahlungsaufforderung. Alternativ kannst du für die Verlängerung vor Ort auch eine Agentur beauftragen, wenn du nicht selbst in das Immigration Office nach Colombo reisen kannst oder willst.

Das kommt in erster Linie darauf an, wie viel du vom Land sehen willst. Weil Sri Lanka relativ klein ist, lohnt sich ein Besuch für zwei Wochen auf jeden Fall schon. In der Zeit kannst du beispielsweise zwei Stopps an der Südküste einlegen und dir das Hochland um Ella und einen Teil des Kulturdreiecks (zB. auch mit Elefanten Safari) anschauen. Mehr Zeit ist aber natürlich immer besser!

In Sri Lanka zahlst du mit der Sri Lanka Rupie (LKR), wobei 1 EUR circa 340 LKR entspricht. Seit März 2022 hat Sri Lanka mit einer hohen Inflation zu kämpfen, weshalb sich der Wechselkurs schnell ändert.

Zum Geld abheben empfiehlt sich eine gute Reisekreditkarte, wie die kostenlose Visa Debitkarte von der DKB*. Damit kannst du beispielsweise bei der Bank of Ceylon (BOC), Commercial Bank, People’s Bank und Union Bank kostenlos Geld abheben. Andere Banken erheben teilweise eine Gebühr für Bargeldabhebungen.

ATMs gibt es in Sri Lanka in jeder halbwegs größeren Stadt und vieles läuft noch über Bargeld. Wir haben alle Unterkünfte und Aktivitäten bar gezahlt.

Sri Lanka ist ein günstiges Reiseland mit eher niedrigem Preisniveau. Allerdings hat das Land seit der Wirtschaftskrise 2022 mit einer hohen Inflation zu kämpfen, wodurch besonders die Lebensmittelpreise sehr stark schwanken und schnell steigen können. Unterkünfte und öffentlicher Transport (z.B. mit Bus und Bahn) sind weiterhin sehr erschwinglich, aber besonders die Preise in den Supermärkten und Restaurants ändern sich schnell und sind deutlich höher als noch vor ein paar Jahren.

Mit Englisch kommt man sehr gut durchs Land: Bis 1957 war Englisch sogar die offizielle Landessprache und bis heute ist Englisch weit verbreitet. So sind Verkehrsschilder beispielsweise meistens auch auf Englisch übersetzt. Trotzdem sind ein paar Floskeln Singhalesisch hilfreich und die Einheimischen freuen sich. Unser wichtigstes Wort war „Epa“, was soviel bedeutet wie „Nein danke, ich brauche das nicht“.

Eine SIM Karte ist besonders für einen kurzen Aufenthalt kein Muss, aber du kannst dir direkt am Flughafen eine SIM Karte günstig kaufen, was im Reisealltag definitiv hilfreich ist. Die bekanntesten Anbieter sind Dialog und Airtel. Die Tarife von Airtel sind mit einer Social Media Flat (z.B. 1 GB pro Tag + unlimited Social Media + 4 GB free) für 5,50 € sehr lukrativ, aber die Netzabdeckung ist teilweise echt schlecht. Daher würden wir eine SIM Karte von Dialog empfehlen. Du kannst zwischen verschiedenen Tarifen wählen, die sich in Datenvolumen und Dauer unterscheiden. Wir haben für 50 GB für 30 Tage 7 € gezahlt.

Sri Lanka - Allgemeines

Einen ausführlichen Abriss der jahrhundertealten Geschichte Sri Lankas wollen wir dir an dieser Stelle ersparen, aber es ist ein Land mit einer beeindruckenden Kultur und einer interessanten, aber auch tragischen Historie. Immerhin herrschte in Sri Lanka über mehr als 20 Jahre Bürgerkrieg zwischen den vorherrschenden buddhistischen Singhalesen und der separatistischen Minderheit der Tamilen, der erst 2009 für beendet erklärt wurde. Wir würden daher jedem empfehlen, sich im Vorfeld einer Reise zumindest kurz mit diesem Thema zu beschäftigen, da es bis heute nachwirkt und Sri Lanka von mehreren Ethnien und Kulturen geprägt wird. Aber genug der Geschichte, schauen wir jetzt mal in die Gegenwart!

Internationaler Flughafen in Colombo
SIM Karte von Dialog am Flughafen
Geld abheben bei BOC

Sri Lanka, bis 1972 Ceylon, liegt im Indischen Ozean südöstlich von Indien. Das wirtschaftliche Zentrum befindet sich an der Westküste in und um die Hauptstadt Colombo. Etwas nördlich davon liegt auch der Flughafen Bandaranaike (CMB), auf dem alle internationalen Flüge starten und landen. Aus Frankfurt gibt es einen Direktflug mit SriLankan Airlines, aber es werden viele weitere Verbindungen aus Europa oder über die Golfstaaten nach Colombo angeboten. Während die Westprovinz das Wirtschaftszentrum Sri Lankas darstellt, befindet sich das kulturelle Zentrum in der Landesmitte zwischen Kandy, Polonnaruwa und Anuradhapura. Wir haben das Land mal in die folgenden Regionen aufgeteilt:

  • Die Zentralprovinz, bestehend aus dem nördlichen Teil mit dem kulturellen Dreieck sowie dem südlichen Teil im grünen Hochland
  • Die Westprovinz als wirtschaftliches Zentrum mit Colombo sowie den bekannten Badeorten um Negombo
  • Der touristisch recht unerschlossene und tamilisch geprägte Norden mit der Großstadt Jaffna
  • Die Ostküste des Landes, bekannt für den Ort Tricanmale oder die Surferhochburg Arugam Bay
  • Der Süden mit seinen endlosen Sandstränden und den bekannten Nationalparks Yala und Udawalawe

Sri Lanka - Highlights

Sri Lanka ist klein und hat dafür trotzdem viel zu bieten – das sollte bisher klar geworden sein. Aber was heißt das konkret? Egal ob kilometerlange, fast unberührte Sandstrände, Safaris mit Krokodilen und Elefanten, das einzigartige Flair des grünen Hochlandes oder das kulturelle Dreieck inmitten des Landes: Sri Lanka wird für jeden Reisenden etwas Passendes parat haben. Wir haben ein paar der vielen Highlights rausgepickt:

Die Südküste
Die Südküste Sri Lankas entspricht der typischen Vorstellung eines Tropenparadieses am Meer. Doch neben den Stränden bietet die Küstenlinie auch sehenswerte Städte und nicht weit vom Meer entfernt liegen auch zwei der größten Nationalparks des Landes.

Sonne, blaues Meer, feiner Sand und Palmen so weit das Auge reicht – die Südküste ist eine absolute Bilderbuchkulisse was tropische Sandstrände angeht. Einige sind bekannter und gut besucht, wiederum andere fast unerschlossen. Desto weiter Richtung Osten, desto ruhiger wird es. Neben den bekannteren Hotspots wie Bentota, Hikkaduwa oder Unawatuna eignet sich Mirissa als zentraler Ausgangsort relativ mittig der Küste. Wir persönlich haben in Tangalle unser Tropenparadies gefunden, mit einer kleinen Holzhütte in Strandnähe und fast menschenleeren Stränden. Am Rekawa Beach in der Nähe von Tangalle kann man nachts auch Meeresschildkröten bei der Ei-Ablage beobachten und auf dem vergleichsweise unbekannten Mulkirigala Rock gibt es einen sehenswerten und vor allem authentischen buddhistischen Tempel etwas weiter im Inland.

Galle mit seinem historischen Fort gehört zu einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in ganz Sri Lanka. Inmitten der Mauern prägen alte niederländische Kolonialbauten das Stadtbild und sorgen für einen einzigartigen Flair mitten im Indischen Ozean. Auch wenn sich im kleinen Fort und dem Küstenabschnitt mit Leuchtturm viele Besucher tummeln, hatten wir jetzt nicht den Eindruck, dass es überlaufen ist. Fast schon im Gegenteil: Unsere Unterkunft und die Restaurants in den Straßen waren wenig ausgelastet.

Als wären die Strände alleine nicht Grund genug, die Südküste zu bereisen, tummeln sich im Inland auch noch viele Wildtiere wie Leoparden, Elefanten, Krokodile oder zahlreiche Vogelarten. Im Yala-Nationalpark, dem größten Nationalpark Sri Lankas, kann man all diese Tiere auf einer Safari beobachten. Doch diese Artenvielfalt und die Nähe zur Küste wird dem Park fast schon zum Verhängnis, denn im Internet kursieren viele Berichte über Jeep-Kolonnen und hohe Besucherzahlen. Im nicht viel weiter gelegenen Udawalawe-Nationalpark gibt es zwar keine Leoparden, aber dafür weniger Besucher. Wir haben unsere Elefanten-Safari noch weiter in den Norden verschoben und waren einer der vielleicht insgesamt drei Safarijeeps im kleinen Kaudulla-Nationalpark.

Das Hochland
Angenehmes Klima und Teeplantagen soweit das Auge reicht – das grüne Hochland Sri Lankas steht im krassen Kontrast zu heißen Temperaturen an den Sandstränden der Südküste. Wer Sri Lanka einen Besuch abstattet, muss einen Stopp in Ella oder der Umgebung einlegen!

Um das kleine Städtchen Ella hat sich in den vergangenen Jahren ein regelrechter Hype entwickelt und wir waren skeptisch, ob sich der Ort inmitten der Berge seine Authentizität erhalten konnte. Aber auch wenn viele Touristen unterwegs sind, bietet Ella abseits der Hauptstraße tolle und ruhige Ecken und ist der perfekte Ausgangspunkt, um die Hochlandebenen zu erkunden. Aber was gibt es denn alles zu sehen?

  • Panorama der Nine-Arches-Bridge
  • Wanderung zum Ella Rock
  • Wanderung auf den Little Adam’s Peak
  • Ravana Wasserfall
  • Dowa Rock Temple

Dazu macht eine schöne Unterkunft in den Berghängen inmitten des Ella Gaps, der Aussicht zwischen Ella Rock und Adams Peak, den Aufenthalt perfekt. Wir haben es dort wirklich geliebt!

Das wohl größte Highlight einer jeden Sri Lanka-Rundreise ist die Bahnfahrt zwischen Ella und Kandy, die zu den schönsten Eisenbahnstrecken der Welt gehört! Noch nie war langsam voran kommen so schön! In den etwa sechs Stunden schlängeln sich die alten Züge durch die traumhafte Kulisse der grünen Teeplantagen und der Ausblick ist einfach atemberaubend. Verzichtet auf jeden Fall auf Komfort und genießt die Fahrt zwischen den Locals in der dritten Klasse. Das spart nicht nur Geld, sondern wertet die ganze Erfahrung nochmal auf!

Wir haben Kandy nur als Zwischenstopp genutzt, um weiter in den Norden zu fahren. Aber ein längerer Halt lohnt sich garantiert, denn Kandy ist Heimat des nationalen Heiligtums von Sri Lanka: dem Dalada Maligawa, einem Tempel, der einen Zahn von Buddha höchst persönlich zur Schau stellt. Entsprechend spirituell geht es in der drittgrößten Stadt Sri Lankas zu. Dazu gesellt sich eine schöne Lage am Kiri Muhuda See sowie Botanische Gärten und weitere Tempel in unmittelbarer Nähe. Zudem markiert Kandy die südliche Spitze des kulturellen Dreiecks in Sri Lanka.

Das Kulturdreieck
Das kulturelle Dreieck inmitten von Sri Lanka bildet mit zahlreichen Bauten und Heiligtümern das historische Zentrum des Landes. Es reicht von Kandy im Süden über Polonnaruwa im Osten bis zur nördlichen Spitze des Dreiecks in Anuradhapura.

Sigiriya, der Löwenfels, ist ein freistehender Monolith inmitten der sonst flachen Umgebung im Zentrum des Cultural Triangles, auf dem sich die Ruinen einer historisch bedeutsamen Felsenfestung befinden. Die Treppe hoch auf den Lion Rock gehört zu einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Sri Lanka, aber die 30$ Eintritt erscheinen in dem sonst sehr günstigen Reiseland schon unverhältnismäßig. Auch wenn der Aufstieg, die Parkanlage davor und die beeindruckenden Felsmalereien mit Sicherheit sehenswert sind, haben wir eine Wanderung auf den naheliegenden Pidurangele vorgezogen, von dem aus man einen tollen Blick auf Sigiriya und die Umgebung hat.

Für diejenigen, die sich die 30$ Eintritt sparen wollen und im Süden des Landes unterwegs sind, empfehlen wir einen Besuch des Mulkirigala Rock Temple als authentische Alternative zum Lion Rock.

Der archäologische Park von Polonnaruwa im Osten des kulturellen Dreiecks war eines unserer Highlights und eine echte Zeitreise. Dort findet man auf einem riesigen Areal alte Tempelruinen (Stupas) mit zahlreichen Buddhafiguren. Wir empfehlen für den Besuch einen alten Drahtesel zu leihen, denn die Wege sind teilweise recht lang und mit einem Fahrrad lässt sich das ganze Gebiet entspannt erkunden.

Inmitten des kulturellen Dreiecks liegt der Goldene Tempel von Dambulla. Die insgesamt fünf Höhlen beherbergen über 150 Buddhastatuen, die teilweise über 2000 Jahre alt sind und eine mystische Atmosphäre schaffen. Am nördlichen Ende des Triangles liegt die ehemalige Königsstadt Anuradhapura mit dem heiligen Baum Sri Maha Bodhi, unter dem Siddhartha Gautama die Erleuchtung fand und zu Buddha wurde. Dazu gesellen sich zahlreiche buddhistische Heiligtümer wie der Abhayagiri oder Mirisavatiya Tempel, die zu den größten des Landes gehören.

Honorable Mentions
Das sind natürlich nur ein paar der zahlreichen Highlights in Sri Lanka, von denen wir die meisten auch selbst gesehen haben. Doch der Osten des Landes ist ebenfalls eine Reise wert. Genau wie der Norden, in dem der Tourismus noch in den Kinderschuhen steckt.

Im Nordosten liegt die hinduistisch geprägte Stadt Trincomalee mit tollen Stränden und Pigeon Island, an deren Riffen man wunderbar schnorcheln und tauchen kann. Die Zeit zwischen Mai und Oktober bietet sich auch für Whale-Watching-Touren an.

Ebenfalls im Osten liegt Arugam Bay, das besonders bei Surfern ganz hoch im Kurs steht, denn die Strände und Wellen in der Umgebung gehören zu den besten Surfspots der ganzen Welt.

Neben Trincomalee ist Mirissa an der Südküste einer der besten und günstigsten Orte, um Whale-Watching-Touren zu starten. Mit etwas Glück kriegst du Blauwale, Pottwale, Delfine, Meeresschildkröten, Mantarochen oder Orcas zu Gesicht. Touren ab Mirissa werden in der Trockenzeit zwischen November und April fast täglich angeboten. Im Osten ab Trincomalee von Mai bis Oktober.

Der tamilisch geprägte Norden um die Stadt Jaffna findet unter Reisenden kaum Beachtung und ist daher touristisch noch sehr unerschlossen. Die Region war bis 2009 stark vom Bürgerkrieg betroffen und öffnet sich erst nach und nach für Besucher. Wer gerne abseits der typischen Routen reist, wird im Norden definitiv fündig und lernt nochmal eine ganz andere Seite und Kultur von Sri Lanka kennen.

Du bist noch unsicher, was du alles in deinen Rucksack packen musst? Dann schau mal hier vorbei!

Sri Lanka - Route & Transport

Da Sri Lanka flächenmäßig nicht sonderlich groß ist, lohnt sich unserer Meinung nach bereits eine Reise ab zwei Wochen. Die hier vorgestellte Route ist eher auf einen dreiwöchigen Aufenthalt ausgelegt, aber wer zügig unterwegs ist und einen Stopp weglässt, kann es auch in zwei Wochen schaffen. Die Route deckt die Vielfalt des Landes gut ab und kann bei Bedarf auch in umgekehrter Reihenfolge bereist werden.

Das Rückgrat des öffentlichen Transportes in Sri Lanka stellen die allgegenwärtigen Busse dar. Diese verbinden nicht nur die größeren Städte miteinander, sondern fahren gefühlt auch jedes kleine Dorf des Landes an. Darüber hinaus ist das Eisenbahnnetz in Sri Lankas Westen, Süden und im Zentrum gut ausgebaut. Sowohl die Zug- als auch die Busfahrten sind extrem günstig und kosten selbst für längere Strecken selten mehr als 3 Euro. Für kürzere Strecken sind es oft sogar nur wenige Cent. Auf der anderen Seite sollte man nicht zu viel Komfort erwarten, aber dafür ist es eine sehr authentische Art das Land zu bereisen, denn man nutzt die gleichen Verkehrsmittel wie die lokale Bevölkerung. Wir haben die komplette Route ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt und auch wenn es im ersten Moment etwas chaotisch wirkt, funktioniert das System aufgrund der hohen Frequenzen eigentlich ziemlich gut.

Busterminal in Tangalle
Typischer Bus in Sri Lanka
Roller zwischen Reisfeldern

In Sri Lanka ist es nicht notwendig, die öffentlichen Busse vorab zu buchen (es ist sogar nicht möglich). Hier heißt es ganz klassisch zum Busbahnhof gehen, fragen wann der Bus kommt, warten, einsteigen und los gehts. Bezahlt wird erst während der Fahrt. Die Einheimischen sind sehr hilfsbereit und du kannst vorab in deiner Unterkunft nach den Abfahrtszeiten fragen. Aber für gewöhnlich fahren ständig irgendwo irgendwelche Busse, die dich deinem Ziel näher bringen. Für kürzere Strecken haben wir uns einen Roller gemietet (z.B. in Mirissa, Tangalle, Ella oder Sigiriya). Damit kannst du ganz unabhängig von überteuerten Tuktuks die Gegend auf eigene Faust erkunden. Wir haben an der Südküste etwa 6 € pro Tag für einen Roller gezahlt, in Ella und Sigiriya ging es eher Richtung 7,50 € pro Tag. Solltest du doch mal auf ein Tuktuk zurück greifen müssen, solltest du auf jeden Fall verhandeln. Alternativ kannst du für Tuktuks, Rollertaxis und Autotransfers die Pick Me App nutzen. Die funktioniert vom Prinzip her wie Uber oder Grab und ist für größere Städte eine gute Alternative. In ländlichen Regionen funktioniert die App weniger gut, aber trotzdem helfen dir die angezeigten Preise bei den Verhandlungen mit den Tuktuk-Fahrern vor Ort. Im Detail sah unsere Route wie folgt aus:

Weil wir spätabends angekommen sind, haben wir eine Nacht direkt in der Nähe des Flughafens verbracht. Von dort aus (Katunayake Railway Station) haben wir am nächsten Tag einen Zug nach Colombo (Station Colombo Fort) genommen, was eine Stunde und zehn Minuten gedauert hat. Dort sind wir in einen anderen Zug nach Galle umgestiegen, der noch einmal circa zweieinhalb Stunden gebraucht hat. Insgesamt haben uns die beiden Fahrten für zwei Personen 1.100 LKR (3,15 €) gekostet und wir haben die Tickets einfach direkt am Bahnhof gekauft. Vom Bahnhof in Galle konnten wir zu unserer Unterkunft im Galle Fort laufen. 

Von Galle sind wir mit dem Zug nach Weligama weitergefahren. Die Tickets haben wir wieder spontan direkt vor der Fahrt am Bahnhof gekauft und dafür zu zweit 300 LKR (0,86 €) bezahlt. Die Fahrt hat circa eine Stunde gedauert. Vom Bahnhof in Weligama konnten wir zu unserer Unterkunft laufen.

Die beiden Städte Weligama und Mirissa liegen nur circa acht Kilometer auseinander, sodass wir die kurze Strecke mit dem Tuktuk gefahren sind. Dafür haben wir 1000 LKR (2,90 €) bezahlt und knapp 20 Minuten gebraucht.

Weil es keinen Direktbus nach Tangalle gibt, haben wir zunächst einen Bus in die größere Stadt Matara genommen. Dort sind wir dann umgestiegen und mussten nur ein paar Minuten warten, bis es weiter nach Tangalle ging. Die Bustickets kauft man nicht vorab, sondern steigt einfach ein und zahlt dann während der Fahrt. Wir haben für die gesamte Strecke für zwei Personen 700 LKR (2 €) gezahlt und circa drei Stunden gebraucht. In Tangalle haben wir uns bei N.N Scooter Rental einen Roller geliehen und sind damit auch direkt zu unserer Unterkunft, die etwas außerhalb der Stadt am ruhigen Tangalle Beach lag, gefahren. Für den Roller haben wir 2000 LKR (6,40 €) pro Tag bezahlt.

Von Tangalle aus gibt es einen Direktbus nach Ella um 10.20 Uhr. Die Fahrt dauert dreieinhalb Stunden und hat pro Person 1,75 € gekostet. Erkundige dich aber noch mal in deiner Unterkunft oder an der Busstation, wann der Bus abfährt, denn es kann durchaus sein, dass sich die Abfahrtszeiten ändern.

Die Zugfahrt zwischen Ella und Kandy gehört mittlerweile zu den berühmtesten überhaupt. Bestimmt hast du das Motiv mit dem langgezogenen blauen Zug, der vorbeifährt an saftig grünen Teeplantagen, schon ein mal gesehen. Während wir die Zugfahrt Anfang 2020 noch als authentisches Erlebnis zwischen Einheimischen abgespeichert hatten, ist sie inzwischen längst eine Touristenattraktion geworden. Dementsprechend ist es auch gar nicht mehr so einfach, an Tickets zu kommen. Der Zug von Ella nach Kandy fährt fünf Mal am Tag  (06.39 Uhr, 09.23 Uhr, 11.11 Uhr, 12.04 Uhr und 18.59 Uhr) und die Tickets kannst du entweder direkt vor Ort am Bahnhof oder auch online kaufen. Mehr Infos zu Zugbuchungen folgen weiter unten.

Von Kandy kannst du mit dem Bus weiter nach Dambulla fahren. Dambulla liegt zwischen Kandy und Anuradhapura und daher ist die Strecke super hoch frequentiert und du musst nicht lange warten, bis der nächste Bus abfährt. Die Fahrt dauert etwa 2,5 Stunden und kostet mit dem lokalen Bus 0,80 €. Auf dieser Strecke gibt es zudem Verbindungen mit größeren Reisebussen oder Shuttles, die über eine Klimaanlage verfügen. Dafür zahlst du etwa 1,50 €. In Dambulla angekommen, warten schon viele Tuktuk-Fahrer, die dich zu deiner Unterkunft in Sigiriya bringen können. Die Fahrt dauert je nach Lage der Unterkunft um die 20 Minuten und wir haben dafür 6 € gezahlt.

Wir sind auf die gleiche Art und Weise wieder zurück nach Kandy gefahren. Alternativ kannst du von Dambula auch weiter bis nach Anuradhapura fahren, was nochmal um die zwei Stunden dauert. Dafür kannst du einfach in einen der Busse hüpfen, die aus Kandy kommen.

Von Kandy wollten wir mit dem Zug zurück nach Colombo Fort (2,50 € / Person), von wo aus wir in einen regionalen Zug Richtung Flughafen umgestiegen wären. Allerdings ist unser Zug etwa 30 Minuten vor Colombo bei Ragama entgleist und wir haben uns von dort einen Fahrer über Pick Me zu unserer Unterkunft in Katunayake in der Nähe des Flughafens genommen.

Bahnhof in Galle
3. Klasse unreserviert
Fahrt entlang von Teeplantagen

Grundsätzlich gibt es in Sri Lanka drei verschiedene Zugklassen, die sich noch mal unterteilen: 1. Klasse reserviert (klimatisiert), 2. Klasse reserviert, 2. Klasse unreserviert, 3. Klasse reserviert und 3. Klasse unreserviert. Das klingt erst mal ein bisschen kompliziert, aber an sich ist es selbsterklärend. Tickets für die 1. Klasse reserviert, 2. Klasse reserviert und 3. Klasse reserviert kannst du, wie der Name sagt, vorab reservieren. Entweder auf der offiziellen Website oder direkt am Bahnhof. Aber achte darauf: Bei der Onlinereservierung erhältst du kein E-Ticket, sondern musst dir das physische Ticket am Bahnhof abholen. Während die erste Klasse klimatisiert und komplett abschlossen ist, gibt es in der 2. und 3. Klasse kleine Deckenventilatoren und die Fenster und Türen stehen offen, sodass es durch den Fahrtwind trotzdem nicht so heiß wird. In der 2. Klasse gibt es meistens eine 2-2 Bestuhlung, wohingegen es in der dritten Klasse oft eine 2-3 oder sogar eine 3-3 Bestuhlung gibt. An diese wird sich in den reservierten Waggons auch gehalten und die Anzahl der Tickets ist durch die Sitzplätze limitiert. Anders sieht es in der unreservierten 2. und 3. Klasse aus. Diese Tickets gehen immer tagesaktuell in den Verkauf und können etwa eine Stunde vor Abfahrt erworben werden (das heißt, auch wenn ein Zug „ausgebucht“ ist, gibt es immer den Verkauf der unreservierten Tickets). Ob es dafür dann ein Kontingent gibt, wissen wir ehrlich gesagt nicht. Aber stell dich in den unreservierten Klassen auf jeden Fall darauf ein, dass es sehr voll wird und du eventuell stehen musst. Die Preisunterschiede für die Klassen sind für uns als Touristen sehr unerheblich – trotzdem sind wir alle Strecken in der reservierten und unreservierten dritten Klasse gefahren. Während Züge auf längeren Strecken (z.B. Ella – Kandy, Kandy – Colombo, Anuradhapura – Colombo) häufig über mehrere Klassen verfügen, bei denen man auch Tickets vorab kaufen kann, haben die regionalen Züge (z.B. entlang der Südküste) meist nur Waggons für die unreservierte dritte Klasse. Das mag alles furchtbar undurchsichtig klingen, aber in der Praxis ist der Zug ein vergleichsweise schnelles und vor allem sehr günstiges Verkehrsmittel.

Sri Lanka - Kosten

Leider haben wir zum damaligen Zeitpunkt die Kosten noch nicht genau dokumentiert, aber die neun Tage haben pro Person circa 900 € gekostet, wovon etwa 450 € auf den Flug gefallen sind. Ohne den Flug entspricht das einem Budget von 50 € pro Tag pro Person. Gemessen am Komfort der Unterkünfte, den Aktivitäten und einigen privaten Transfers durchaus günstig, aber definitiv nicht low budget. Aber wer möchte, kann in Sri Lanka durchaus mit 30 € pro Tag leben, denn es ist definitiv ein sehr günstiges Reiseland. Besonders wenn man ausschließlich die öffentlichen Verkehrsmittel wie Busse und Züge nutzt. Darüber hinaus ist das Essen sehr günstig, extrem lecker und vor allem veggie-friendly!

Sri Lanka - Unterkünfte

Unterkunft in Tangalle
Schönes Doppelzimmer in Sigiriya
Frühstück mit Aussicht in Ella

Was Unterkünfte angeht, haben wir es uns in Sri Lanka ziemlich gut gehen lassen. Besonders die Beach Bungalows direkt am Strand von Tangalle waren ein absolutes Highlight für uns! Auch die Unterkunft in Ella war super schön mit einer großen Terrasse und traumhaften Blick auf das grüne Umland inmitten des Ella Gap. Einige der Unterkünfte haben wir auf booking.com* gebucht, andere über AirBnb.

StadtHostel€ pro Nacht
GalleFort Thari Inn*
22 €
WeligamaThe Golden Bay Resort*
28 €
MirissaAwon Mirissa*
24 € (inkl. Frühstück)
TangalleShiva’s Beach Cabanas*78 € (inkl. Frühstück)
Tangalle (günstiger)Blue Skies Guesthouse*18 € (inkl. Frühstück)
EllaNest of Peak*27 € (inkl. Frühstück)
HabaranaKeth Hala Guesthouse
30 €
NegomboPavana Hotel*36 €
Negombo (Flughafen)Antonio Transit Katunayake*18 €

Affiliate Links & Kaffeekasse
Bei den mit (*) gekennzeichneten Links handelt es sich um Affiliate Links. Gleicher Preis für dich, kleine Provision für uns, um den Kanal zu unterstützen! Alternativ kannst du uns auf einen virtuellen Kaffee einladen, denn wir verzichten für eine bessere Nutzerfreundlichkeit auf dem Blog auf Werbeanzeigen.

Sri Lanka - Fazit

Wir hatten Sri Lanka nie großartig auf unserer Bucketlist, aber als wir die ersten Berichte über den kleinen Inselstaat gelesen hatten, war schnell klar: Dort müssen wir hin! Und die Reise hat keineswegs enttäuscht. Die Vielfalt der Natur ist einmalig, das Essen lecker, die Menschen freundlich, das Wetter sonnig, die Kultur beeindruckend und das Reiseerlebnis authentisch. Gerne hätten wir noch ein paar mehr Stopps eingelegt, um auch etwas abseits der bekannten Pfade zu wandern. 

Aber entgegen einiger Berichte im Internet haben wir Sri Lanka trotz Hauptsaison und einer typischen Route recht wenig besucht vorgefunden. Wir wissen nicht, ob es Anfang Februar 2020 bereits die ersten Anzeichen der Corona-Krise waren oder die negativen Auswirkungen auf den Tourismus durch die Anschläge von 2019 oder ob wir einfach Glück hatten. We don’t know, aber unserer Meinung nach ist Sri Lanka so oder so ein Land, das jeder nach seinem Besuch ins Herz schließen wird!