Mazedonien

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Roadtrip durch Nordmazedonien
Reisen nach Südosteuropa werden immer beliebter und besonders die Adriaküste hat sich in den vergangenen Jahren zum echten Touristenmagnet entwickelt. Aber in einem Land ist von diesem ganzen Hype noch wenig angekommen: Nordmazedonien! Neben Albanien, das lange als absoluter Geheimtipp in dieser Region galt, und den griechischen Inseln wie Kreta oder Santorini, fristet der kleine Binnenstaat Nordmazedonien ein Schattendasein. Dabei hat das Land unfassbar schöne und unberührte Landschaften zu bieten. Dazu kommt ein interessanter kultureller Mix, eine bewegende Geschichte, günstige Preise und die wahrscheinlich skurrilste Hauptstadt in ganz Europa.







Nordmazedonien - Wichtige Infos
In den meisten Teilen Nordmazedoniens herrscht kontinentales Klima, was bedeutet, dass die Sommer heiß und die Winter kalt sind. Die Bergregionen sind hingegen auch im Sommer kühler und im Winter kann es dort schneien. Grundsätzlich gelten deshalb die Frühlings-, Sommer- und Herbstmonate als beste Reisezeit. Wir waren im August in Nordmazedonien und hatten jeden Tag strahlenden Sonnenschein bei Temperaturen von über 30 Grad (teilweise bis zu 37 Grad) – wenn du Hitze nicht so gut abkannst, solltest du deine Reise eher im Frühling oder Herbst planen. Dann ist es außerdem weniger voll als im Sommer, wenn Einheimische und Menschen aus den umliegenden Balkanländern ihre Ferien dort verbringen. Zudem ist in den heißen Sommermonaten mit Bränden zu rechnen.
Nein, als deutscher Staatsbürger brauchst du für eine Reise von bis zu 90 Tagen nach Nordmazedonien kein Visum. Zur Einreise brauchst du übrigens nicht mal deinen Reisepass, sondern kannst auch mit deinem Personalausweis einreisen.
Für eine Reise nach Nordmazedonien solltest du unserer Einschätzung nach mindestens eine Woche einplanen. In der Woche kannst du ein paar Tage in der Hauptstadt Skopje und ein paar Tage am Ohridsee verbringen. Wenn du die Zeit hast, würden wir eher zehn bis 14 Tage empfehlen, damit du noch mehr Orte, die wir dir weiter unten vorstellen, besuchen kannst.
In Nordmazedonien zahlst du mit dem nordmazedonischen Denar (MKD), wobei 1 EUR ungefähr 60 MKD entspricht. Kreditkartenzahlungen sind recht weit verbreitet (Cafés, Restaurants, Mautgebühren), trotzdem braucht man ab und zu Bargeld. Zum Geld abheben empfiehlt sich eine gute Reisekreditkarte, wie die kostenlose awa7 Kreditkarte* oder die DKB Visa Debitkarte*, mit denen du weltweit kostenlos Geld abheben kannst. Damit fällt in Nordmazedonien, zum Beispiel bei der Komerzijala Banka (grünes Design), keine Geldautomatengebühr an. Wichtig: Achte bei Bargeldabhebungen immer drauf, direkt in der Landeswährung abzuheben („Continue without Conversion“) und vermeide die ATMs der Sparkasse, die sehr hohe Fremdgebühren verlangen. Übrigens kannst du in Nordmazedonien an sehr vielen Stellen mit Euro bezahlen.
Nein, Nordmazedonien ist insgesamt eine günstige Reisedestination. Auch im Vergleich zu anderen Ländern in Südosteuropa ist Nordmazedonien nochmal eine Ecke erschwinglicher. Wie viel Geld wir in Nordmazedonien ausgegeben haben, erfährst du weiter unten in unserer Kostenaufstellung.
Die meisten Menschen, mit denen wir ins Gespräch kamen, also zum Beispiel in den Unterkünften, Restaurants, an Ticketschaltern, im Supermarkt etc,. konnten gut Englisch und im Großen und Ganzen hatten wir nie Probleme, uns zu verständigen.
Da Nordmazedonien kein Teil der EU ist, ist Datenroaming kostenpflichtig und bekanntlich sehr teuer. Deswegen würden wir dir eine SIM Karte empfehlen: Du kannst dir entweder eine eSIM kaufen oder vor Ort eine lokale SIM Karte besorgen. In Nordmazedonien gibt es zwei Anbieter: A1 und Telekom, wobei Telekom die bessere Netzabdeckung hat.

Der Länderguide als Video
Alles Infos und Highlights aus diesem Länderguide findest du auch auf unserem YouTube Kanal.
Nordmazedonien - Lage und Anreise


Nordmazedonien ist ein Binnenstaat in Südosteuropa und grenzt an Serbien, Bulgarien, Griechenland, Albanien und den Kosovo. Das Land ist von der Fläche her kleiner als Baden-Württemberg und hat eine schrumpfende Bevölkerung, die aktuell bei circa 1,8 Millionen Menschen liegt. Die Hauptstadt ist Skopje, die mit mehr als 520.000 Einwohnern auch die größte Stadt des Landes ist. Dort befindet sich der internationale Flughafen Skopje (SKP), der von Lufthansa direkt aus Frankfurt angeflogen wird. Darüber hinaus gibt es viele Direktverbindungen mit der Billigairline Wizzair, unter anderem aus Berlin, Hamburg und Köln, sowie Umsteigeverbindungen über Wien oder Belgrad. Die günstigsten Flüge findest du über Skyscanner*.



Alternativ kannst du über Land nach Nordmazedonien anreisen. Von den umliegenden Ländern gibt es Busverbindungen – wir sind beispielsweise von Belgrad für 25 Euro in sechs Stunden mit Flixbus (durchgeführt von Fudeks) nach Skopje gefahren. Natürlich kannst du auch mit deinem eigenen Auto oder einem Mietwagen anreisen, wenn du beispielsweise einen Roadtrip durch Osteuropa machst. Solltest du mit einem Mietwagen aus einem der Nachbarländer kommen, musst du darauf achten, dass du mit dem Wagen in mehreren Ländern fahren darfst und versichert bist. Grundsätzlich existieren mit dem Hellas Express Zugverbindungen von Belgrad (Serbien) über Skopje nach Thessaloniki (Griechenland), der aktuell aber nicht oder nur sehr eingeschränkt verkehrt.
Nordmazedonien - Highlights
Nordmazedonien lockt mit sehenswerten Städten und alten Klöstern, aber vor allem mit einer atemberaubenden Natur, die man am Ohridsee oder in den zahlreichen Nationalparks bestaunen kann. Im Folgenden stellen wir dir unsere Top 5 Highlights vor, die du bei einem Roadtrip durch Nordmazedonien nicht verpassen solltest:
Skopje
Skopje ist die skurrilste Stadt, in der wir je waren. Architektonisch mischt sich sozialistischer Plattenbau mit prächtigen Repräsentationsbauten. Umstritten ist das Bauprojekt Skopje 2014: Unter diesem Namen wollte man die Innenstadt aufwerten und hat 25 neoklassische und barocke Bauwerke sowie 150 Denkmäler und Statuen bauen lassen, die das Stadtbild heute prägen, die zum Teil aber unfertig und ungenutzt sind. Ganz anders ist die Stimmung auf dem Alten Basar, der authentischen Altstadt mit vielen Geschäften, Restaurants, Teehäusern und Moscheen. Außerdem lohnt sich ein Besuch der Festung von Skopje und vor allem eine Gondelfahrt auf den Vodno, den Hausberg der Stadt.








Matka Canyon
Den Matka Canyon kannst du in einem Daytrip von Skopje aus besuchen, denn er liegt mit dem Auto nur 30 Minuten (öffentlicher Bus Nr. 60: 45 Min.) entfernt. Der Canyon ist malerisch schön mit dem Treska Fluss, der sich – umgeben von begrünten Kalkfelsen – durch die Schlucht schlängelt. Es gibt einen Wanderweg entlang der Schlucht, der immer wieder tolle Ausblicke freigibt. Außerdem kannst du im Canyon Bootsfahrten machen oder dir ein Kajak leihen. Beachte, dass von den zwei Anbietern nur der hintere die Genehmigung hat, in eine der Höhlen zu fahren. Eine 60-minütige Bootsfahrt mit der Vrelo Cave kostet 500 Denar (8 €) und eine 25-minütige Fahrt ohne Höhle 200 Denar (3,25 €).







Ohrid
Ohrid ist die größte Stadt am gleichnamigen See im Süden des Landes und im Sommer ein Anziehungspunkt für Urlauber aus dem Inland und den umliegenden Balkanstaaten. Die Stadt Ohrid bietet atemberaubende Ausblicke auf den wunderschönen See, es werden Bootsfahrten angeboten und es gibt kleine Stein- und Kiesstrände, an denen sich Menschen mit ihren Sonnenschirmen tummeln und schwimmen gehen. An der Promenade reiht sich ein Restaurant mit tollem Ausblick ans andere, aber den schönsten Blick auf den Sonnenuntergang hat man von der Klementkirche. Außerdem lohnt sich ein Besuch der Samuels Festung, auf deren Mauer man entlang spazieren kann.







Sveti Naum
Sveti Naum ist das bekannteste Kloster Nordmazedoniens, liegt am Ohridsee direkt vor der Grenze zu Albanien und ist gemeinsam mit dem See und der umliegenden Region UNESCO-Welterbe. Das orthodoxe Kloster aus dem Jahr 905 ist schön anzusehen und vor allem die Fresken im Inneren der Kapelle sind sehr beeindruckend. Aber das Kloster ist nicht das einzige, was Besucher dorthin lockt: Auf dem Gelände gibt es einen großen Badestrand, viele Verkaufsstände, mehrere Grillestaurants, auf einem kleinen See kann man Boot fahren, Pfauen laufen herum und Kinder spielen Fußball. Eine einzigartige Mischung aus ausgelassenem Freizeitvergnügen und andächtiger Stimmung.





Trpejca
Trpejca ist ein winziges Dorf im Süden des Landes am Ohridsee, ganz nah an der Grenze zu Albanien. In dem kleinen hügeligen Ort gibt es nur ein paar Häuser, eine kleine Kirche, einige Unterkünfte, zwei Mini-Supermärkte – und vor allem einen super schönen Zugang zum See. An dem kleinen langgezogenen Strand tummeln sich im Sommer viele Besucher mit ihren mitgebrachten Liegestühlen und Sonnenschirmen, sodass es durchaus voll ist, aber trotzdem insgesamt entspannt wirkt. Man kann baden gehen, sich Stand-Up Paddles und Tretboote ausleihen und direkt hinter dem Kiesstrand befinden sich einige Restaurants und ein kleiner Cocktailstand, die für das leibliche Wohl sorgen.









Weitere Highlights
An der südöstlichen Seite des Ohridsees, ganz in der Nähe von Trpejca, liegt der Galicica Nationalpark, in dem man tolle Wanderungen unternehmen kann. Von dort bietet sich auch ein Tagesausflug nach Albanien an. In nur 40 Minuten kannst du von Trpejca nach Pogradec, die erste Stadt hinter der albanischen Grenze, fahren. Der Ort liegt ebenfalls am Ohridsee und bietet einen großen Sandstrand mit vielen Restaurants und Strandbars. Und zu guter Letzt ist der Mavrovo Nationalpark einen Besuch wert. Dieser liegt auf der Strecke zwischen Skopje und Ohrid und bietet Berge, Schluchten, malerische Straßen, Wasserfälle, einen hübschen See und traditionelle mazedonische Dörfer.






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Nordmazedonien - Route & Transport

Da Nordmazedonien ein kleines Land ist, kannst du in relativ kurzer Zeit viel sehen. Grundsätzlich würden wir einen Aufenthalt von mindestens einer Woche empfehlen. In dieser Zeit kannst du die Hauptstadt Skopje und einen Ort am Ohridsee bereisen. Besser wären zehn bis 14 Tage, damit die Reise entspannter wird und du mehrere Stopps einplanen kannst. Wie deine Route aussieht und wie viel Zeit du brauchst, hängt natürlich auch davon ab, wie du dich im Land fortbewegst. Grundsätzlich hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel oder du fährst mit einem Mietwagen (oder deinem eigenen Auto) durchs Land.
Deine Reise startet in Skopje, wo wir einen Aufenthalt von drei Tagen empfehlen würden. An zwei Tagen kannst du die Stadt erkunden und am dritten einen Ausflug in den nahegelegenen Matka Canyon machen. Der öffentliche Bus Nummer 60 fährt mehrmals am Tag ab dem Busbahnhof in Skopje zum Beginn des Canyons und braucht 45 Minuten. Du kannst dir an einem Verkaufshäuschen am Busbahnhof die Skopska Karte für 150 Denar (2,40 €) kaufen, in der drei Busfahrten inkludiert sind. Mit dem eigenen Auto oder Taxi bist du etwas schneller in circa 30 Minuten beim Matka Canyon. Für ein Taxi kannst du für eine einfache Strecke mit etwa 1000 Denar (16 €) kalkulieren.
Von Skopje aus geht es weiter nach Ohrid, an den größten Ort am gleichnamigen See. Für die 170 Kilometer lange Strecke solltest du mit dem Auto mindestens drei Stunden einplanen. Denn während der erste Teil der Strecke hinter Skopje noch über eine mautpflichtige Autobahn führt, ist der Großteil der Strecke eine teils einspurige Landstraße durch kurvige Landschaften und du wirst nicht besonders schnell fahren können. Hast du kein Auto, kannst du die Strecke auch mit dem Bus zurücklegen. Es gibt mehrere Anbieter, die die Strecke bedienen. Die Busse starten am Busbahnhof in Skopje und ein Ticket kostet zwischen 10 und 15 Euro.
Theoretisch kannst du deinen gesamten Aufenthalt am Ohridsee in Ohrid verbringen und von dort aus Ausflüge in die Umgebung, zum Beispiel in den Galicica Nationalpark, zum Kloster Sveti Naum oder nach Albanien, unternehmen (zumindest, wenn du ein Auto oder Roller hast). Wir haben unseren Aufenthalt aufgesplittet und zusätzlich ein paar Tage in dem kleinen Ort Trpejca weiter südlich am Ohridsee verbracht. Du solltest circa 30 Minuten für die Fahrt mit dem Auto einplanen und in Trpejca am besten gleich auf dem unbefestigten Parkplatz neben der Straße parken, weil es im Ort selbst nur einen kleinen, engen Parkplatz gibt, der im Sommer schnell voll wird. Über öffentliche Busse von Ohrid nach Trpejca haben wir keine Infos gefunden.
Von Trpejca liegen der Galicica Nationalpark, das Kloster Sveti Naum und auch Albanien nicht weit entfernt und bieten sich daher ideal als Tagesausflüge an. In den Galicica Nationalpark brauchst du nur zehn Minuten, zu Sveti Naum 20 Minuten und nach Pogradec, der ersten Stadt hinter der albanischen Grenze, circa 45 Minuten inklusive Grenzkontrollen. Beachte, dass du die sogenannte Green Card für dein Auto benötigst, um nach Albanien fahren zu dürfen. Wir haben diese bei unserem Mietwagenverleih für einen Aufpreis von 35 Euro bekommen und waren damit auch in Albanien versichert.
Zuletzt geht es die gesamte Strecke von Trpejca wieder zurück in die Hauptstadt Skopje. Dafür solltest du mit dem Auto drei bis vier Stunden einplanen. Bist du nicht mit dem Auto unterwegs, kannst du mit dem Taxi nach Ohrid fahren und von dort in einen Bus nach Skopje steigen.
Mietwagen



Die beste Option, Nordmazedonien zu erkunden, ist ein Mietwagen* – oder dein eigenes Auto, wenn du beispielsweise einen Roadtrip durch den Balkan machst. Die Reise mit dem Auto ist am schnellsten und gibt dir die meiste Flexibilität. Während unserer Nordmazedonienreise hatten wir zehn Tage lang einen Mietwagen, den wir zu Beginn in Skopje am Flughafen abgeholt und am Ende auch dort wieder abgegeben haben. Die Preise für Mietwagen variieren je nach Mietdauer, Saison und Versicherung, aber pro Tag kannst du während der Hauptreisezeit im Sommer etwa mit 25 bis 30 Euro pro Tag kalkulieren – mit Versicherung inkl. Reifen, Dach und Unterboden etwa 35 Euro pro Tag. Gemessen am Preisniveau in Nordmazedonien ist das eher teuer und wenn du low budget unterwegs bist, kannst du dir überlegen, ob du einen Mietwagen nur für ein paar Tage nimmst oder komplett darauf verzichtest. Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, solltest du dich darauf einstellen, dass die Parkplatzsuche in den Städten nicht leicht wird. In Skopje und in Ohrid sind die allermeisten Parkplätze in der Innenstadt für Anwohner reserviert, zeitlich auf wenige Stunden begrenzt oder kostenpflichtig. Achte also am besten bei der Buchung deiner Unterkunft darauf, dass ein Parkplatz zur Verfügung steht (besonders in Ohrid). Auf den Autobahnen in Nordmazedonien musst du übrigens Maut zahlen, was aber pro Teilabschnitt unter einem Euro kostet und bar oder mit Kreditkarte bezahlt werden kann.
Öffentlicher Transport


Günstiger, aber eben auch weniger flexibel, bist du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Innerhalb der Städte ist das kein Problem, es gibt ein gut ausgebautes Busnetz sowohl in Skopje als auch in Ohrid, mit dem du gut von A nach B kommst. Grundsätzlich ist es möglich, Nordmazedonien komplett mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bereisen, wobei wir es etwas schwierig fanden, die Abfahrtszeiten der Busse herauszufinden. Bahnverbindungen gibt es in Nordmazedonien übrigens nur sehr wenige, weshalb wir uns hier auf Busse konzentrieren. Die Strecke Skopje – Ohrid wird regelmäßig und von mehreren Anbietern bedient, aber ob zwischen Ohrid und anderen Orten am See ein öffentlicher Bus verkehrt, wissen wir ehrlicherweise nicht. Ohne Auto könnte es schwierig werden, nach Trpejca oder in die Nationalparks oder nach Albanien zu kommen. Für die Strecken, auf denen kein Bus fährt, kann man sich natürlich ein Taxi nehmen, was in Nordmazedonien nicht super teuer ist, sich aber trotzdem summieren kann. Wenn du dir nicht für den gesamten Aufenthalt im Land einen Mietwagen nehmen möchtest, würden wir eine Hybridlösung empfehlen. Du könntest zum Beispiel von Skopje nach Ohrid den Bus nehmen und dir in Ohrid für ein paar Tage einen Mietwagen (oder Roller) ausleihen, um einige Ausflüge in die Umgebung zu machen. Die Strecke zurück nach Skopje kannst du dann wieder mit dem Bus fahren. Denn in Skopje selbst benötigst du kein Auto und zum Matka Canyon kommst du günstig und einfach mit dem Bus. Das wäre für uns die beste Mischung aus Kosten und Flexibilität.
Reisetipps
Eine gute Reisekreditkarte ist ein absolutes Must-Have! Wir zeigen dir die besten drei Optionen, die alle komplett kostenlos sind.
Keine Reise ohne Versicherung. Egal ob Rollerunfall oder Magenprobleme: Mit der Young Travellers bist du immer abgesichert.
Egal ob eSIM, Touristen SIM am Flughafen oder lokale SIM Karte: Wir haben alles getestet und vergleichen die Optionen mit Vor- & Nachteilen.
Nordmazedonien - Kosten
Nordmazedonien ist insgesamt eine günstige Reisedestination. Man sagt ja generell, dass Südosteuropa recht günstig zu bereisen ist und selbst in dem Vergleich gehört Nordmazedonien zu den erschwinglicheren Ländern, ist also definitiv Backpacker-geeignet. Die Anreise über Land ist nicht teuer und Unterkünfte, der öffentliche Verkehr und Restaurants sind ebenfalls preiswert. Pro Person haben wir auf unserer zweiwöchigen Nordmazedonien Reise im Schnitt 47 Euro pro Person am Tag ausgegeben – die An- und Abreise sind dabei exkludiert. Allerdings müssen wir dazu sagen, dass wir einen Mietwagen für zehn Tage hatten, was nicht nötig ist, weil man viele Strecken mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren kann. Hätten wir den Mietwagen nicht oder nur kürzer gehabt, wäre die gesamte Reise deutlich günstiger gewesen. Im Folgenden zeigen wir dir unsere Ausgaben in Nordmazedonien pro Person im Detail:

Für Unterkünfte haben wir im Schnitt 37 Euro zusammen pro Nacht bezahlt und hatten immer sehr gute, große und zentral gelegene Apartments. Der Standard hat uns sehr positiv überrascht und vor allem die Unterkünfte in Skopje und Ohrid hatten ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir hatten immer ganze Apartments mit mehreren Zimmern und eigener Küche, aber es gibt natürlich auch kleinere Apartments oder Hotelzimmer, die entsprechend günstiger sind.
Wie bereits erwähnt, macht den größten Kostenpunkt hier unser Mietwagen aus, den wir im Nachhinein nicht die gesamte Zeit gebraucht hätten und der beispielsweise drei Tage in Ohrid nur rum stand, da wir die Stadt ausschließlich zu Fuß erkundet haben. Dazu kommt ein Zusatzbeitrag (35 €), weil wir einen Tag nach Albanien gefahren sind sowie Tank und Mautgebühren. Die restlichen Kosten setzen sich aus einigen Fahrten mit dem öffentlichen Bus in Skopje beziehungsweise von Skopje zum Matka Canyon zusammen.
Wir haben uns in den zwei Wochen immer Frühstück in der Unterkunft selbst zubereitet und meistens einmal am Tag gekocht oder Brot gegessen. Dazu sind wir ein Mal am Tag auswärts essen gegangen und haben uns Kaffee und Snacks gekauft. Die Preise im Supermarkt (z.B. Kipper) sind etwas geringer als in Deutschland, wobei lokale Produkte deutlich günstiger sind als importierte Waren.
Zu unseren Aktivitäten zählen eine Free Walking Tour in Skopje, die Seilbahn auf den Vondo Berg in Skopje, eine Bootstour im Matka Canyon, Eintritte zu Sveti Naum, in den Galicica Nationalpark und zur Burg in Ohrid und ein Stand-Up Paddle, das wir am Ohridsee ausgeliehen haben. Horst hat Helen zu ihrem Geburstag eine 30-minütige Jetskifahrt geschenkt, die 65 Euro gekostet hat, aber hier in der Kostenaufstellung nicht berücksichtig wird (hätten wir normalerweise nicht gemacht).
Wir hatten beide eine eSIM für Nordmazedonien, Serbien und Albanien und haben für 5 GB für 30 Tage zehn Euro bezahlt.
Nordmazedonien - Unterkünfte


Unterkünfte haben uns in Nordmazedonien richtig positiv überrascht! Gesucht haben wir auf den üblichen Buchungsplattformen booking.com* und Airbnb und festgestellt, dass es eine recht große und gute Auswahl an vielen Unterkünften gibt. Wir hatten während unserer zweiwöchigen Reise immer ein Apartment mit mehreren Zimmern, einer eigenen Küche und in zwei von drei Fällen auch mit Klimaanlage und haben dafür im Schnitt nur 37 Euro pro Nacht bezahlt, was besonders im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ein extrem gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ist. Beachte, dass wir die Preise angeben, die wir selbst gezahlt haben. Natürlich können die Preise je nach Reisezeit, Wochentag und Buchungsplattform variieren und generell kann es sein, dass die Kosten gestiegen sind, seitdem wir dort waren.
| Stadt | Name | € pro Nacht |
|---|---|---|
| Skopje | Apartment in Skopje | 34 € |
| Skopje (Alternative) | Home Apartment Luna 1* | 40 € |
| Ohrid | Krkulj Apartments* | 36 € |
| Trpejca (Ohridsee) | Villa Gjorgi* | 42 € |
Unterkunft - Skopje



In Skopje hatten wir eine sehr zentral gelegene Unterkunft in einem älteren Gebäude, von dessen Aussehen man sich nicht abschrecken lassen sollte: Im Inneren erwartet einen ein Aufzug aus der jugoslawischen Zeit, der etwas abenteuerlich ist, aber die Wohnung selbst ist super modern und gemütlich eingerichtet. Wir hatten eine voll ausgestattete Küche, ein Bad mit Waschmaschine, ein Schlafzimmer, ein Wohnzimmer mit Klimaanlage und sogar einen Balkon. Die Wohnung gehört zu den schönsten Unterkünften, die wir in den vergangenen zweieinhalb Jahren hatten und hat uns 34 Euro pro Nacht gekostet. Alles war blitzsauber und die Gastgeberin Ece eine der nettesten Hosts, die wir je hatten. Sollte diese Unterkunft ausgebucht sein, gibt es mit dem Home Luna Apartment* eine Alternative ganz in der Nähe.
Unterkunft - Ohrid



In Ohrid ging es genauso schön weiter: Mit dem Krkulj Apartment* hatten wir eine große, saubere und sehr stilvoll eingerichtete Wohnung. Die Unterkunft war ebenfalls zentral gelegen, aber ruhig und der Gastgeber extrem hilfsbereit und zuvorkommend bei all unseren Fragen. Die offene Küche ist mit allem ausgestattet, was man zum Kochen benötigt, es gibt eine Klimaanlage im Wohnzimmer und eine Waschmaschine im Bad und ein ganz großer Vorteil ist: Zu der Wohnung gehört ein privater Parkplatz, der nur 50 Meter entfernt liegt. Wenn du mit dem Auto oder Mietwagen anreist, ist das ein großer Pluspunkt, denn die Parkplatzsuche kann in Ohrid sehr schwierig werden. Auch diese Unterkunft, für die wir 36 Euro die Nacht bezahlt haben, können wir wärmsten Herzens weiterempfehlen.
Unterkunft - trpejca



Unsere dritte und letzte Unterkunft unterscheidet sich ein bisschen von den beiden anderen, ist aber eine große Empfehlung: In dem kleinen Örtchen Trpejca gibt es nicht so viele Übernachtungsmöglichkeiten, weshalb die Preise dort etwas höher sind. Wir haben für unser Apartment in der Villa Gjorgi* 42 Euro pro Nacht bezahlt, aber es hat sich gelohnt. Es lag erhöht auf einem kleinen Hügel und hatte eine große Terrasse, von der aus man einen tollen Blick auf den See und den Sonnenuntergang genießen kann. Der vordere Teil des Apartments ist recht offen mit großen Fenstern und einer kleinen Küche und im hinteren Teil befindet sich das Schlafzimmer. Da es sich um ein Familienzimmer handelt, können dort sogar vier Personen unterkommen. Die Unterkunft hat keine Klimaanlage und keinen Ventilator, aber obwohl es bei unserem Aufenthalt immer über 30 Grad war, blieb das Apartment relativ „kühl“. Wir haben die Atmosphäre dort und vor allem den tollen Blick über die Szenerie sehr genossen. Im Gegensatz zu den beiden sehr modernen Unterkünften in Skopje und Ohrid ist die Villa Gjorgi eher traditionell eingerichtet, was aber zum Charme des alten Steinhauses passt. Beachte: Die Wände sind dünn und es ist aus dem Nachbarzimmer relativ hellhörig.
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Nordmazedonien - Essen & Trinken


Die Küche Nordmazedoniens vereint griechische, türkische und slawische Einflüsse und spiegelt dementsprechend die Vielfalt des Landes wider. Grundsätzlich ist die Küche sehr fleischlastig und es wird viel und gerne gegrillt, zum Beispiel Pljeskavica und Cevapcici, was man auch aus anderen Balkanstaaten kennt. Ansonsten sind landestypische Gerichte Tavce Gravce (vegetarischer Bohneneintopf im Tongefäß serviert), Ajvar (Paprika-Auberginenpüree, als Beilage serviert), Shopska Salat (Gurke, Tomate und Zwiebel mit geriebenem Weichkäse), Polneti Piperki (gefüllte Paprika) und Sarma (Kohlrouladen). Auch Kebab-Spieße und Börek (mit Käse, Spinat, Kartoffeln oder Fleisch gefüllt) sind dank des türkischen Einflusses weit verbreitet. Aus der griechischen Küche ist unter anderem Moussaka (Auberginen-Kartoffel-Hackfleisch-Auflauf) nach Nordmazedonien geschwappt und man findet häufig Gyros-Stände, wo man sich günstig ein Pitabrot mit verschiedenen Zutaten kaufen kann. Am Ohridsee wird außerdem viel Fisch angeboten, wobei vor allem die Ohridforelle als Spezialität gilt, weil es diese nur dort gibt.



Die Auswahl für Vegetarier oder Veganer ist in der nordmazedonischen Küche insgesamt nicht allzu groß, aber es gibt – vor allem in den größeren und touristischen Städten wie Skopje und Ohrid – auch internationale Restaurants. Wir haben zum Beispiel indische, mexikanische oder italienische Lokale gefunden. Besonders empfehlen können wir das Amigos Mexican Restaurant und Bar in Skopje. Ansonsten haben wir in Skopje gerne auf dem Alten Basar, im türkischen Viertel der Stadt, gegessen. Es gibt in der Hauptstadt ebenfalls einige rein vegane oder vegetarische Restaurants, die du bei Google Maps suchen kannst („vegan restaurant“). Beachte aber, dass die Öffnungszeiten bei Google Maps nicht immer aktuell sind und es vorkommen kann, dass du mal vor verschlossenen Türen stehst. Wenn dir in Ohrid nach indischer Küche sein sollte, können wir dir das Sky Corner Hotel and Indian Restaurant ans Herz legen. Das Essen ist sehr lecker und dazu gibt es einen tollen Ausblick von der Dachterrasse. Auch das Drop Café in Ohrid ist eine Empfehlung, denn dort gibt es leckere Backwaren und Kaffee. Das bekannteste Bier in Nordmazedonien ist Skopsko, das es oft gezapft gibt und das aus Skopje stammt. Bei Einheimischen beliebt ist auch Rakija, ein Schnaps, der aus verschiedenen Früchten gebrannt wird und in der Regel einen sehr hohen Alkoholgehalt hat.
Nordmazedonien - Identität & Kultur


Nordmazedonien steckt in einigen kulturellen und politischen Belangen in einer Art Identitätskrise. Ein Beispiel dafür wäre der offizielle Landesname „Nordmazedonien“, denn bis 2019 hieß das Land nur Mazedonien. Allerdings beansprucht Griechenland den Namen Makedonien auch für einige Regionen innerhalb von Griechenland. Seit 2005 ist Nordmazedonien Beitrittskandidat der Europäischen Union und aufgrund des Konfliktes um den Namen hat Griechenland die Beitrittsversuche von Nordmazedonien boykottiert, weshalb Nordmazedonien 2019 dem Druck nachgegeben hat, in der Hoffnung, die Chancen für einen Beitritt zur Europäischen Union zu erhöhen. Gleiches gilt für die alte Flagge von Nordmazedonien, die den Stern von Vergina abgebildet hatte, den die Griechen ebenfalls für sich beanspruchen. Auch hier hat Nordmazedonien nachgegeben – allerdings ohne Erfolg, denn ein EU-Beitritt ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt eher unwahrscheinlich. Hinweis: Innerhalb von Nordmazedonien verwendet niemand den offiziellen Landesnamen. Auf Englisch sagt man im Alltag einfach Macedonia und nicht North Macedonia.



Kulturell ist Nordmazedonien sehr divers: 60 Prozent der Bevölkerung sind slawische Mazedonier, dazu kommt eine große Minderheit von Albanern mit 24 Prozent. 4 Prozent sind türkischer Abstammung, 2,5 Prozent gehören zur Gruppe der Roma und der Rest setzt sich aus Serben, Bosniaken und Walachen zusammen. Dementsprechend prägen das orthodoxe Christentum und der Islam die Religion und während es in der Vergangenheit immer wieder zu ethnischen Konflikten kam, hat sich die Lage seit 2001 stabilisiert und mittlerweile leben die verschiedenen Volksgruppen weitestgehend friedlich zusammen. Unser Guide auf der Free Walking Tour hat immer gesagt, Mazedonien sei ein Salat mit den verschiedensten Zutaten und diese Metapher ist eigentlich ganz passend. Und auch wenn die meisten Leute in Nordmazedonien gut Englisch gesprochen haben, kannst du diese drei leichten Worte für den Alltag lernen: Hallo – Zdravo / Danke – Fala / Tschüss – Ciao.
Nordmazedonien - Fazit
In Westeuropa hat Nordmazedonien bisher kaum jemand auf dem Schirm – anders als auf dem Balkan. Dort haben die Menschen die Schönheit des Landes, vor allem des Ohridsees, schon für sich entdeckt. Neben den Touristen aus den Nachbarstaaten dient der malerische See vor allem den Einheimischen als Ferienziel im Sommer – denn Mazedonien hat ja keinen Zugang zum Meer. Zu Beginn unserer Reise waren wir ehrlicherweise schon überrascht davon, wie voll es am Ohridsee war.

Aber wir haben schnell festgestellt, dass wir kaum Deutsch, Englisch, Spanisch oder Französisch hören. Für uns hat das dann einen anderen Vibe, als wenn wir beispielsweise in Kroatien oder Griechenland von vielen anderen deutschsprachigen Urlaubern umgeben sind. Es hat sich daher trotzdem echt und authentisch angefühlt, weil man zum Großteil von einheimischen Touristen umgeben ist. Trotzdem wollen wir klarstellen, dass du kein unberührtes Land erwarten solltest.

