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Impfungen & Kreditkarte

Gesund und liquide unterwegs

Kontroverses Thema

Ein Thema, das seit 2020 so allgegenwärtig ist, dass man es eigentlich nicht mehr hören kann: Impfungen. Aber auch unabhängig von Covid-19 durchaus relevant für Weltreisende, bei dem auch eine gewisse Vorlaufzeit zu beachten ist. Grundsätzlich hängt die Notwendigkeit von Impfungen von deinem Reisestil ab. Wenn du nur kurze Zeit und überwiegend in Hotels unterwegs bist, sind Impfungen auch in potentiellen Risikogebieten weniger nötig, als wenn du beispielsweise als Backpacker wochenlang durchs ganze Land ziehst. Da wir und wahrscheinlich auch du eher zu Letzterem gehören, ist es durchaus sinnvoll, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Aber bevor wir zu den einzelnen Impfungen kommen, vorab ein paar wichtige Informationen:

Das hängt in erster Linie von deinen Reisezielen ab. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) verschiedene Impfungen für Auslandsreisen. Diese sind in einem fast 200-seitigen Epidemiologischen Bulletin zusammengefasst. Klingt erstmal furchtbar undurchsichtig, aber in Kapitel 5 (Aufführung der einzelnen Impfungen mit Ausbreitungsgebieten) und Kapitel 6 (Länderliste) findest du alle nötigen Informationen. Besonders die Länderliste ist sehr hilfreich und zeigt dir alle Pflichtimpfungen und empfohlenen Impfungen für jedes Land der Welt. Eine weitere gute Übersicht gibt es bei tropeninsitut.de. Im Endeffekt kommt man für typische Backpackingziele wie Südostasien, Mittel- und Südamerika häufig auf die selben vier bis fünf Impfungen für langfristige Auslandsreisen zurück. Dazu aber später mehr im Detail.

Vereinbare am besten erstmal einen Termin mit deinem Hausarzt, um dir eine erste Meinung einzuholen. Dort kannst du auch alle empfohlenen Reiseimpfungen (bis auf die Gelbfieberimpfung) durchführen lassen. Eine bessere Beratung erhältst du natürlich direkt bei einem Tropenarzt, dem auch die Gelbfieberimpfung vorbehalten ist. Eine Beratung kostet um die 25€, die von manchen Krankenkassen auch erstattet wird.

Da mehrere Impfungen empfohlen sind und du für einige davon mehrfache Dosen in teilweise recht großen Abständen benötigst, solltest du dich frühzeitig, am besten sechs Monate vor deiner Reise, mit deinem Hausarzt in Verbindung setzen. Es gibt zwar auch verkürzte Impfschemata, aber gerade wenn mehrere Impfungen nötig sind, ist es sinnvoller, diese über einen größeren Zeitraum zu verteilen, um den bestmöglichen Schutz zu erhalten und das Immunsystem nicht zu stark zu belasten. 

Grundsätzlich zahlst du erstmal den Impfstoff und die Verabreichung durch den Arzt. Die Kosten variieren von Impfung zu Impfung, aber übersteigen teilweise die 200€ Marke, sind in Summe also sehr teuer.

Ja – grundsätzlich übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die von der STIKO empfohlenen Reiseimpfungen zumindest anteilig. Die Höhe unterscheidet sich von Krankenkasse zu Krankenkasse. Das Centrum für Reisemedizin hat dafür eine Übersicht erstellt. Allerdings musst du erstmal in Vorkasse treten und später deiner Krankenkasse das Rezept, die Rechnung der Apotheke für den Impfstoff und die Rechnung für die Verabreichung beim Hausarzt vorlegen. Die Techniker Krankenkasse hat was Reiseimpfungen angeht einen guten Ruf, dem sie in unserem Fall auch gerecht geworden ist. Man kann einfach ein Scan aller Unterlagen für die Kostenerstattung in der App hochladen.

Disclaimer
Impfungen sind schon immer ein umstrittenes und viel diskutiertes Thema, spätestens seit 2020. Wir stellen hier lediglich die Faktenlage basierend auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen des RKI dar, um dir einen Überblick zu verschaffen. Ernsthafte Beratung wirst du nur von einem (Tropen-)Arzt erhalten. Am Ende liegt die Entscheidung bei dir.

Okay, dann kommen wir mal zu den empfohlenen Reiseimpfungen für die typischen Backpackingländer in Südostasien, Süd- und Mittelamerika. Wir gehen inhaltlich nicht tiefer auf Übertragung, Symptome, Verlauf und Vorbeugung der Krankenheiten ein. Das könnt ihr alles im Detail im oben erwähnten Epidemiologischen Bulletin nachlesen, ebenso wie empfohlene Impfungen abseits der eben genannten Regionen. Wichtigste Info grundsätzlich: Kein Leitungswasser trinken, keine Eiswürfel aus Leitungswasser, Vorsicht bei Obst und Gemüse („Cook it, boil it, peel it or forget it!“), Mückenschutz und Meiden von verhaltensauffälligen Hunden.

Standardimpfungen
Als Kind hast du vermutlich schon die von der STIKO empfohlenen Standardimpfungen erhalten. Diese sollten ggf. aufgefrischt werden. Dein Arzt kann dich hierbei beraten.

Hepatitis A & B

Typhus

Tollwut

Gelbfieber

Japanische Enzephalitis

Malaria und Dengue Fieber
Soviel zu den Krankheiten, vor denen man sich mit einer Impfung (teilweise) schützen kann. Aber was ist mit Malaria und Dengue Fieber?

Wichtige Info
Wir wollen hier niemandem unnötig Angst machen, aber das Risiko genauso wenig verharmlosen! Du sollst jetzt auf Reisen keine Panik vor jedem Glas Wasser, jedem Salatblatt, jeder Mücke und jedem sabbernden Hund haben. Ein gesunder Körper gepaart mit gesundem Menschenverstand ist erstmal der beste Schutz, der durch Impfungen noch ergänzt werden kann. Wir als Reisende können uns über die Aufklärungs- und die Schutzmöglichkeiten glücklich schätzen – ein Privileg, das viele der Betroffenen in den Risikogebieten nicht haben.

Kreditkarte

Hardcut! Kommen wir von einem umstritten Thema zu einem sehr eindeutigen: der Reisekreditkarte. Die braucht jeder für eine Weltreise, da gibt es keine zwei Meinungen! Entweder um Geld abzuheben oder direkt mit der Kreditkarte in ausländischer Währung zu zahlen. Und die besten News vorab: Es gibt Kreditkarten ohne Kontoführungsgebühren, ohne zusätzliche Gebühren für Auslandseinsätze (wenn du z.B. in den USA direkt in USD bezahlst) und ohne Gebühren für Gelbabhebungen außerhalb der EU. Allerdings fallen bei jeder Abhebung von Geldautomaten im Ausland Fremdgebühren an. Die Höhe dieser Gebühren ist abhängig vom Land und von der Bank des Automatenbetreibers. Deine Bank hat keinen Einfluss darauf und diese Extrakosten werden auch nicht mehr erstattet. Für eine Weltreise empfehlen sich im besonderen zwei Kreditkarten, die wir hier in einem Vergleich gegenüberstellen.

 DKB VisaBarclaycard Visa
Kontoführungsgebührkostenloskostenlos
Girokonto notwendigJaNein
Abhebungsminimum50€50€
Abhebungsgebührkostenlos (als Neu- und Aktivkunde)kostenlos
Auslandseinsatzkostenlos (als Neu- und Aktivkunde)kostenlos
Fremdgebührenkeine Erstattungkeine Erstattung
Apple/Google Paybeidesbeides
Partnerkartenkeine (nur bei Gemeinschaftskonto)bis zu drei
TAN VerfahrenTAN2gomobile TAN
Neukundenbonus1 Jahr Aktivkundenstatus25€ Startguthaben

Beide Kreditkarten ähneln sich vom Leistungsumfang und eignen sich gleichermaßen gut für eine Weltreise. Wenn du dein aktuelles Girokonto weiter nutzen möchtest und nicht schon bei der DKB bist, empfiehlt sich eher die Barclays Visa, da du dafür kein neues Girokonto eröffnen musst. Du kannst die Barclays Visa einfach mit deinem bestehenden Girokonto verknüpfen und dann entweder Geld auf die Kreditkarte überweisen oder den Saldo von deinem verknüpften Konto ausgleichen lassen. Damit der komplette Saldo ausgeglichen wird, musst du in der Barclays App die Rückzahlung allerdings erst auf 100% ändern (3,5% standardmäßig voreingestellt). So vermeidest du im Zweifel teure Gebühren.

Beachte bei der DKB, dass du als Neukunde automatisch für ein Jahr den Aktivkundenstatus erhältst. Solange ist die Karte komplett kostenlos. Danach ist ein monatlicher Geldeingang von 700€ notwendig, sonst zahlst du für Abhebungen außerhalb der EU und Bezahlungen in Fremdwährungen extra! Beim Vergleich beider TAN-Verfahren schneidet TAN2go der DKB besser ab. Hierfür benötigst du zwar eine extra App, aber dafür ist das Verfahren nicht mit einer Handynummer verknüpft. Bei der Barclays Visa erhältst du deine TAN via SMS. Das kann auf Weltreise mit wechselnden Handynummern etwas unpraktisch sein. Aber solange man mit der Karte nur bezahlt und Geld abhebt, benötigt man eigentlich keine TAN-Verfahren. 

Hinweis: Ab Mitte 2022 stellt die DKB auf eine Visa Debitkarte um. Diese vereint die Funktionen einer Girokarte mit denen einer Kreditkarte. Die oben genannten Eigenschaft für Auslandseinsätze bleiben dabei unverändert erhalten. Allerdings werden Debitkarten gegenwärtig nicht überall akzeptiert (beispielsweise beim Autoverleih für die Kaution). Wer dafür weiterhin die alte DKB Visa Kreditkarte nutzen möchte, zahlt zukünftig 2,49€ pro Monat. Für Bestandskunden bleibt die bereits aktive Girokarte (EC-Karte) erhalten, für Neukunden wird es zukünftig nur noch die Debitkarte geben. Wer weiterhin auf eine „echte“ und kostenlose Kreditkarte setzen möchte, kann neben Barclays auch einen Blick auf die GenialCard der Hanseatic werfen. 

  • Hepatitis A (nur Auffrischung) + Hepatitis B / Kosten: 135€ Impfstoff + 17€ Arztrechnung = 152€ / Erstattung Krankenkasse: 140€
  • Typhus / Kosten: 33€ Impfstoff + 10 € Arztrechnung = 43€ / Erstattung Krankenkasse: 38€
  • Tollwut / Kosten: 224€ Impfstoff + 43€ Arztrechnung = 267€ / Erstattung Krankenkasse: 244€
  • Gelbfieber / Kosten: 93€ Arztrechnung (inkl. Impfstoff) / Erstattung Krankenkasse 93€

Die Gelbfieberimpfung musst du bei einem zugelassenen Tropenarzt durchführen, der auch den Impfstoff besorgt. Alles andere kannst du beim Hausarzt erledigen und mit einem Rezept den Impfstoff einfach in einer Apotheke abholen. Gegebenenfalls lassen sich die Ärzte zusätzliche Impfberatungen in Rechnung stellen, die in unserem Fall meistens von der Techniker Krankenkasse übernommen wurden.

Wir haben vier Monate vor Reisestart mit den Impfungen angefangen und hatten keine nennenswerten Nebenwirkungen. Malaria Prophylaxe haben wir zum Start der Weltreise nicht mitgenommen und werden uns falls nötig vor Ort in den Risikogebieten darüber informieren. Die Covid-19 Boosterimpfung hatten wir noch vorm Start der Weltreise erledigt.

Vor der Weltreise haben wir die Kreditkarte der DKB genutzt, da Horst dort ohnehin sein Konto hat. Aber für die Weltreise haben wir die Barclays Visa beantragt, da wir hier Partnerkarten bekommen, ohne ein weiteres Konto eröffnen zu müssen. So hat jeder seine eigene Karte und wir überweisen einfach das Geld von unseren normalen Girokonten auf das gemeinsame Kreditkartenkonto. Allerdings haben wir die DKB Kreditkarte noch als Backup für Notfälle dabei.